Werner Schroeter

April 17, 2010

gg

Werner Schroeter wird am 7.4.1945 in Georgenthal geboren und verstirbt am 12.4.2010 in Kassel. Er war ein deutscher Film-, Opern- und Theater-Regisseur.

Werner Schroeter wird 1945 als Sohn eines Ingenieurs geboren und wächst in Bielefeld und Heidelberg auf. Im Alter von fünf Jahren äußert er bereits den Wunsch, Filmregisseur zu werden. Ein einschneidendes Erlebnis ist für ihn im Alter von dreizehn Jahren die Radioübertragung einer Opernarie von Maria Callas, die ihn zum ersten Mal mit dem Thema Oper in Berührung bringt. Die Callas wird für ihn zum einzigen Idol seines Lebens, er bezeichnet sie in Interviews als Botin zwischen Gott und den Menschen. Nach dem Abitur in Heidelberg studiert er drei Semester lang Psychologie in Mannheim und arbeitet nebenher als Journalist. Ende der 1960er Jahre bringt sich Schroeter das Filmemachen mit ersten experimentellen Arbeiten auf 8-mm- und 16-mm-Film selbst bei. Einige seiner ersten Kurzfilme widmen sich Maria Callas. Ein begonnenes Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München bricht er bereits nach wenigen Wochen ab. Ersten Erfolg bringt ihm der über zweistündige Experimentalfilm Eika Katappa ein, der von der Internationalen Filmwoche Mannheim 1969 mit dem Josef von Sternberg-Preis ausgezeichnet wird.

Seit 1972 erarbeitet Schroeter regelmäßig Theater- und Operninszenierungen in Städten wie Berlin, Bochum, Hamburg, Düsseldorf und Bonn, aber auch an ausländischen Theatern in Paris, Brasilien und Italien. Schroeter gilt neben Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Alexander Kluge, Werner Herzog und Volker Schlöndorff als einer der wichtigen Filmregisseure der deutschen Nachkriegszeit. Mit Palermo oder Wolfsburg gewinnt er den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele 1980. Er betätigt sich zudem als Produzent, Drehbuchautor, Kameramann und Schauspieler bei zahlreichen Filmen. Partner in seinem Filmschaffen sind unter anderem Magdalena Montezuma, Isabelle Huppert, Produzent Paulo Branco, Kamerafrau Elfi Mikesch, Cutterin Juliane Lorenz und Standfotografin Digne Meller-Marcovicz. Schroeter, der offen zu seiner Homosexualität steht, ist eine Zeit lang mit Rosa von Praunheim liiert.

Im Jahr 1972 ist Werner Schroeter mit dem Film Der Tod der Maria Malibran Teilnehmer der Documenta 5 in Kassel in der Abteilung Filmschau: Anderes Kino. 2008 erhält Schroeter für Nuit de chien eine Einladung in den Wettbewerb der 65. Filmfestspiele von Venedig. Das Drama ist eine Umsetzung von Juan Carlos Onettis Roman Para esta noche mit unter anderem Pascal Greggory Amira Casar, Elsa Zylberstein und Nathalie Delon in den Hauptrollen. Schroeter wird mit dem Sonderpreis der Jury der Filmfestspiele von Venedig 2008 für sein „innovatives, kompromissloses und oft provokantes“ Werk ausgezeichnet.

Schroeter wird bei der Berlinale 2010 mit dem schwul-lesbischen Teddy Award geehrt, weil er als ein radikaler Experimentierer und großer Außenseiter des Neuen Deutschen Films gelten kann. Mitte März desselben Jahres wird ihm der Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreis zuteil.

Werner Schroeter stirbt im Alter von 65 Jahren in einer Kasseler Klinik an den Folgen seiner Krebserkrankung.

http://www.deutsches-filmhaus.de/bio_reg/sch_bio_regiss/schroeter_werner_bio.htm

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