Anca Parghel

Dezember 12, 2008

Anca Parghel wurde am 16.9. 1957 in Câmpulung Moldovenesc in Rumänien geboren und verstarb am 5. 12.2008 in Temeswar. Sie war eine  Sängerin des Modern Jazz.

Parghel studierte an der Musikhochschule der nordostrumänischen Stadt Iaşi und graduierte mit einer Arbeit über Charlie Parker. Sie unterrichtete  in Suceava und Bukarest Gesang, Piano und Improvisation. Unterstützt von Klaus Ignatzek und Jean-Louis Rassinfosse (CD Indian Princess) wurde sie auch in Mitteleuropa bekannt. Sie zog nach Brüssel, wo sie lehrte, sie unterrichtete aber auch an Musikhochschulen in Deutschland und Großbritannien. Sie trat mit Musikern wie Peter Herbolzheimer, Larry Coryell, Norma Winstone, Billy Hart,Archie Shepp, Claudio Roditi, Philip Catherine, Mark Levine, Tomasz Stańko oder Riccardo Del Fra auf, tourte in Deutschland auch mit dem Trio von Stephan König. In ihrer eigenen Band spielten ihre beiden Söhne. 2008 war sie an dem rumänischen Hit Brasil von Tom Boxer beteiligt. Parghel, die insgesamt 15 Alben veröffentlichte, starb an einem Krebsleiden. Die Sängerin wurde immer wieder mit der Peruanerin Yma Sumac und Ella Fitzgerald verglichen.

http://www.ancaparghel.ro/

Miriam Makeba

November 14, 2008

Miriam Makeba wurde am 4.3.1932 in Prospect Township, nahe Johannesburg, Südafrika geboren und verstarb am 10.11.2008 in Castel Volturno in Italien. Sie war eine südafrikanische Sängerin und eine Vertreterin der Weltmusik. Sie setzte sich vehement gegen die frühere Apartheid-Politik Südafrikas zur Wehr und engagierte sich bis zu ihrem Tode politisch und humanitär.

Miriam Makeba kam als Kind einer Haushaltshilfe und eines Lehrers auf die Welt. Sie heiratete im Jahr 1949 und brachte 1950 ihre einzige Tochter Bongi Makeba zur Welt. Ihre musikalische Laufbahn begann Miriam Makeba als Sängerin der Gruppen Cuban Brothers und Manhattan Brothers. Später gründete sie das Frauentrio The Skylarks. Nachdem sie 1959 durch ihren Auftritt in dem Anti-Apartheid-Film Come Back Africa Aufsehen erregt hatte, kehrte sie nicht sofort in ihre Heimat zurück, woraufhin ihr die Rückreise verweigert wurde. Daraufhin half ihr Harry Belafonte bei der Einreise in die USA und bei ersten Auftritten in Los Angeles und New York. Damit begann ihre Weltkarriere. 1963 sprach sie erstmals vor der UNO und verlangte den Boykott des südafrikanischen Apartheid-Regimes. Von 1964 bis 1966 war sie mit dem südafrikanischen Musiker Hugh Masekela verheiratet. 1968 heiratete sie den Bürgerrechtler Stokely Carmichael, von dem sie sich 1973 wieder trennte. Ihr größter internationaler musikalischer Erfolg war Pata Pata (1967). Dieses Lied schaffte es in die US-amerikanischen Charts und bis auf Platz 14 in der bundesdeutschen Hitparade. Zu ihren weiteren bekannten Liedern zählen The Click SongSoweto Blues sowie eine Version von Mbube (The Lion Sleeps Tonight), die sie unter anderem auf der Feier zum 45. Geburtstag John F. Kennedys im Madison Square Garden am 19. Mai 1962 sang. Im Herbst 1974 trat sie mit James Brown, B. B. King, The Spinners und The Crusaders auf einem Großkonzert in Afrika auf. Es war Teil des Rahmenprogramms für den von Don King veranstalteten historischen Boxkampf Rumble in the Jungle (dt.: „Der Kampf im Dschungel“) zwischen dem damaligen Schwergewichtsweltmeister George Foreman und dem Ex-Weltmeister Muhammad Ali, der am 30. Oktober 1974 in Kinshasa stattfand. Ihre in erster Ehe 1950 geborene, einzige Tochter Bongi Makeba starb 1985. 1986 sang sie ein Duett mit Paul Simon auf dessen Konzert. 1987 begleitete sie ihn auf dessen Graceland-Tour. 1988 trat sie zusammen mit Hugh Masekela beim Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert in London auf. Nach drei Jahrzehnten Exil in den USA und Guinea kehrte sie 1990, auf Bitte von Nelson Mandela, nach Südafrika zurück und lebte wieder in Johannesburg. 1992 war sie an der Seite von Whoopi Goldberg in der Verfilmung des Musicals Sarafina! zu sehen. Am 26. September 2005 erklärte Miriam Makeba ihren Abschied von der Bühne. Eine letzte Welttournee führte sie noch durch die USA, Kuba, Brasilien, Venezuela, Skandinavien und Deutschland. Am 25. Mai 2006 gab Miriam Makeba auf dem 18. Africa Festival in Würzburg ihr letztes Konzert in Deutschland. Am 9. November 2008 trat Miriam Makeba auf einem Benefizkonzert für den von der Camorra bedrohten Schriftsteller und Journalisten Roberto Saviano in Castel Volturno in Italien auf. Auf der Bühne erlitt sie während einer Zugabe einen Herzinfarkt und verstarb am frühen Morgen des 10. November im Krankenhaus.

