Im Juli 1995 eroberten Truppen der bosnischen Serben unter General Ratko Mladic die UN-Schutzzone Srebrenica. Nach dem Ende der Kämpfe wurden 8000 muslimische Männer und Burschen aus der Stadt auf Lastwagen verladen und an mehreren Orten rund um Srebrenica ermordet. Dass an dem Massaker auch eine serbische Sondereinheit beteiligt war, bewies 2005 ein Video.

Österreichs Behörden wollen Jovan Mirilo Asyl verwehren. Ihm, der mitgeholfen hat, ein Video über Erschießungen in Srebrenica 1995 an die Öffentlichkeit zu bringen. Er wurde dafür mit dem Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Im Anschluss an die Weitergabe des Videos an das Den Haager Kiegsverbrechertribunal sah sich Mirilo nach eigener Darstellung mit Morddrohungen konfrontiert und flüchtete nach Österreich. Das Bundesasylamt erkannte aber keine Gefährdung des Mannes und stützte sich dabei unter anderem auf ein anonymes Gutachten, in dem angezweifelt wird, ob Mirilo tatsächlich an der Beschaffung des Videos beteiligt war. Mirilo betont hingegen, zahlreiche Beweise darunter auch schriftlich zu haben.

Amnesty International warnt vor einer Abschiebung von Menschenrechtspreisträger Jovan Mirilo, seiner Lebensgefährtin und seiner kleinen Tochter durch die österreichischen Behörden nach Serbien. „Mirilo ist ein politischer Flüchtling im engsten Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention“, betonte Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty Österreich. Der 45-jährige Serbe, der 2007 in Österreich um Asyl angesucht hat, sei zudem durch seine Bekanntheit „deutlich exponierter“ als viele andere Flüchtlinge.

Alfred Hrdlicka…

Dezember 6, 2009

“Die Vielweiberei hat ja einen Sinn. Die Mohammedaner san ja gar net deppert. Natürlich ist es eine herrliche Sache, wenn immer eine da ist.”

“So lieb ist der liebe Gott nun auch wieder nicht, daß er dem, der keinen Inhalt hat, die Form schenkt.”

Alfred Hrdlicka

Dezember 6, 2009

ah

Alfred Hrdlicka wurde am 27.2.1928 in Wien geboren und verstarb am 5.12.2009 in Wien. Er war ein österreichischer Bildhauer, Zeichner, Maler, Grafiker und Schriftsteller.

Alfred Hrdlicka wächst im anfangs „Roten Wien“, in der politisch unruhigen und von auch gewalttätigen Kämpfen zwischen sozialistischen und konservativen, zunehmend auch nationalsozialistischen Gruppierungen und Parteien geprägten Ersten Republik Österreich auf. Schon früh wurde er durch seinen Vater, einen Kommunisten und Gewerkschaftsfunktionär, für politische Fragen sensibilisiert. Bereits 1933, als Fünfjähriger, begleitete er ihn, der mehrmals verhaftet wurde, beim Verteilen von Flugblättern im Arbeiterbezirk Floridsdorf. Mit sechs Jahren erlebte er eine erste Hausdurchsuchung, bei der er von der Polizei verprügelt wurde. Als Zehnjähriger war er Zeuge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich. Die Jahre der NS-Herrschaft und den Zweiten Weltkrieg überlebten sein Vater, der zeitweilig Zwangsarbeit in einer Strafkompanie der „Organisation Todt“ leisten musste, und er durch Abtauchen in die Illegalität. Alfred Hrdlicka entzog sich so 1944 dem Kriegsdienst. Bei einem befreundeten Zahntechniker, der ihn auch vorübergehend versteckte, konnte er eine zweieinhalbjährige Lehre machen. Sein älterer Bruder war als Soldat der Wehrmacht vor Leningrad gefallen. Von 1946 bis 1952 studierte Hrdlicka Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Albert Paris Gütersloh und Josef Dobrowsky. Darauf folgte von 1953 bis 1957, ebenfalls an der Akademie, ein Studium der Bildhauerei bei Fritz Wotruba. 1960 hatte er zusammen mit Fritz Martinz seine erste Ausstellung „Skulptur, Malerei und Grafik“ in der Wiener Zedlitzhalle. International bekannt wurde er 1964, als er gemeinsam mit Herbert Boeckl Österreich auf der 32. Biennale in Venedig vertrat. 1966 erlebte Hrdlicka erstmals die Welt psychisch kranker Menschen. Er wurde von diesen Begegnungen dermaßen nachhaltig beeindruckt, so dass er sich fortan immer wieder mit dem Leid dieser Menschen, später mit Leid, Angst, Schmerz und der Bedrohung des Menschen schlechthin, künstlerisch auseinandersetzte. Nachzahlreichen Professuren in Deutschland lebte und arbeitete Alfred Hrdlicka  ab 1989 wieder ganz in Wien. Er war mit der Künstlerin Angelina Siegmeth verheiratet. Seine erste Frau Barbara starb 1994. Als sich 1999 seine Geliebte Flora das Leben nahm, machte ihn dieses Trauma mehrere Jahre lang arbeitsunfähig. Weltanschaulich blieb Hrdlicka zeitlebens dem Kommunismus verbunden und trat vehement gegen Faschismus und Antisemitismus auf.

