Ulrich Mühe

Dezember 29, 2007

U. Mühe Friedrich Hans Ulrich Mühe wurde am 20.6.1953 in Grimma geboren und verstarb am 22.7.2007 in Walbeck. Er war ein deutscher Film- und Theaterschauspieler. Sein größter Erfolg war die Hauptrolle in dem Kinofilm Das Leben der Anderen, der 2007 den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film erhielt.Leben:AusbildungUlrich Mühe war der Sohn eines Kürschnermeisters und wuchs zusammen mit seinem Bruder Andreas auf, der später die Werkstatt des Vaters fortführte. Nach dem Schulabschluss durchlief er eine Berufsausbildung mit Abitur als Baufacharbeiter. Seinen anschließenden Wehrdienst leistete er bei den Grenztruppen der DDR an der Berliner Mauer, den er wegen eines Magengeschwürs vorzeitig beenden musste. Von 1975 bis 1979 studierte er Schauspiel an der Theaterhochschule „Hans Otto“ Leipzig.Als TheaterschauspielerNach dem Studium wurde Ulrich Mühe am Städtischen Theater Karl-Marx-Stadt engagiert, bevor ihn Heiner Müller 1982 nach Berlin zunächst als Gast an die Volksbühne holte; 1983 wurde Mühe Ensemblemitglied am Deutschen Theater, wo er in Rollen wie dem Egmont (1986) oder Lessings Philotas und des Patriarchen im Nathan (1988) überzeugte und zum Star des Ensembles aufstieg. Ganz besonders hervorzuheben ist Mühes Arbeit an Hamlet (in der Titelrolle) und „Hamletmaschine“ in einer Inszenierung von Heiner Müller aus dem Jahre 1989.Nach der Wende hatte er wechselnde Theaterengagements, unter anderem 1990 bei den Salzburger Festspielen als König Alphons in Die Jüdin von Toledo. Seit Ende der 1990er Jahre widmete er sich wieder verstärkt der Bühne und spielte beispielsweise an der Wiener Burg den Henri in Yasmina Rezas Drei Mal Leben. Außer in weiteren außergewöhnlichen Bühnenproduktionen wie beispielsweise Wittgenstein Incorporated (Wiener Festwochen, 2003) oder Sarah Kanes Gesäubert (Hamburg, 1999) und Zerbombt (Berlin, 2005) konnte man Mühe auf vielen Literaturlesungen und -veranstaltungen sehen.Als FilmschauspielerVon 1983 an wirkte Mühe in verschiedenen Kino- und Fernsehfilmen mit. Als Leutnant Lohse, der Hauptrolle in Das Spinnennetz von Bernhard Wicki von 1989, brillierte er neben Klaus Maria Brandauer und erlangte damit erstmals auch im Westen größere Bekanntheit; seine Berühmtheit in Gesamtdeutschland baute er besonders 1992 mit seiner Rolle in der oscarnominierten Satire Schtonk! über die gefälschten Hitlertagebücher aus.Neben seiner Ehefrau Susanne Lothar spielte Mühe auch in den Filmen des österreichischen Regisseurs Michael Haneke Das Schloss (1996 – Verfilmung des gleichnamigen Franz-Kafka-Romans) und Funny Games (1997).2000 spielte er in der TV-Verwechslungskomödie Goebbels und Geduldig in einer Doppelrolle die wohl anatomisch authentischste Verkörperung des Propagandaministers in der Filmgeschichte. 2002 verkörperte er in dem mehrfach ausgezeichneten Drama Der Stellvertreter nach dem gleichnamigen Theaterstück von Rolf Hochhuth einen hochrangigen SS-Mann, der mit Begeisterung seine Aufgabe der Judenvernichtung erfüllt.2004 spielte Mühe den Stasihauptmann Gerd Wiesler in Florian Henckel von Donnersmarcks Kinofilm Das Leben der Anderen, der im März 2006 in die deutschen Kinos kam und 2007 den Oscar als bester fremdsprachiger Film erhielt. Ulrich Mühe wurde für diese Rolle mit dem Deutschen Filmpreis 2006 als bester Hauptdarsteller und dem Europäischen Filmpreis 2006 als bester Darsteller sowie mit der Goldenen Henne ausgezeichnet.Sein letzter Kinofilm war 2006 Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler, in dem er neben Helge Schneider auftrat. Darüberhinaus spielte Mühe seit 1997 im Fernsehen den Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar in der ZDF-Krimiserie Der letzte Zeuge.PrivatlebenMühe heiratete in erster Ehe die Dramaturgin Annegret Hahn, mit der er zwei Kinder hatte. Sein ältester Sohn ist Fotograf, sein zweiter ist Maler. In