Hélène de Beauvoir

April 27, 2008

Hélène de Beauvoir wurde am 6.6.1910 in Paris geboren und verstarb am 5.7.2001 in Goxwiller. Sie war eine französische Malerin und die jüngere Schwester von Simone de Beauvoir.

Sie wurde als Tochter von Francoise Brasseur und des Rechtsanwalts Georges de Beauvoir geboren. 

Ihre Abiturprüfung legte Beauvoir 1927 ab, danach besuchte sie Abendkurse für Aktzeichnen an den Kunstakademien „Grande Chaumiere“ und „Colarossi“. Das Studium des Kupferstichs und der Grafik begann sie an der Kunstschule „Rue de Fleurs“ im Jahr 1928. Im selben Jahr lernte sie auch den französischen Philosophen Jean Paul Sartre kennen, als sie von ihrer Schwester zu einer Verabredung mit ihm vorgeschickt wurde.

Ihre erste Einzelausstellung eröffnete de Beauvoir bereits im Januar 1936 in der Pariser Galerie „Bonjean“, welche auch Pablo Picasso besuchte und urteilte: „Ihre Malerei gefällt mir. Sie ist sehr eigenständig.“

1940 fuhr Hélène für einen Monat nach Portugal, doch der Zweite Weltkrieg zwang sie bis 1945 dort zu bleiben. Während dieser Zeit heiratete sie 1942 ihren Freund Lionel de Roulet, ein Schüler Sartres. Er wurde später Diplomat und so zogen die beiden mehrmals um, darunter nach Belgrad (1947) und Mailand (1950). 1963 kauften sie ein ehemaliges Winzerhaus in Goxwiller im Elsass. Auch nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1990 blieb sie dort wohnen. Hélène hatte keine Kinder, weil ihr Mann Lionel in der Jugend an einer besonderen Tuberkulose erkrankt war, die ihn unfruchtbar machte.

Helene hatte eine Vielzahl von Ausstellungen in vielen Galerien Europas, z.B. Amsterdam, Kopenhagen, Hamburg, Rom, Lissabon, Florenz, Tokio, Genf, in Mittel und Nordamerika wie New York und Boston. Anfang der 70er Jahre wurde Hélène auch in der auflebenden Frauenbewegung aktiv und half in Straßburg bei der Gründung eines Hauses für misshandelte Frauen.

Helene hatte es nicht leicht, denn die Schwester Simone wollte immer in ihrer Malerei etwas mitbestimmen. So schreibt Simone in ihrer „Die Geschichte von Helenes Malerei“ über den frühen Malstil ihrer Schwester „jahrelang übte sie, für mich damals zu gewissenhaft, das perfekte Bild zu komponieren.“ Was Picasso also gefallen hatte, nämlich dass Helene nicht unkritisch die damals vorherrschende ungegenständliche Malerei übernahm, war Simone nicht recht. Helene hätte also vorgewarnt sein können, Simone schrieb damals, 1948, kritisch in Briefen an einen Freund, die Helene im Alter lesen musste. Doch in den 60er Jahren war es dann endlich mit der skeptischen Haltung vorbei. Simone schrieb in Briefen :“ Welch herrliche Bilder! Alle bewundern sie! Du hast deinen Coup gemacht!“ Und Jean Paul Sartre, sicher für kein Gefälligkeitsgutachten zu haben, schrieb in seinem längeren Text anlässlich einer Ausstellung Helenes in Brest begeistert : „Ihr Werk vermag zu überzeugen und zu begeistern!“

http://www.helenedebeauvoir.com/

 

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