Ingmar Bergman

Dezember 29, 2007

Ingmar Bergman
bergman
…wurde am 14.7.1918 in Uppsala geboren und verstarb am 30.7.2007 auf Fårö. Er war ein schwedischer Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur. Bergman wurde 1997 bei den Filmfestspielen in Cannes von seinen Kollegen als «Bester Filmregisseur aller Zeiten» geehrt. Auch wenn es keinen spezifischen Stil Bergmans gibt, so loten seine Filme mit großer Genauigkeit die gesamte Spannbreite menschlicher Zustände zwischen existenzieller Verzweiflung und humorvoller Leichtigkeit aus. In filmtechnischer Hinsicht gelang es ihm unter anderem mit nahen Portraitaufnahmen und vor allem mit Hilfe der Beleuchtung, das Innenleben der Akteure eindrucksvoll zum Vorschein zu bringen.

Leben:
Ingmar Bergman wurde als mittleres von drei Kindern des lutherischen Pastors Erik Bergman und dessen Frau Karin, geb. Akerblom, in Uppsala geboren und streng religiös erzogen. Bei Ungehorsam wurde er gezüchtigt und mit Einsperren bestraft. 1927 bekam sein älterer Bruder Dag zu Weihnachten einen Filmprojektor, eine Laterna Magica, so auch der Titel seiner Autobiographie. Der neunjährige Ingmar tauschte sie gegen 100 Zinnsoldaten ein und ließ daraufhin immer wieder denselben Streifen laufen: „Frau Holle“, in dem eine junge Frau auf einer Wiese erwacht. Noch als Junge führte er Puppenspiele von Strindberg-Stücken auf, bei denen er alle Rollen sprach und auch für die Szenerie und Beleuchtung sorgte. Seitdem hatten auch die Werke von August Strindberg einen starken Einfluss auf ihn. Mit sechzehn Jahren studierte Bergman im Keller des Stockholmer Wohnhauses Storgatan Nr. 7 seine ersten Stücke ein. Bergman verließ mit 19 Jahren sein Elternhaus und begann ein Studium der Literaturgeschichte an der Stockholmer Universität, das er aber nicht beendete.
Schon während seiner Studienzeit war Bergman vom Theater fasziniert, schloss sich einer Studentengruppe an und begann eine Tätigkeit als Regieassistent am Theater. Aber auch der Film zog ihn an. Er war begeistert von den Stummfilmen seiner Heimat und widmete fortan seine Zeit im Winter dem Theater und im Sommer dem Film. Die schwedischen Stummfilmregisseure Mauritz Stiller und Victor Sjöström waren seine Vorbilder. In seinem Film «Wilde Erdbeeren» machte er Sjöström zu seinem Hauptdarsteller.
Neben seinen ersten Filmen arbeitete Bergman vor allem an verschiedenen Theatern. 1944 bis 1946 leitete er als jüngster professioneller Theaterchef Schwedens das Stadttheater in Helsingborg, danach war er von 1946 bis 1949 Regisseur am Stadttheater in Göteborg, 1952 bis 1959 in Malmö. Ab 1960 war er Regisseur, von 1963 bis 1966 auch Leiter des Königlichen Dramatischen Theaters (Dramaten) in Stockholm.
Zwischen 1976 und 1985 lebte Bergman in München und arbeitete dort am Residenztheater, nachdem er in Schweden zu Unrecht wegen Steuerhinterziehung angeklagt worden war. 1985 kehrte er ans Dramaten zurück, 1995 verabschiedete sich Bergman endgültig vom Theater.
Ingmar Bergman starb am 30. Juli 2007 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus auf der Ostseeinsel Fårö, wo er seit 1965 seinen Hauptwohnsitz hatte. Bergman hatte auf seiner Zufluchtsinsel Fårö ein eigenes Kino in einer Scheune, und jeden Film, den er sehen wollte, schickte ihm das Schwedische Filminstitut zu.

Bergman war fünfmal verheiratet und hat neun Kinder.
Von 1943 bis 1945 lebte er mit Else Fisher zusammen. Sie bekamen die Tochter Lena (* 1943).
Von 1945 bis 1950 war Bergman mit Ellen Lundström verheiratet. Sie bekamen vier Kinder, Eva (* 1945), Jan (* 1946) und die Zwillinge Anna und Mats (* 1948). (Mit der Theaterregisseurin Eva Bergman ist der schwedische Schriftsteller Henning Mankell in seiner dritten Ehe verheiratet.)
In dritter Ehe war Bergman von 1951 bis 1952 mit Gun Grut verheiratet. Sie bekamen den Sohn Ingmar (* 1951).
Von 1959 bis 1965 war Bergmans Frau die Konzertpianistin Käbi Laretei. Mit ihr hat er den Sohn Daniel (* 1962), der ebenfalls Regisseur geworden ist.
Von 1965 bis 1970 lebte Bergman mit Liv Ullmann. Sie haben die Tochter Linn Ullmann (* 1966). Bergman und Ullmann waren nicht verheiratet.
Von 1971 bis zu ihrem Tod 1995 lebte Bergman mit seiner fünften Ehefrau Gräfin Ingrid von Rosen. Ihre gemeinsame Tochter Maria wurde allerdings schon 1959 geboren.

