Neid, die sieben Todsünden der Kleinbürger

Januar 20, 2008

…von Bertolt Brecht, Musik von Kurt Weill, Paris 19337.

7. NEID 

Anna 1:
Und die letzte Stadt der Reise war San Francisco.Alles ging gut, aber Anna war oft müde und beneidete jeden,der seine Tage zubringen durfte in Trägheit.Nicht zu kaufen und stolzin Zorn geratend über jede Rohheit,hingegeben seinen Trieben, ein Glücklicher!Liebend nur den Geliebtenund offen nehmend, was immer er braucht.Und ich sagte meiner armen Schwester,als sie neidisch auf die anderen sah:“Schwester wir sind alle frei geborenund wie es uns gefällt, können wir gehen im Licht.Also gehen aufrecht im Triumphe die Toren,aber wohin sie gehen, das wissen sie nicht.Schwester, folg  mir und verzicht auf die Freuden,nach denen es dich wie die anderen verlangt.Ach, überlaß sie den törichten Leuten,denen es nicht vor dem Ende bangt!Iß nicht und trink nicht und sei nicht träge,Die Strafe bedenk, die auf Liebe steht.Bedenk, was geschieht, wenn du tätst, was dir läge,nütze sie nicht, nütze sie nicht,nütze die Jugend nicht, denn sie vergeht.Schwester, folg mir, du wirst sehen, am Endegehst im Triumph du aus allem hervor.Sie aber stehen, o schreckliche Wende,zitternd im Nichts vor verschlossenem Tor.“  

Die Familie: 
Wer über sich selber den Sieg erringt,der erringt auch den Lohn. 

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