Das Massaker am Präbichl, 7.4.1945

Januar 8, 2009

Am 7. April 1945 kam es auf dem Präbichl, einer Passhöhe knapp vor Eisenerz, zu einem Massaker bei dem mehr als 200 Juden erschossen wurden. Durchgeführt wurde die Massenerschießung von Männern der sogenannten „Alarmkompanie“, einer Einheit des Volkssturms. Um 14 Uhr marschierte der Zug über die Passhöhe in Richtung Eisenerz. Oben angekommen, eröffneten mehrere Volkssturmmänner das Feuer. Nach einer Dreiviertelstunde lagen rund 200 Menschen des Transports tot oder sterbend entlang des Wegs. Überlebende des Massakers mussten die Leichen in der Seeau, unweit des Leopoldsteiner Sees bei Eisenerz, in mehreren Gräbern begraben. Die Opfer wurden 1948 am Judenfriedhof von Eisenerz nach ihrer Exhumierung beigesetzt. In den Eisenerz-Prozessen, die im Frühjahr 1946 von der britischen Besatzungsmacht begonnen wurden und in Graz  stattfanden, wurden 12 Angeklagte zum Tode verurteilt. Die britischen Besatzer hatten das Verfahren gegen Beteiligte des Massakers am Präbichl als ein Lehrbeispiel der Prozessführung nach Jahren der nationalsozialistischen Gerichtsbarkeit konzipiert. Am 1. April 1946 eröffnete der eigens aus London angereiste Richter Glyn Jones den Prozess gegen 18 Männer aus der Umgebung von Eisenerz, der über vier Wochen von allen Medien ausführlich begleitet wurde. Welchen Stellenwert dieser Prozess für die junge österreichische Demokratie hatte, zeigt sich auch darin, dass der Leiter der britischen Justizbehörde in Österreich sowie Justizminister Dr. Josef Gerö an den Verhandlungen teilnahmen. Ende April 1945 wurden die Urteile gesprochen. Am 29. April 1946  wurden Otto Christandl, die Unteroffiziere Anton Eberl und Ludwig Krenn sowie die Volkssturmmänner Ernst Feistl, Anton Hirner, Rudolf Mitterböck, Emmerich Schnabl, Franz Taucher, Fritz Wolf und Ludwig Wurm wegen ihrer Beteiligung an den Morden am Präbichl zum Tode verurteilt. Die Hinrichtungen erfolgten knapp zwei Monate später. 

http://www.kakanien.ac.at/beitr/fallstudie/JMoser1.pdf/show_pdf

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