zweiter Ehe war Mühe von 1984 bis 1990 mit der Schauspielerin Jenny Gröllmann verheiratet, die er bei den Dreharbeiten zu „Die Poggenpuhls“ kennengelernt hatte. Aus dieser Ehe ging eine Tochter, die Schauspielerin Anna Maria Mühe, hervor.Bei einem Engagement 1990 am Theater in Zürich verliebte er sich in die Schauspielerin Susanne Lothar, die er bald darauf heiratete und mit der er bis zu seinem Tod zusammen war. Er lebte mit ihr und den beiden gemeinsamen Kindern Sophie Marie (* 1995) und Jakob (* 1998) zunächst in Hamburg und ab 1999 in Berlin.Kurz nach der Oscar-Verleihung im März 2007 wurde Mühe wegen eines Magenkarzinoms operiert. Er erlag am 22. Juli in Walbeck seinem Krebsleiden und wurde dort am 25. Juli 2007 beigesetzt.Politisches EngagementIn der Wendezeit engagierte sich Mühe bei öffentlichen Diskussionen in der DDR und war einer der Initiatoren der Demonstration vom 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz. Er las öffentlich im damals von Dieter Mann geführten Deutschen Theater in Ostberlin aus Walter Jankas Buch „Schwierigkeiten mit der Wahrheit“, noch bevor dieses in der DDR erscheinen durfte.Auseinandersetzung mit Jenny GröllmannIm Jahr 2006 äußerte sich Ulrich Mühe in einem Interview mit Florian Henckel von Donnersmarck für das Buch zum Film „Das Leben der Anderen“ über vermeintliche informelle Kontakte seiner zweiten Ehefrau Jenny Gröllmann mit der HA II/13 des MfS. Gröllmann erwirkte daraufhin vor dem Landgericht Berlin einstweilige Verfügungen gegen den Verlag des Buches und gegen Mühe selbst. Sie erklärte eidesstattlich, sie habe nie wissentlich mit dem Ministerium für Staatssicherheit zusammengearbeitet. Das Gericht gab dem Antrag Gröllmanns statt und untersagte die weitere Verbreitung des Buches. Den Widerspruch Mühes wies das Gericht ab und untersagte ihm, Jenny Gröllmann weiterhin als IM zu bezeichnen, da die Unterlagen des MfS zwar „Verdachtsmomente“, jedoch keine Tatsachen liefern würden. Im Audiokommentar des Films „Das Leben der Anderen“ weist der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck darauf hin, dass die Birthler-Behörde Ulrich Mühe die IM-Tätigkeit von Jenny Gröllmann bestätigt habe, er sie aber nicht als solche bezeichnen dürfe, genauso wenig wie Bärbel Bohley, die eine ebensolche Tätigkeit ihres Anwalts Gregor Gysi zwar bestätigen könne, eine Bezeichnung Gregor Gysis als „IM-Notar“ jedoch unter Strafe verboten sei. Die verantwortliche Vertriebsfirma der DVD verpflichtete sich im Dezember 2006 schriftlich, diese Passagen zukünftig nicht mehr zu verbreiten.Filmographie:1984: Die Poggenpuhls1984: Hälfte des Lebens1986: Das Buschgespenst1987: Sansibar oder der letzte Grund1988: Späte Ankunft1988: Polizeiruf 110, Folge 124: Flüssige Waffe (Fernsehserie)1989: Das Spinnennetz1989: Die gläserne Fackel1989: Hard Days – Hard Nights1989: Sehnsucht1990: Der kleine Herr Friedemann1991: Schtonk!1991: Ende der Unschuld1991: Heiße Diamanten aus der Serie Zwei Supertypen in Miami1992: Das tödliche Auge1992: Benny’s Video1992: Wehner – die unerzählte Geschichte1993: Das letzte U-Boot1995: Nikolaikirche1995: Tödliches Schweigen1996: Rennschwein Rudi Rüssel1996: Das Schloss1997: Peanuts – die Bank zahlt alles1997: Sieben Monde1997: Funny Games1997: Der Blaue1997: Todesengel1998: Straight Shooter1998: Feuerreiter1998: Der letzte Zeuge (ZDF) bis zu seinem Tod1999: Einfach raus2000: Goebbels und Geduldig2002: Im Schatten der Macht2002: Der Stellvertreter2002: Hunger auf Leben2003: Alles Samba2003: Spy Sorge (Japan)2004: Hamlet X2005: Schneeland2005: Das Geheimnis von St. Ambrose2006: Das Leben der Anderen2006: Peer Gynt2007: Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf HitlerWeblink:http://www.filmportal.de/df/90/Uebersicht,,,,,,,,7AAF7C79E6CE4F87B62C852C98FC26FB,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html

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