Zähle die Mandeln

Februar 8, 2008

Zähle die Mandeln, zähle, was bitter war und dich wachhielt, zähl mich dazu : Ich suchte dein Aug, als du’s aufschlugst und niemand dich ansah, ich spann jenen heimlichen Faden, an dem der Tau, den du dachtest, hinunterglitt zu den Krügen, die ein Spruch, der zu niemandes Herz fand, behütet. Dort erst tratest du ganz in den Namen, der dein ist, schrittest du sicheren Fußes zu dir, schwangen die Hämmer frei im Glockenstuhl deines Schweigens, stieß das Erlauschte zu dir, legte das Tote den Arm auch um dich, und ihr ginget selbdritt durch den Abend. Mache mich bitter. Zähle mich zu den Mandeln.

Paul Celan

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One Response to “Zähle die Mandeln”

  1. arsfendi Says:

    Schön hier was von Celan zu lesen.
    Einer meiner absoluten Lieblingslyriker.
    Diese Tristesse ist einfach berührend.

    Lieben Gruß
    ArsFendi


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