http://www.miriammakeba.co.za/

Guillaume Depardieu

Oktober 16, 2008

Guillaume Jean Maxime Antoine Depardieu wurde am 7.4.1971 in Paris geboren und er verstarb am 13.10.2008 in Garches. Er war ein französischer Schauspieler. In seiner Karriere stand er in insgesamt über 40 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.

Depardieu wurde als Sohn des bekannten französischen Schauspielers Gérard Depardieu und dessen Ehefrau Élisabeth Guignot geboren. Seine zwei Jahre jüngere Schwester Julie ist ebenfalls als Schauspielerin tätig. Bereits im Kindesalter begleitete Depardieu seinen Vater zu Dreharbeiten und feierte sein Leinwanddebüt als Dreijähriger mit einer Statistenrolle in Claude Gorettas Drama Ganz so schlimm ist er auch nicht (1974). Der nächste Spielfilm folgte erst 1991 mit Alain Corneaus preisgekröntem Historienfilm Die siebente Saite, in dem er als junger Gambist und Komponist Marin Marais zu sehen war, während sein Vater den alternden Marais verkörperte. Der Lohn für seine Darstellung war ein Jahr später eine Nominierung für den César als Bester Nachwuchsdarsteller. Zwei weitere Male sollte Depardieu für den nationalen Filmpreis Frankreichs nominiert werden: als Schüler eines erfahrenen Berufskillers (gespielt von Jean Rochefort), der sich in sein Opfer (Marie Trintignant) verliebt in Der Killer und das Mädchen (1993), und an der Seite von François Cluzet als Tagträumer, der sich mit Gelegenheitsjobs und kleinen Diebstählen über Wasser hält in Die Anfänger (1995), jeweils unter der Regie von Pierre Salvadori. Für letztgenannten Film erhielt er 1996 den César und wurde im selben Jahr mit dem Jean-Gabin-Preis bedacht. Nach Leos Carax‘ Pola X (1999) konnte er nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen, obwohl er regelmäßig im französischen Kino und im Fernsehen agierte. Ein Grund dafür war ein im Oktober 1995 erlittener Motorradunfall, durch den er sich als Folge eine Staphylokokken-Infektion zuzog, die nicht medikamentös behandelt werden konnte. Den andauernd starken Schmerzen aufgrund dieser Infektion begegnete er durch die Amputation des betroffenen Beins im Juni 2003, nachdem er zuvor 17 Operationen über sich hatte ergehen lassen. Depardieu heiratete im Jahr 2000 die Schauspielerin Élise Ventre. Im selben Jahr wurde eine gemeinsame Tochter geboren, er trennte sich jedoch später von seiner Frau. 2004 veröffentlichte er gemeinsam mit Marc-Olivier Fogiel seine Autobiografie Tout donner (dt.: Alles geben), die in Deutschland unter dem Titel Im Schatten meines Vaters erschien, und in der er unter anderem auch auf sein chaotisches Leben blickte, in dem er mehrfach durch Alkohol, Drogen und Prostitution mit dem Gesetz in Konflikt kam. So war Depardieu mehrfach zu Bewährungsstrafen verurteilt worden, wobei er im Juni 2008 wegen wiederholter Trunkenheit am Steuer zu einer zweimonatigen Haftstrafe verurteilt wurde. Zwischenzeitlich zerstritt er sich mit seinem Vater, der seinen Sohn 2003 in einem Interview mit der Paris Match als „schwierig und unverbesserlich“ ansah, woraufhin Guillaume Depardieu ihn in den französischen Medien als „Lügner“ und „Betrüger“ beschimpfte. Am 13. Oktober 2008 verstarb Guillaume Depardieu in einem Krankenhaus in der Nähe von Paris an den Folgen einer akuten Lungenentzündung, die durch eine Virusinfektion ausgelöst worden war.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,327806,00.html