Ziehende Landschaft

Mai 10, 2009

Man muß weggehen können
und doch sein wie ein Baum:
als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft und wir ständen fest.
Man muß den Atem anhalten,
bis der Wind nachläßt
und die fremde Luft um uns zu kreisen beginnt,
bis das Spiel von Licht und Schatten,
von Grün und Blau,
die alten Muster zeigt
und wir zuhause sind,
wo es auch sei,
und niedersitzen können und uns anlehnen,
als sei es an das Grab
unserer Mutter. 

                                                           Hilde Domin

Gewinner des Goldenen Bären in Berlin. Der erste peruanische Spielfilm, der je in einem Wettbewerb einer Berlinale um den Goldenen Bären konkurrierte. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die an den Folgen des Jahre zurück liegenden Terrorsystems in Peru leidet. In jener Zeit wurde ihre Mutter vergewaltigt, und die nun erwachsene Tochter, zum Zeitpunkt des Gewaltaktes im Mutterleib, trägt psychisch schwer an den Folgen dieser Traumatisierung.

Lída Baarová wird am 7.9.1914 als Ludmila Babková in Prag geboren und verstirbt am 27.10. 2000 in Salzburg. Sie war eine tschechische Schauspielerin und die Geliebte von Joseph Goebbels.

Baarová absolviert ihre Ausbildung am Schauspielkonservatorium in Prag. Sie trittt im Alter von 17 Jahren in ihrem ersten Film auf und nimmt Schallplatten auf. 1934 wird sie im Alter von 20 Jahren von der Ufa engagiert und wirkt 1935 in “Barcarole” mit. Die männliche Hauptrolle in dieser Produktion spielt Gustav Fröhlich, mit dem Baarová fortan liiert ist. Beide bewohnen ein Haus auf der Halbinsel Schwanenwerder in Berlin. Lida Baarovà wird von der deutschen Filmindustrie als exotischer Vamp importiert und verkörpert bis 1938 fast ausschließlich solche Charaktere. Die Familie Goebbels wohnt in der Nachbarschaft. Goebbels  ladet die junge Baarová schon bald zum Tee in sein abgelegenes Blockhaus am Bogensee ein. Er spielt am Flügel romantische Weisen, rudert Lida über den See, füttert mit ihr Rehe im Wald und liegt mit ihr vor dem Kamin. Die 22-Jährige wehrt sich nicht lange gegen seine Avancen. Sie trennt sich von Fröhlich. Aus der Affäre wird eine ernsthafte Liebe. Nach fast zwei Jahren beschließt Goebbels, seine Frau um die Scheidung zu bitten. Diese wendet sich allerdings an Hitler persönlich, der diese Liebe vereitelt. Lida Baarová verliert ihre Engagements und setzt sich nach Prag ab, wo sie nach Kriegsende als Kollaborateurin für 18 Monate ins Gefängnis kommt. Danach hat sie einige Filmrollen, zu Beginn der Fünfziger Jahre wird die Schauspielerin vom italienischen Film wiederentdeckt, und gehört unter anderem auch zum Ensemble von Federico Fellinis erstem Meisterwerk “Die Müßiggänger” (1953). Letztlich kann sie in der Filmbranche aber nicht mehr Fuß fassen. 