Die Gedanken sind frei

Oktober 24, 2008

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten,
sie fliegen vorbei, wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen.
Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

Ich denk‘ was ich will und was mich beglückt,
doch alles in der Still‘, und wie es sich schicket.
Mein Wunsch, mein Begehren kann niemand verwehren,
es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

Ich liebe den Wein, mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein am besten gefallen.
Ich bin nicht alleine bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei: Die Gedanken sind frei!

Und sperrt man mich ein in finstere Kerker,
das alles, das sind vergebliche Werke.
Denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei, die Gedanken sind frei!

Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen stetz lachen und scherzen
und denken dabei: Die Gedanken sind frei! 

http://www.strusel007.de/liederbuch/Volkslieder/Die_Gedanken_sind_frei.n.pdf

Dieses Lied war während der Deutschen Märzrevolution (1848/1849) und der Zeit des Nationalsozialismus (1933-45) in Deutschland verboten. Dies spricht für das zu verfolgende Motiv, das in diesem Liedtext zum Ausdruck kommt. Einer der Leitsätze von Sophie Scholls Vater war „Die Gedanken sind frei“. Sophie Scholl wusste ihrem Vater auch diese Erziehung zu danken, indem sie beispielsweise nachts vor seiner Gefängniszelle im August 1942 „Die Gedanken sind frei“ auf der Flöte für ihn spielte.

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