Geld aus dem Nachtkästchen

Februar 23, 2008

Wenn du noch einmal Geld aus dem Nachtkästchen nimmst, bist du nicht mehr mein Kind. Als ich noch einmal Geld aus dem Nachtkästchen nahm, erwischte mich meine Mutter. Ich hielt fünf Schilling in der Hand und sagte ihr, daß ich gar kein Geld genommen habe. Daß ich es genommen habe, weil ich ein Schulheft gebraucht habe und ein Freund mir fünf Schilling geliehen hat und der Freund jetzt im Hofe wartet und natürlich hätte ich warten können, bis sie vom Einkaufen zurückgekommen wäre, aber solange hat der Freund nicht warten können und vielleicht wartet er ohnehin nicht mehr… Ich begriff, daß man Geschichten erfinden muß, wenn man das Kind der Mutter bleiben will. 

Peter Turrini 

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