1956 läßt sie sich von ihrem Ehemann Jan Kopecky scheiden und spielt Theater in Österreich und Deutschland. 1958 heiratet sie in Salzburg den schwedischen Professor Kurt Lundwall, nachdem dessen Frau stirbt und führt mit ihm eine glückliche bis zu dessen Tod 1980. Lída Baarová verbringt die restlichen zwanzig Jahre ihres Lebens in Salzburg. Bis zu ihrem Tode lebt sie in dem Haus, Haunspergerstraße 25, in dem bis 1938 die jüdische Familie Friedman gewohnt hatte. Kurz bevor Lida Baarova am 27. Oktober 2000 im Alter von 86 Jahren in Salzburg stirbt, diktiert sie noch ihre Memoiren. Darin präsentiert sie sich als argloses Opfer des Verführers Goebbels. Sie beschreibt seinen Charme und diese Liebe, seine nationalsozialistische Vergangenheit und seine rassistischen Reden blendet sie aus. Als Ausrede führt sie an, daß sie damals nicht gewußt hätte, was der Nationalsozialismus sei.

http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/biographien/619.html 

Der Bock von Babelsberg

Februar 10, 2009

Joseph Goebbels, Vater von sechs Kindern hat  neben seiner eigenen darstellerischen Begabung noch einen ganz anderen Hang zur Schauspielerei – und Schauspielerinnen, dem er möglichst ohne Publikum nachgehen will. Er erhält vom Berliner Oberbürgermeister Lippert  ein Blockhaus am Bogensee, das dieser mit einem außerplanmäßigen Etat bauen läßt. Dieses Blockhaus wird für die Empfänge des Minister bald zu klein und daher wird Ende Oktober 1939 ein neugebautes Landhaus auf der gegenüberliegenden Seite des Bogensees fertiggestellt. Ein Anwesen mit 30 Privaträumen, 40 Dienstzimmern, einem 100 Quadratmeter großen Filmsaal am Ende des rechten Wohnflügels sowie 60 Telefonen. Hierhin ladet Goebbels die Prominenz von Staat, Partei, Film und Presse regelmäßig ein. Goebbels nutzt  ab 1933 die Ufa-Studios für die Propaganda der Nationalsozialisten. Als “Bock von Babelsberg” wird er belächelt und beneidet. Er hat zahlreiche Affären, seine Frau Magda auch. Die Ehe der beiden ist dementsprechend schwierig. Trotzdem ist das Paar mit seiner wachsenden Kinderschar öffentlich so etwas wie die deutsche Vorzeigefamilie. 1938 führt Goebbels Affäre mit der jungen tschechischen Schauspielerin Lida Baarova zum Eklat. Seine Frau Magda sieht ihre Position als erste Dame des Dritten Reiches gefährdet und denunziert ihren Mann bei Hitler. Hitler zitiert Goebbels auf den Berghof und fordert ein Ende der Beziehung. Goebbels gibt nach und kehrt zu seiner Ehefrau zurück.  Lida Baarova erhält Berufsverbot, ihre Filme werden nicht mehr aufgeführt, vor ihrem Haus wacht die Gestapo.

Berlinale 2009

Februar 8, 2009

Happy Sleevefacing

Februar 8, 2009