Peter Riedesser

September 21, 2008

Peter Riedesser wurde 1945 in einem kleinen Dorf in Oberschwaben geboren und verstarb am 19.9.2008. Er war ein deutscher Kinder- und Jugendpsychiater.

Riedesser galt als Experte für Traumata. Er befasste sich in seinen Forschungen mit Störungen der Psyche von Kindern. Er war ärztlicher Leiter der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sowie Lehrstuhlinhaber für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Hamburg.

Riedesser war sozial engagiert. So gründete er Hilfsprojekte für minderjährige Kriegsopfer. Auch war er Verfechter der philosophischen Aufklärung und Mitglied des Beirates der Giordano Bruno Stiftung.

  • Aufrüstung der Seelen. Militärpsychiatrie und Militärpsychologie in Deutschland und Amerika (mit Axel Verderber). Dreisam, Freiburg im Breisgau 1985, ISBN 3-921472-96-2
  • Lehrbuch der Psychotraumatologie (mit Gottfried Fischer). Reinhardt, München 1998, ISBN 3-497-01336-6 (zuletzt in 3. Auflage 2003)
  • „Maschinengewehre hinter der Front“. Zur Geschichte der deutschen Militärpsychiatrie (mit Axel Verderber). Fischer, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-596-10876-4 (zuletzt in 2. Auflage 2004)
  • Schwerpunktthema: Beziehung – Entwicklung – Nachhaltigkeit. Denkansätze aus Psychoanalyse und Kinder- und Jugendpsychiatrie. Beiträge eines Symposiums zum 60. Geburtstag von Peter Riedesser, hrsg. von Hubertus Adam.[Festschrift.] Psychosozial-Verlag, Gießen 2007

http://hpd.de/node/5330

 

Earl Palmer

September 21, 2008

Earl C. Palmer wurde am 25.10.1924 in New Orleans geboren und verstarb am 19.9.2008 in Los Angeles. Er war ein US-amerikanischer R&B- und Rock’n’Roll-Schlagzeuger.

