Das Massaker von Rechnitz

Oktober 31, 2008

Beim Massaker von Rechnitz wurden in der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945 ungefähr 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in der Nähe des Schlosses Rechnitz bei Rechnitz im Burgenland ermordet.

In der Umgebung von Rechnitz, des späteren Wohnorts Tobias Portschys, befanden sich in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs an die 600 Zwangsarbeiter, die den so genannten SüdostwallHitlers bauen sollten. 180 von ihnen, vor allem ungarische Juden, die krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten konnten, wurden in der Nacht auf Palmsonntag von Teilnehmern eines von Margit von Batthyány, Tochter von Heinrich Thyssen, abgehaltenen Schlossfestes erschossen.

Das Massaker ereignete sich ganze zehn Tage bevor die Rote Armee Rechnitz erreichte. Die Toten ließ man von einer Gruppe von Zwangsarbeitern vergraben, die man am Folgetag erschoss.

In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Wien im Jahre 1947 hieß es:

„Die Opfer mussten zuerst – […] – ihre Überkleider ausziehen und sich an den Rand einer auf freiem Feld in der Nahe des Schlachthauses bereits ausgehobenen Grube setzen; […]; dann wurden sie erschossen, ein Teil von ihnen vielleicht auch erschlagen […]“

Hauptverantwortlich für das Massaker soll der örtliche Gestapoführer Franz Podezin sein, der sich durch Flucht der Justiz entzog und heute in Südafrika vermutet wird. Da Podezin sehr enge Beziehungen zur Gräfin Margit Batthyány, der Ehefrau des seinerzeitigen Besitzers des Schlosses unterhält, besteht der Verdacht, daß sie sowohl Oldenburg (ehemaliger Gutsverwalter, Anm.) als auch Podezin bei ihrer Flucht nach West-Deutschland behilflich war und sie in einem Unternehmen der Familie Thyssen untergebracht hat .

Nach den Überresten von etwa 180 erschossenen Zwangsarbeitern wird heute noch gesucht. Man vermutet den genauen Tatort beim Kreuzstadl, heute nur die Ruine eines ehemaligen Gehöfts. Trotz intensiver Suche und Grabungen in den Jahren 1966 bis 1969 und 1993 konnte der Ort des Massengrabes bis heute nicht gefunden werden.

Im Jahre 2005 wurden neuerlich menschliche Überreste gefunden. Untersuchungen sollen klären, ob es sich bei der Fundstelle um das Massengrab handelt. Da hier die Frontlinie beim Rückzug der Wehrmacht verlief, könnte es sich aber auch um gefallene Soldaten handeln.

http://www.kreuzstadl.net/

http://www.refugius.at/zip/massaker.pdf

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