Werk:
1946 erschien Bergmans erster Film Krise. Sein Durchbruch gelang ihm mit seinem 1955 gedrehten Film Das Lächeln einer Sommernacht, der im Jahr darauf bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet wurde.
Mit „Abend der Gaukler“ drehte er 1953 seinen ersten Film mit dem Kameramann Sven Nykvist. Obwohl Bergman ihm nach den Dreharbeiten eine lebenslange Kooperation in Aussicht stellte, begann erst ab 1960 eine nahezu ununterbrochene Zusammenarbeit des bekanntesten schwedischen Filmgespanns. Sie dauerte bis 1983. Beide kamen aus einem puritanisch-lutheranischen Elternhaus und sie hegten eine gleich große Passion für die Vielfalt des Lichts.
Als Bergman Probleme mit der Filmzensur bekam, schnitt er vor Wut drei Einzelbilder eines erigierten Penis in den Vorspann des Filmes Persona (1966). 1968 besuchte er Fellini in Rom, geplante gemeinsame Projekte scheiterten aber.
Wilde Erdbeeren (1957) wurde ein Jahr später in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet, 1960 erhielt Bergman für Die Jungfrauenquelle den Oscar als „bester ausländischer Film“. 1983 erhielt er den Goldenen Löwen von Venedig für sein Gesamtwerk, 1984 wurde Fanny und Alexander mit vier Oscars ausgezeichnet. 1988 bekam er schließlich den erstmals verliehenen Europäischen Filmpreis (Felix) für sein Lebenswerk.
Einer der bekanntesten Filme ist Szenen einer Ehe (mit Liv Ullmann, 1973), mit dem er sich in die Gruppe nordischer Künstler mit August Strindberg und Henrik Ibsen einreihte, die die Institution Ehe eher pessimistisch sahen.
Bergmans Werke sind geprägt von der Mythologie, der Suche nach dem Sinn, der Suche nach Gott und der Psyche der Charaktere. Dabei unterstreichen die Schwarz-Weiß-Aufnahmen und insbesondere die geschickte Lichtgebung seiner frühen und mittleren Werke diesen Eindruck umso mehr. Viele Schauspielerinnen und Schauspieler verdanken Bergman ihren internationalen Durchbruch, unter ihnen die Schweden Max von Sydow, Erland Josephson, Ingrid Thulin, Bibi Andersson und die Norwegerin Liv Ullmann. Bergman hat über 60 Filme und Dokumentationen gedreht. Auch als Theaterregisseur war er international gefragt und brachte über 120 Inszenierungen auf die Theater- und Opernbühne. Bekannte Regisseure – so etwa Woody Allen, Ang Lee und Lars von Trier – zählen ihn zu ihren Vorbildern.
Bei den 50. Internationalen Filmfestspielen von Cannes (1997) nahm seine Tochter für ihn im Beisein von 28 Goldene-Palme-Gewinnern die Palme der Palmen entgegen.
2007 wurde das Ingmar Bergman-Archiv des Schwedischen Filminstitutes in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt kündigte am 4. September 2007 an, ein regelmäßiges Bergman-Theaterfestival zu initiieren sowie den Ankauf internationaler Rechte aus Werken des Regisseurs für Schweden und die Restaurierung und Vervielfältigung von Bergman-Filmen zu finanzieren.

Filme:

Regie
1946: Krise (Kris)
1946: Es regnet auf unsere Liebe (Det regnar på vår kärlek)
1947: Schiff nach Indialand (Skepp till India land)
1948: Gefängnis (Fängelse)
1949: Durst (Törst)
1950: Einen Sommer lang (Sommarlek)
1950: An die Freude (Till glädje)
1952: Die Sehnsucht der Frauen (Kvinnors väntan)
1952: Die Zeit mit Monika (Sommaren med Monika)
1953: Abend der Gaukler (Gycklarnas afton)
1954: Lektion in Liebe (En lektion i kärlek)
1955: Das Lächeln einer Sommernacht (Sommarnattens leende)
1957: Das siebente Siegel (Det sjunde inseglet)
1957: Wilde Erdbeeren (Smultronstället)
1958: Das Gesicht (Ansiktet)
1959: Die Jungfrauenquelle (Jungfrukällan)
1960: Das Teufelsauge (Djävulens öga)
1961: Wie in einem Spiegel (Såsom i en spegel)
1962: Licht im Winter (Nattvardsgästerna)
1963: Das Schweigen (Tystnaden)
1964: Ach, diese Frauen (För att inte tala om alla dessa kvinnor)
1966: Persona (Persona)
1968: Die Stunde des Wolfes (Vargtimmen)
1968: Schande (Skammen)
1968: Der Ritus (Riten)
1969: Passion (En Passion)
1973: Schreie und Flüstern (Viskningar och rop)
1973: Szenen einer Ehe (Scener ur ett äktenskap)
1974: Die Zauberflöte (Trollflöjten)
1976: Von Angesicht zu Angesicht (Ansikte mot ansikte)
1977: Das Schlangenei (The Serpent’s Egg)
1978: Herbstsonate (Höstsonaten)
1980: Aus dem Leben der Marionetten
1982: Fanny und Alexander (Fanny och Alexander)
1983: Nach der Probe (Efter repetitionen)
1996: Dabei: Ein Clown (Larmar och gör sig till)
2003: Sarabande (Saraband)

Drehbuch
1944: Die Hörige (Hets)
1956: Sista paret ut (Junge Herzen im Sturm)
1991: Die besten Absichten (Den goda viljan)
1992: Sonntagskinder (Söndagsbarn)
1995: Einzelgespräche (Enskilda samtal)
2000: Die Treulosen (Trolösa)

Weblink:
http://www.ingmarbergman.se/

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s