Gräfin Margit Batthyány

Oktober 31, 2008

Margareta von Batthyány, genannt Margit von Batthyány, geborene Thyssen-Bornemisza wurde am 22.6.1911 auf Schloss Rechnitz im Burgenland geboren und verstarb am 15.9.1989 in Castagnola in der Schweiz. Sie war eine Tochter von Heinrich Baron Thyssen-Bornemisza de Kászon.

Margareta von Thyssen-Bornemisza heiratete 1933 den ungarischen Grafen Ivan von Batthyány (1910−1985), dessen Familie mit der Stadt Rechnitz und dem Schloss verbunden war. Im Zweiten Weltkrieg unterhielt sie in ihrem Schloss einen Erholungsort für die Waffen-SS.

In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945, dem Abend vor Palmsonntag, kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee, veranstaltete sie ein Fest für die lokale NSDAP und die SS. Gemäss der Prozessakten des Landgerichts Wien aus der Nachkriegszeit waren auch die Besitzer des Schlosses, Graf und Gräfin Batthyány, beim Fest anwesend. Während dieses Festes wurden in der nahegelegenen Scheune Kreuzstadl beim Massaker von Rechnitz etwa 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter ermordet.

Margareta von Batthyány erlebte noch den Einmarsch der Roten Armee, es gelang ihr jedoch die Flucht in die Schweiz. Sie wurde nach dem Krieg der Mittäterschaft und der Unterstützung der Haupttäter bei ihrer Flucht verdächtigt. Trotz entsprechender Mitteilungen an das österreichische Justizministerium wurde nie eine Anklage erhoben.

Sie liess sich nach dem Krieg im schweizerischen Sitz der Familie Thyssen, der Villa Favorita in Castagnola bei Lugano nieder und widmete sich der Zucht von Rennpferden. Sie besaß Gestüte in Deutschland (Bad Homburger Gestüt Erlenhof), Frankreich und den USA. Ihr Bruder Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza war ein berühmter Kunstsammler, seine Sammlung befindet sich im Museo Thyssen-Bornemisza, einem der wichtigsten Museen Madrids.

In den folgenden zweiundsechzig Jahren gelang es der Familie Thyssen, nie mit dieser Greueltat in Verbindung gebracht zu werden, in keiner Darstellung der Familie Thyssen fand dieses Verbrechen eine Erwähnung.

http://www.nachkriegsjustiz.at/ns_verbrechen/juden/rechnitz_eh.php

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