Alfonsina Storni

März 8, 2008

Alfonsina Storni Martignoni wurde am 22.5.1892 in Sala Capriasca, Bezirk Lugano, Schweiz geboren und verstarb am 25.10.1938 in Mar del Plata. Sie war eine Dichterin und Schriftstellerin der argentinischen Avantgarde.

Alfonsina Storni wurde während eines Aufenthalts ihrer 1885 nach Argentinien emigrierten Eltern bei Schweizer Verwandten geboren und nach ihrem Vater Alfonso benannt. 1896 kehrte die ganze Familie nach Argentinien zurück, wo sie am Fuß der Anden in San Juan in recht ärmlichen Verhältnissen lebten. 1901 verließen sie San Juan und zogen nach Rosario. Der Vater, früher ein wohlhabender Bierbrauer und Besitzer einer Sodafabrik, jetzt Alkoholiker, ging mit seinem Kaffeehaus, dem „Café Suizo“, pleite, und die Mutter, die ein Lehrerinnendiplom aus der Schweiz mitgebracht hatte, eröffnete eine kleine Privatschule im eigenen Haus. Außerdem versuchte sie, die Familie mit Näharbeiten über Wasser zu halten. 1906 starb der Vater und Alfonsina begann mit 13 Jahren in einer Hutfabrik zu arbeiten.  Als 14-Jährige schließt sie sich drei Jahre einer Theatergruppe an. Nach dieser Zeit beginnt sie eine Ausbildung zur Lehrerin; das dafür nötige Geld verdient sie sich als Sängerin und Revuetänzerin in zwielichtigen Theatern der Provinz  was, einmal ruchbar geworden, einen Skandal heraufbeschwört, der Storni in einen ersten Selbstmordversuch treibt. Dessen ungeachtet kann sie ihre Ausbildung 1911 beenden und tritt in Rosario eine Anstellung als Volksschullehrerin an. Dort beginnt sie eine Liebesbeziehung mit einem deutlich älteren, verheirateten Mann und wird schwanger. Storni versucht dem gesellschaftlichen Druck, der sozialen Enge der Kleinstadt und der Häme zu entfliehen, indem sie in die Metropole Buenos Aires zieht, wo sie ihr einziges und uneheliches Kind, das nicht den Namen seines Vaters trägt, 1912 in der Anonymität der Großstadt zur Welt bringt und großzieht. Sie nimmt unterschiedliche Gelegenheitsjobs an: als Verkäuferin und als Kassiererin, als Betreuerin behinderter Kinder in einem Kinderheim sowie als Schreibkraft. Es gelingt ihr in verhältnismäßig kurzer Zeit, diesen Moloch Buenos Aires und seine intellektuelle Elite zu erobern. 1916 erscheint der erste Gedichtband. 1920 wird sie mit zwei Literaturpreisen ausgezeichnet.

Parallel zu ihrem abenteuerlichen und harten Leben schreibt sie kontinuierlich Gedichte, streift Haut für Haut Überlieferungen, Konventionen in Form und Inhalt, in Motiv, Vokabular, Duktus ab, um ihren unverwechselbaren Ton, ihre kühne und eigenwillige Metaphorik rein auszudrücken. In ihren journalistischen Arbeiten setzt sie sich explizit für die Rechte der Frauen ein. Schwer erkrankt, stürzt sie sich am 25. Oktober 1938 in Mar del Plata in den Atlantik. 

http://www.cervantesvirtual.com/bib_autor/Alfonsina/ 

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