Guillaume Depardieu

Oktober 16, 2008

Guillaume Jean Maxime Antoine Depardieu wurde am 7.4.1971 in Paris geboren und er verstarb am 13.10.2008 in Garches. Er war ein französischer Schauspieler. In seiner Karriere stand er in insgesamt über 40 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.

Depardieu wurde als Sohn des bekannten französischen Schauspielers Gérard Depardieu und dessen Ehefrau Élisabeth Guignot geboren. Seine zwei Jahre jüngere Schwester Julie ist ebenfalls als Schauspielerin tätig. Bereits im Kindesalter begleitete Depardieu seinen Vater zu Dreharbeiten und feierte sein Leinwanddebüt als Dreijähriger mit einer Statistenrolle in Claude Gorettas Drama Ganz so schlimm ist er auch nicht (1974). Der nächste Spielfilm folgte erst 1991 mit Alain Corneaus preisgekröntem Historienfilm Die siebente Saite, in dem er als junger Gambist und Komponist Marin Marais zu sehen war, während sein Vater den alternden Marais verkörperte. Der Lohn für seine Darstellung war ein Jahr später eine Nominierung für den César als Bester Nachwuchsdarsteller. Zwei weitere Male sollte Depardieu für den nationalen Filmpreis Frankreichs nominiert werden: als Schüler eines erfahrenen Berufskillers (gespielt von Jean Rochefort), der sich in sein Opfer (Marie Trintignant) verliebt in Der Killer und das Mädchen (1993), und an der Seite von François Cluzet als Tagträumer, der sich mit Gelegenheitsjobs und kleinen Diebstählen über Wasser hält in Die Anfänger (1995), jeweils unter der Regie von Pierre Salvadori. Für letztgenannten Film erhielt er 1996 den César und wurde im selben Jahr mit dem Jean-Gabin-Preis bedacht. Nach Leos Carax‘ Pola X (1999) konnte er nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen, obwohl er regelmäßig im französischen Kino und im Fernsehen agierte. Ein Grund dafür war ein im Oktober 1995 erlittener Motorradunfall, durch den er sich als Folge eine Staphylokokken-Infektion zuzog, die nicht medikamentös behandelt werden konnte. Den andauernd starken Schmerzen aufgrund dieser Infektion begegnete er durch die Amputation des betroffenen Beins im Juni 2003, nachdem er zuvor 17 Operationen über sich hatte ergehen lassen. Depardieu heiratete im Jahr 2000 die Schauspielerin Élise Ventre. Im selben Jahr wurde eine gemeinsame Tochter geboren, er trennte sich jedoch später von seiner Frau. 2004 veröffentlichte er gemeinsam mit Marc-Olivier Fogiel seine Autobiografie Tout donner (dt.: Alles geben), die in Deutschland unter dem Titel Im Schatten meines Vaters erschien, und in der er unter anderem auch auf sein chaotisches Leben blickte, in dem er mehrfach durch Alkohol, Drogen und Prostitution mit dem Gesetz in Konflikt kam. So war Depardieu mehrfach zu Bewährungsstrafen verurteilt worden, wobei er im Juni 2008 wegen wiederholter Trunkenheit am Steuer zu einer zweimonatigen Haftstrafe verurteilt wurde. Zwischenzeitlich zerstritt er sich mit seinem Vater, der seinen Sohn 2003 in einem Interview mit der Paris Match als „schwierig und unverbesserlich“ ansah, woraufhin Guillaume Depardieu ihn in den französischen Medien als „Lügner“ und „Betrüger“ beschimpfte. Am 13. Oktober 2008 verstarb Guillaume Depardieu in einem Krankenhaus in der Nähe von Paris an den Folgen einer akuten Lungenentzündung, die durch eine Virusinfektion ausgelöst worden war.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,327806,00.html

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