Ilse Bing, Queen of the Leica

Dezember 21, 2008

lse Bing wurde am 23.3.1899 in Frankfurt am Main geboren und verstarb am 10.3.1998 in New York. Sie war eine deutsch-amerikanische Fotografin.

Ilse Bing wurde in eine wohlhabende jüdische Frankfurter Kaufmannsfamilie als Tochter des Kaufmanns Louis Bing und seiner Frau Johanna Elli Bing, geb. Katz, geboren. Sie nahm 1920 das Studium der Mathematik und der Physik an der Frankfurter Universität auf, wandte sich dann der Kunstgeschichte zu und verbrachte das Wintersemester 1923/1924 an demKunsthistorischen Institut Wien. Ihre fotografische Praxis entstand mit der 1924/1925 aufgenommenen Arbeit an einer Dissertation über den Architekten Friedrich Gilly. Zu Dokumentationszwecken erwarb sie eineVoigtländer 9×12 cm. Als sie 1929 ihr Studium beendete und die Dissertation aufgab, wandte sie sich gänzlich der Fotografie zu, erwarb eine Leica und arbeitete fotojournalistisch. Erste Reportagen publizierte z. B. „Das Illustrierte Blatt“, Frankfurt. 1930 konnte sie im „Neuen Frankfurt“ eine Dokumentation über das von dem Architekten Mart Stam entworfene Altersheim in Frankfurt veröffentlichen. Im selben Jahr siedelte Bing nach Paris um und setzte hier ihre fotografische Arbeit fort. Sie erhielt unter anderem durch die Vermittlung des ungarischenJournalisten Heinrich Guttmann Reportageaufträge. 1931 stellte sie ihre Arbeiten in Frankreich und Deutschland aus. Neben ihren Arbeiten an Fotoreportagen experimentierte Ilse Bing während des Jahres 1934 im Fotolabor mit der Technik der Solarisation; unabhängig von den parallel entstehenden Werken von Man Ray. Nach ihrer Teilnahme an einer Gruppenausstellung in der Julien Levy Galerie im New York des Jahres 1932 wurden 1936 in der „Internationalen Ausstellung zeitgenössischer Fotografie“ im Pariser „Musée des Arts décoratifs“ Werke von ihr gezeigt. 1937 war sie Teilnehmerin in der von Beaumont Newhall organisierten Ausstellung „Photographie 1839–1937“ im Museum of Modern Art, New York. Nach dem Einfall deutscher Truppen in Frankreich wurde Bing 1940 gemeinsam mit ihrem Mann, dem deutschen Pianisten und Musikwissenschaftler Konrad Wolff, den sie 1937 geheiratet hatte, in einem Lager in Gurs/Frankreich interniert. Über Marseille gelang beiden die Emigration in die Vereinigten Staaten. Sie ließen sich in New York nieder. Bis 1957 fertigte Ilse Bing hauptsächlich Kinderporträts an. 1947 unternahm sie eine Reise nach Deutschland und Frankreich, 1951 und 1952 besuchte sie Paris. Sie fotografierte zu dieser Zeit mit einer Mittelformatkamera (Rolleiflex). 1957 wandte sie sich von der Schwarz-Weiß-Fotografie ab und konzentrierte sich auf die Arbeit mit Farbnegativen. 1959 gab sie die Fotografie auf. In der Folge entstanden Texte, Collagen und Zeichnungen. Ilse Bings Werk wurde in den 1970ern neu entdeckt. 1976 fand eine erste Einzelausstellung in der „The Witkin Gallery“ statt, das Museum of Modern Art initiierte die Veröffentlichung ihrer Fotografien bei Ikon Press, New York, „Numbers in Images“, 1982 folgte „Women from the Cradle to Old Age“. Ilse Bing trat ab 1984 in den USA und Deutschland vielfach als Referentin zur Entwicklung der modernen Kunst, insbesondere der Fotografie, hervor. 1990 erhielt sie den Woman’s Caucus for Art Award, New York. 1993 wurde ihr eine weitere Auszeichnung verliehen, der “First Gold Medal Award for Photography“ vom National Arts Club, New York.

http://www.leegallery.com/bing.html

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