Bereits im Alter von vier Jahren bekam Palmer als Stepptänzer mit rhythmischen Mustern zu tun. Nur wenig später begann er Schlagzeug zu lernen. Nach seiner Zeit beim Militär schloss er sich 1947 der Begleitband von Dave Bartholomew an. 1949 war er der Drummer auf Fats Dominos erstem Hit The Fat Man und bis 1957 spielte er in den J&M-Studios von Cosimo Matassa auf verschiedenen berühmten Rock’n’Roll-Aufnahmen, darunter einige von Little Richard (Tutti Frutti), Lloyd Price (Lawdy Miss Clawdy) und Smiley Lewis (I Hear You Knockin’). 1957 führte eine Session für Shirley & Lee dann zu einem Job-Angebot von Eddie Mesner, dem Leiter von Aladdin Records.

So kam es, dass Palmer nach Los Angeles zog, wo er auch einige Aufnahmen als Bandleader veröffentlichte, darunter den Song Johnny’s House Party, sich ansonsten jedoch weiterhin als Studiomusiker betätigte. Neben seiner Arbeit für Phil Spector (unter anderem bei Ike und Tina Turners River Deep – Mountain High und bei You’ve Lost That Lovin’ Feelin’ von den Righteous Brothers) und Motown spielte er auf Aufnahmen von Frank Sinatra, Ray Charles, Sam Cooke, B.B. King, Eddie Cochran, Johnny Otis, Duane Eddy, Ritchie Valens, Neil Young, Elvis Costello, Bonnie Raitt,Randy Newman, den Monkees, Professor Longhair, Taj Mahal, Van Dyke Parks und Roy Brown.

1999 wurde Palmers Biographie Backbeat: Earl Palmer’s Story veröffentlicht und 2000 wurde er in der Kategorie „Sidemen“ in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Palmer starb 83-jährig am 19. September 2008 in seinem Haus in Los Angeles.

Richard Wright

September 16, 2008

Richard Wright wurde am 28.7.1943 in London geboren und verstarb am 15.9.2008. Er war ein britischer Musiker und Songschreiber. Bekannt wurde er als Gründungsmitglied, Keyboarder und Sänger der Rockband Pink Floyd, der er bis 1981 und nochmals ab 1987 angehörte.

Rick Wright besuchte die elitäre Haberdashers-Schule und entwickelte ein reges Interesse für antike griechische Architektur. So entschloss er sich, nach der Schule Architektur zu studieren. Er schrieb sich am Regent-Street-Polytechnikum ein, wo er seine späteren Bandkollegen Nick Mason und Roger Waters kennenlernte. Seit 1964 spielten die drei in verschiedenen Bands zusammen. 1965 kam Syd Barrett hinzu und man nannte sich künftig The Pink Floyd Sound, später einfach nur noch Pink Floyd. In den späten 1960er Jahren, während der Phase der Band, die direkt an die Abschiebung Barretts und die Rekrutierung von David Gilmour anschloss, war Wright neben Waters der profilierteste Songschreiber der Band. Stücke wie Paint BoxRemember a DaySee-SawIt Would Be So Nice und Summer ’68 stammten vollständig aus seiner Feder; spätere Hauptbeiträge waren The Great Gig In The SkyUs And Them und Teile von Shine on You Crazy Diamond. Ansonsten konzentrierte er sich in den 1970er Jahren mehr auf seine Rolle als Musiker, wobei sein wichtiger Beitrag zur Band von der Öffentlichkeit und von Waters stets eher unterbewertet zu werden pflegte.

Rick Wright brachte sich das Klavierspielen selbst bei. Seine Spielweise war vor allem vom Jazz beeinflusst. Aber auch die klassischen Werke Bachs und Beethovens spielten für ihn eine wichtige Rolle. Seine kompositorischen Ideen waren stark von ungewöhnlichen, farbenreichen und komplexen Harmoniewechseln geprägt, die Einflüsse aus dem modernen Jazz wie aus der Romantik zeigten. Das zeichnet Stücke wie den letzten Teil von „Shine On You Crazy Diamond (Part 9)“, „The Great Gig In The Sky“, „Us And Them“, „Burning Bridges“ und „Summer ’68“ aus.

Am 15. September 2008 erlag Rick Wright, für die Öffentlichkeit überraschend, einem Krebsleiden.