Frank Rudolph Ohlsen

August 30, 2008

Frank Rudolph Olson wurde 1910 geboren und verstarb 28.11.1953 in New York City. Er war ein Mitarbeiter der CIA. Als er 1953 seinen Dienst quittieren wollte, starb er durch einen Sturz aus einem Hotelfenster. Zunächst schien es, als habe er Selbstmord begangen, doch stellte sich später heraus, dass Olson offenbar Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war. Grund für seinen Tod dürfte sein Insiderwissen über Folter und über die Verabreichung von Wahrheitsseren durch die CIA im Kalten Krieg gewesen sein. Der Fall Olson ist bis heute einer der bekanntesten Fälle dieser Art.

Im Jahr 1975 fand die Rockefeller-Kommission zur Untersuchung illegaler CIA-Aktivitäten innerhalb der USA Hinweise auf mysteriöse Umstände beim Tod des MKULTRA-Wissenschaftlers Frank Olson im Jahr 1953. Offiziell starb Olson nach einem selbstverursachten Sturz durch die Glasscheibe eines geschlossenen Fensters im 10. Stock eines New Yorker Hotels. Der Bakteriologe war an der Entwicklung von biologischen Waffen wie Anthrax beteiligt und besaß umfangreiche Kenntnisse über die Menschenversuche im Rahmen von MKULTRA.

Laut dem ARD-Dokumentarfilm „Deckname Artischocke” (siehe Weblinks) sah Olson auf seiner letzten Europareise im August 1953 in Berlin, wie Menschen bei Experimenten so lange gefoltert wurden, bis sie starben. Gegenüber Kollegen hatte er sich tief erschüttert über die Praktiken im Rahmen von MKULTRA gezeigt. Private Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass er einen Ausstieg aus dem Projekt erwog.

Laut der 1975 untersuchten CIA-Dokumente stand Olson bei seinem Tod unter dem Einfluss der halluzinogenen Droge LSD, die ihm von der CIA als „unfreiwillige Testperson” verabreicht worden war. Dies löste einen Skandal in den USA aus. Die US-Regierung unter Gerald Ford legte durch die Zahlung von 750.000 US-Dollar an die Witwe und eine persönliche Entschuldigung des Präsidenten die Angelegenheit rasch bei, um eine drohende gerichtliche Untersuchung des Falls abzuwenden, bei der eventuell Geheimdokumente über MKULTRA an die Öffentlichkeit geraten wären. Die Witwe erhielt vom damaligen CIA-Direktor William Colby eine Reihe von Dokumenten, die die Selbstmordversion unter Drogeneinfluss stützten. An der Vorbereitung dieser schnellen Lösung der Affäre warenRichard Cheney, damals Stabschef des Weißen Hauses, sowie der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld maßgeblich beteiligt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: