Günther Schifter

August 16, 2008

Günther Schifter wurde am 23.12.1923 in Wien geboren und verstarb am 11.8.2008 in Salzburg. Er war ein in Wien lebender österreichischer Journalist, Schauspieler und Radiomoderator.

Günther Schifters Begeisterung für Jazz und Swing begann sich schon in der frühen Kindheit abzuzeichnen, konnte er doch laut eigenen Angaben bereits im Alter von 4 Jahren „Armstrong“ und „Ellington“ schreiben. Er wünschte sich zu Anlässen wie Weihnachten und Geburtstag vor allem Schellacks mit der von ihm so geliebten Musik. Doch nicht nur seine in der Kindheit wachsende Sammlung bot Gelegenheit zum Musikhören, sondern auch das Radiogerät in der elterlichen Wohnung, obwohl in den 1920er und 30er Jahren Musik im Radio oftmals noch live gespielt wurde und in Österreich amerikanischer Jazz weniger zu hören war, als ihm lieb war. 

Die Gegenerschaft zum NS-Regime kennzeichnete für Günther Schifter die Jahre 1939 – 1945. Allein sein Interesse an der englischsprachigen Welt und de ungebrochene Leidenschaft für Jazz und Swing, von den Machthabern als „entartete Musik“ eingestuft, waren Zeichen des Widerstand. Erste Probleme mit den Nationalsozialisten bekam er als Gymnasiast, sein Englischlehrer fand bei ihm eine Notitz, die auf das Hören so genannter „Feindsender“ schließen ließ und brachte dies zur Anzeige. Er wurde im berüchtigten Gestapo-Hauptquartier am Wiener Morzinplatz vorgeladen, die Strafe verlief vorerst mit der Ablieferung des Radios noch glimpflich. Zum Arbeitsdienst verpflichtet, da für die Wehrmacht untauglich, gelang es ihm, der Firma Schrack, die Radiogeräte herstellte, zugewiesen zu werden. Dies ermöglichte es ihm durch dort fortgesetztes heimliches Hören von „Feindsendern“ im Juni 1944 von der Invasion der Alliierten in der Normandie zu hören. Als er jedoch von einem Gesinnungsgenossen verraten wird, führte der im Verborgenen weiter gepflegte Musikgeschmack im Dezember 1944 zu seiner Verhaftung. Er kam nach Maria Lanzendorf, einem Nebenlager des Konzentrationslagers Mauthausen. Er entkam in den Wirren der letzten Kriegstage.

Die Besatzungszeit in Wien ermöglichte es Schifter die neuesten Nummern des Jazz und Swing kennenzulernen. Er profitierte von seinen Englischkenntnissen und unterrichtete an der Berlitz-School Englisch und er hielt am Wiener Kosmos Kino Vorträge über Jazz. Die Bekanntschaft mit Stuart Green ermöglichte ihm 1949 den Start seiner Radiokarriere beim Sender Rot-Weiß-Rot. Hier spielte er in seinen Sendungen Platten aus seiner Schellacksammlung. Er selbst hatte eine der größten Schallplattensammlungen mit 30.000 Platten von Jazz and Swing.

http://www.schifter.mediathek.at/Seite_31_31.htm

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