Der Spanienkämpfer – ein Dokumentarfilm von Wolfgang Rest

März 6, 2008

Hans Landauer wurde am 19.4.1921 in Oberwaltersdorf geboren. Er ging 1937 als österreichischer Frewilliger zu den Internationalen Brigaden und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg. 1941 kam er ins KZ Dachau.

Als 1936 der Spanische Bürgerkrieg ausbrach, beschloß Landauer, damals 15 Jahre alt, die spanische Volksfront zu unterstützen. Am 19. Juni 1937 riss er von zu Hause aus, um mit nur 16 Jahren in den Reihen der Internationalen Brigaden in Spanien zu kämpfen. Er reiste über die Schweiz nach Frankreich um dort seinen Kontaktmann zu treffen. Als der den Pass von Hans Landauer zu Gesicht bekam, reagierte er mit folgenden Worten: Heast, bist deppat? Wir schicken doch keine Kinder nach Spanien. Hans überzeugte ihn davon, dass dies der Pass seines Cousins und er bereits 18 sei – noch immer nicht alt genug, wie der Kontaktmann fand. Doch Hans meinte, er könne ja auch wieder nach Hause fahren, und dort etwas über die „Transportorganisation“ ausplaudern, und so durfte er weiter nach Spanien. Er wurde der Maschinengewehrkompanie des Österreichischen Bataillons „12. Februar 1934“ im Verband der 11. Internationalen Brigade zugeteilt.

Nach dem Kriegsende in Spanien folgte seine Rückkehr nach Österreich, wo er, an seinem 20. Geburtstag (19. April 1941) wegen Verdachtes der Vorbereitung zum Hochverrat angezeigt wurde. Am 6. Juni 1941 kam er nach Dachau. Insgesamt wurden 384 österreichische Spanienkämpfer nach Dachau eingeliefert. Die „Begrüßung“ übernahm ein SS-Blockführer, er ging zuerst die Reihe ab, und fragte dann jeden einzeln: Warum bist Du da, Du Stück Scheiße? Mit Hans Landauer wurden ca. weitere 25 ehemalige Spanienkämpfer eingeliefert. Die Einteilung in Arbeitskommandos konnte im KZ manchmal über Leben und Tod entscheiden; in manchen Kommandos waren die Lebensbedingungen gerademal „erträglich“, in anderen war man bereits so gut wie tot. Er selbst wurde in das Außenkommando Porzellanmanufaktur Allach in die Kunstformerei eingeteilt. Die ersten Figuren waren 800 finnische Tanzbären. Wie ich diese Tanzbären ein halbes Jahr später gesehen habe, hat mir gegraust, so hässlich waren die. (Zitat Film „Der Spanienkämpfer“). Die Arbeit dort hat sein leben gerettet, denn die Lebensbedingungen in diesem Kommando waren vergleichsweise sehr gut. Am 29. April 1945 wurde er befreit. Als die Befreier kamen, tummelten sich die meisten Gefangenen ums Tor und wollten sehen, was geschieht (Zitat Film „Der Spanienkämpfer“).

Nach seiner Befreiung arbeitete er in der „Sicherheitsdirektion Niederösterreich“, dann in der Kriminalpolizei Wien (18. Abteilung im Bundesministerium für Inneres) und bei den österr. UNO Truppen in Zypern und am Golan. Seit 1983 arbeitet er im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Dort legte er ein Archiv über die österreichischen Spanienkämpfer an.

http://www.film27.com/spanienkaempfer.html 

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