Neid, Privatroman im Netz

Januar 20, 2008

Elfriede Jelinek schreibt ihren neuen Roman „Neid“ im Netz. Die Kapitel 1 – 4c und Fortsetzungen sind ausschließlich im Internet auf Jelineks Homepage zu lesen. Ob dieser Privatroman bei Fertigstellung veröffentlicht wird ist noch offen.

Neid

Privatroman

Kapitel 4c

1

Die arme Brigitte K. hat den Schock nicht überwunden, von sich und ihrem Heim getrennt zu werden, doch wen kümmerts? Wen kümmerts, ob ein Mensch oder eine geshrinkte Stadt einen Schock überwinden kann oder nicht? Die niedrigen Menschen lachen ja sogar noch über die kleine N. und machen ihre Scherze über sie, weil sie etwas zu überwinden hat, das die übrigen Menschen sich nicht einmal vorstellen können. Das Überwinden ist immer schwierig, denn man braucht dafür jemanden, der sich zur Verfügung stellt und in Reserve hält, damit man über ihn bockmistspringen kann, ja, genau, damit man mehr bekommt, als man hat, denn wenn man über jemand drüberspringt, hat man einen kurzen Moment lang eine Ahnung, wie viele Bessere es geben könnte, über die man sich hinwegsetzt und die selber alle höher springen können, über die man dann wieder in einem riesigen Satz hinwegsetzen kann, so wie ich mich über all dies hinwegsetze, au, FG. Was man nicht hat, kann man auch nicht herborgen, nicht wahr, verbergen sollte man es aber auch wieder nicht, denn ein bißchen sollte die Stimmung für den Tourismus aufbereitet werden, wenn sie zusammengesunken ist, dann kämmen wir sie ein wenig und bürsten sie gegen den Strich, so wie ich das seit vielen Jahren mit meinem Vaterland versuche, was bei Ihnen auch nie gut angekommen ist, am wenigsten bei den engagierten Verteidigern der einstigen Verteidiger des lieben Landes, welche einst ihr Leben riskierten oder gaben, mir ausnahmsweise nicht egal, mehr sage ich nicht, also bitte den Prospekt, o je, der färbt ab, macht nichts: Einen Berg hätten wir da im Angebot, eine Skipiste, ein Naturschauspiel, eine naturtrübe Tasse wie Brigitte eine ist und

 2

ich auch eine bin, nein, bitte nehmen Sie wenigstens mich nicht!, ich war, von mir selbstgewählt, schon zu oft dran!, man braucht etwas, um dann darüber hinwegzukommen, doch plötzlich merkt man, daß man nicht drüber hinwegkommt, denn man hat einen zu hohen Berg aufgebaut, ich um mich herum, Brigitte jedoch, um draufzusteigen (wollte sie einmal sehen, wie das ist, nachdem bei der Scheidung dermaßen auf ihr herumgetrampelt wurde?)…

Die Fortsetzung ist zu lesen unter: 

http://ourworld.compuserve.com/homepages/elfriede/  

 

 

 

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