MK Ultra, Mind Control – Folter

August 30, 2008

MK Ultra war der Codename für ein umfangreiches, geheimes Forschungsprogramm der CIA über Möglichkeiten derBewusstseinskontrolle. Es wurde von 1953 bis in die 1970er Jahre hinein durchgeführt. Mitte der 1970er Jahre beschäftigten sich mehrere Untersuchungskommissionen des US-Kongresses mit der Aufarbeitung des Programms.

Ziel des Projekts war, ein perfektes Wahrheitsserum für die Verwendung im Verhör von Sowjet-Spionen im Kalten Krieg zu entwickeln, sowie die Möglichkeiten der Gedankenkontrolle zu erforschen. Die überwiegend gesundheitsschädlichen bis lebensgefährlichen Experimente wurden ohne Wissen oder Zustimmung der Versuchspersonen durchgeführt, häufig auch gegen deren erklärten Willen. Dazu gehörten neben tausenden von zufällig ausgewählten US-Bürgern auch Krankenhauspatienten und Gefängnisinsassen. Es ist erwiesen, dass zahlreiche Versuchspersonen bei den Experimenten schwerste körperliche und psychische Schäden davontrugen, bis hin zum Tod. Ken Kesey verarbeitete seine Erfahrungen als Testperson in dem Buch „Einer flog über das Kuckucksnest”. Ein großer Teil der im Rahmen des Projekts durchgeführten Experimente verstieß gegen amerikanische Gesetze, viele sind nach der heutigen Definition der UNO als Folter zu bewerten. Die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe des Projekts waren der Kalte Krieg mit der Sowjetunion und der starke amerikanische Antikommunismus während der McCarthy-Ära in den 1950er Jahren.

In Teilen überschnitten sich die Arbeiten auch mit den Forschungen anderer US-Programme zu biologischen Waffen. Der wissenschaftliche Leiter war Donald Ewen Cameron, die Gesamtleitung hatte Sidney Gottlieb.

Im Rahmen des Projekts Paperclip setzten die USA zahlreiche deutsche Wissenschaftler ein, darunter auch ehemalige deutsche KZ-Ärzte, die erwiesenermaßen in großem Stil an den Experimenten mitwirkten. Sie durften ihre durch das Kriegsende unterbrochenen Menschenversuche im Rahmen von MKULTRA auch in Deutschland fortführen. Dazu gehörten unter anderem:

  • Kurt Blome hatte Menschenversuche mit Bakterien und Viren durchgeführt und mit Pesterregern an Menschen experimentiert.
  • Walter Paul Schreiber infizierte KZ-Insassen mit Fleckfieber und Malaria und spritzte Phenol als Hinrichtungsmethode.

Der MKULTRA-Bakteriologe Frank Olson war oft beruflich in Europa und wurde Zeuge der von den ehemaligen Nazi-Wissenschaftlern durchgeführten Menschenversuche. Es wird vermutet, dass diese Erlebnisse eine schwere persönliche Krise auslösten, die schließlich zu seinem gewaltsamen Tod führten. 

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