Roy Scheider

Februar 14, 2008

POY SCHEIDER

Roy Richard Scheider wurde am 10.11.1932 in Orange, New Jersey geboren und verstarb am 10.2.2008 in Little Rock, Arkansas. Er war ein US-amerikanischer Filmschauspieler, der in mehr als 40 Spielfilmen vor der Kamera stand und zweimal für den Oscar nominiert wurde. Internationale Bekanntheit erlangte Scheider mit seiner Rolle als Polizeichef Martin Brody in dem Spielfilmklassiker Der weiße Hai.

Roy Scheider war in seiner Jugend ein ambitionierter Baseballspieler und Boxer, wovon seine gebrochene Nase zeugte. In vielen Filmen wird von seiner Fitness inszenatorisch Gebrauch gemacht, so etwa in Der Marathon-Mann, wo er sich in einem Hotelzimmer in akrobatischen Liegestützen übt.

Er war von 1962 bis 1986 mit der Cutterin Cynthia Bebout verheiratet. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. 1989 heiratete er seine Kollegin Brenda King, die später in SeaQuest DSV auch seine Filmgattin verkörperte. Mit Brenda King hat Scheider eine Tochter und den Sohn Christian Scheider (* 1990), der ebenfalls bereits als Schauspieler auftrat.

2005 wurde bekannt, dass bei dem mittlerweile 72-jährigen Darsteller ein Plasmozytom diagnostiziert worden war. Im Juni 2005 unterzog er sich einer Stammzelltransplantation, für welche die Zellen aus seinem eigenen Blut gewonnen wurden. Während der Rekonvaleszenz wies Scheider auf die Ironie hin, dass er in der John-Grisham-Verfilmung Der Regenmacher 1997 den Chef einer Versicherunggespielt hatte, die einem Kunden die Bezahlung einer Knochenmarktransplantation verweigerte. Am 10. Februar 2008 starb er in einem Krankenhaus in Arkansas an Komplikationen nach einerStaphylokokken-Infektion.

Der drahtige und sportliche Scheider versuchte sich nach dem Militärdienst als Schauspieler und erregte zunächst in New York City Aufmerksamkeit auf der Bühne, wo er für die Saison 1967/68 denObie Award für seine Darstellung in der Off-Broadway-Produktion Stephen D. bekam. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sein Filmdebüt mit dem frühen Splatterstreifen The Curse of the Living Corpse (1964) schon hinter sich gebracht. Es folgten einige kleinere Auftritte im Kino. 1971 hatte Scheider jedoch bedeutende Nebenrollen in zwei großen Filmerfolgen: Alan J. Pakulas Thriller Klute, für den Jane Fonda ihren ersten Oscar gewann, und William Friedkins dynamischen Polizeifilm The French Connection, für den Gene Hackman den Oscar und Scheider eine Nominierung ernteten.

Der Produzent von French Connection, Philip D’Antoni, versuchte in eigener Regie 1973 diesen Erfolg mit Scheider in der Hauptrolle des harten Straßencops zu wiederholen. Obwohl auch The Seven-Ups eine der spektakulärsten Autoverfolgungsjagden der Filmgeschichte aufbot, blieb das Einspielergebnis doch hinter den Erwartungen zurück. Doch noch ehe der Verdacht aufkeimen konnte, Scheider könne in einer Hauptrolle keinen erfolgreichen Film tragen, wurde er 1975 von Steven Spielberg für den Part des widerstrebend heldenhaften Polizeichefs im ersten aller Blockbuster engagiert:Der weiße Hai machte Roy Scheider, dessen Partner Richard Dreyfuss und Robert Shaw sowie die Titelfigur zu internationalen Stars.

1976 war Scheider ein homosexueller Geheimagent und Bruder des Titelhelden Dustin Hoffman in Der Marathon-Mann. 1977 fiel Atemlos vor Angst, William Friedkins ambitioniertes Remake des französischen Klassikers Lohn der Angst von 1953, mit Scheider in der Rolle Yves Montands, bei Kritik und Publikum durch.

1978 nahm Scheider erneut den Kampf mit der Bestie auf. Der von dem hauptsächlich für das Fernsehen tätigen Regisseur Jeannot Szwarc inszenierte Film Der weiße Hai 2 hatte bei gegenüber dem Vorbild verdoppelten Produktionskosten nur einen Bruchteil des Erfolges.

1979 übernahm Scheider die Hauptrolle in einem der ersten Kinofilme Jonathan Demmes, dem von Alfred Hitchcock inspirierten Psychothriller Tödliche Umarmung. Im selben Jahr wurde er gegen sein Image von Bob Fosse als selbstzerstörerischer Choreograf in dem autobiografischen Film All That Jazz – Hinter dem Rampenlicht eingesetzt. Seine Leistung brachte Scheider die zweite Oscar-Nominierung ein.

1982 wandelte Scheider an der Seite von Meryl Streep wieder auf Hitchcocks Spuren als Psychiater in dem Thriller In der Stille der Nacht. Mit dem futuristischen Film Das fliegende Auge kehrte er 1983 zum Actionfilm zurück, und 1984 trat er wieder in der mit Spannung erwarteten Fortsetzung eines Kultfilms auf: 2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen konnte jedoch trotz beeindruckenderSpezialeffekte und viel gelobter Schauspieler künstlerisch und kommerziell den Vergleich mit Stanley Kubricks Meisterwerk 2001: Odyssee im Weltraum nicht bestehen.

In der Folgezeit blieb Scheider zwar viel beschäftigt, trat jedoch meist nur noch mit Nebenrollen in Filmen von abnehmender Qualität in Erscheinung. Mitte der 1990er-Jahre fand er mit einigem Erfolg noch einmal beruflich mit Steven Spielberg zusammen. In den ersten beiden Staffeln der von Spielberg produzierten Fernsehserie SeaQuest DSV spielte Scheider von 1993 bis 1995 den Kapitän eines futuristischen Unterseebootes.

Unmittelbar nach der Genesung von einer schweren Erkrankung übernahm Roy Scheider wieder tragende Rollen in Filmproduktionen, so als an Columbo erinnernder Polizist in dem in den Hamptonsspielenden Thriller If I Didn’t Care, der im Oktober 2006 beim Hamptons International Film Festival uraufgeführt wurde. 2007 konnte Scheider noch die Dreharbeiten zu dem Thriller Dark Honeymoonbeenden, in dem er an der Seite von Tia Carrere, Lindy Booth, Daryl Hannah und Eric Roberts spielte.

Sein letzter Auftritt vor der Filmkamera war die Hauptrolle in dem an Originalschauplätzen in Deutschland, Polen und New York City gedrehten Drama Iron Cross. Scheider verkörperte darin einen pensionierten New Yorker Polizisten und Überlebenden des Holocaust, der beim Besuch seines in Nürnberg lebenden Sohnes in dessen Nachbarn, dargestellt von Helmut Berger, einen Nazioffizier und den Mörder seiner Familie zu erkennen glaubt. Der Film befand sich zum Zeitpunkt von Roy Scheiders Tod in der Nachbearbeitungsphase. 

http://royscheider.net/ 

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