Georg Kreisler wird am 18.7.1922 in Wien geboren und stirbt nach vielen Stationen in seinem Leben am 22.11.2011 in Salzburg. Er war ein österreichischer Pianist, Komponist, Schriftsteller und  Kabarettist. Die Zeitung „Der Standard“ vom 23.11.2011 schreibt: “ Auf Georg Kreisler passen viele Zuschreibungen, er ist ein Stück Kulturgeschichte!“ Er wird lange verkannt, angefeindet, erst mit dem Alter wird er gewürdigt, einem Umstand dem  er sehr zwiespältig begegnet. Er selber bezeichnet sich als einen Heimatlosen, Ausgestossenen, Ruhelosen und Nomaden. Seine Heimat liegt in der Musik. Seine Tochter, Sandra Kreisler, bezeichnet ihn als ein Genie.

Georg Kreisler wird in Wien als Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts geboren. Er lernt sehr früh, dass er Jude ist, er spürt  das Verfolgtsein, da der Antisemitismus in seiner Kindheit und Jugendzeit bereits allgegenwärtig ist. 1938 emigriert er nachdem er von der Schule verwiesen wird als 16-Jähriger zwangsweise mit seinen Eltern nach Los Angeles in die Vereinigten Staaten um den Schreckenstaten des Nationalsozialismus zu entgehen. Er versucht in Hollywood in der Filmbranche Fuß zu fassen, was sich als sehr schwierig erweist, da er in ein eher feindseliges Klima gerät. Einen Höhepunkt anderer Art stellt die Bekanntschaft mit Charlie Chaplin dar, der ein freundlicher und entgegenkommender Mensch ist und unter anderem kaum Klavier spielen kann. Georg Kreisler spielt in einigen Filmen, wo Charlie Chaplin am Klavier zu sehen ist für ihn. Er verdient darüber hinaus mäßig Geld als Nightclubentertainer. Da er seiner Zeit wohl stets voraus ist, bleibt er  und dies fast bis ins hohe Alter verkannt.

1955 zieht er auf mehr Erfolg hoffend wieder nach Wien zurück und wird dort als Kabarettist Mitglied des „Namenlosen Ensembles“ um die jungen Wilden wie Gerhard Bronner, Peter Wehle und Helmut Qualtinger. Sein Lied „Tauben vergiften im Park“ entstammt dieser Zeit. Er bleibt allerdings weiterhin verkannt. Die Rolle Georg Kreislers besteht im Beschreiben von Schurken, Misshandelten, Misshandelnden und insgesamt Misständen. Luise Martini beschreibt ihn in dieser goldenen Zeit des Kabaretts in  einem vom Österreischischen Rundfunks 2007 gestalteten Interviews als „a star is born“ und als Schreiber von brillianten Liedern. Er war für die Garde „der Schurli“. Seine Lieder zeichnen sich durch eine beissende Kritik an Politik und Gesellschaft aus. Seine „heisse Viertelstunde“ im österreichischen Rundfunk, die aktuelle Themen musikalisch aufbereitet kritisch aufzeigt, hebt sich 1968 im konservativen Klima Österreichs ziemlich vom normalen Kabarettprogramm ab. Im Studio sitzt immer ein Aufpasser, berichtet Kreisler, damit er nicht vom bereits lange im Vorfeld dem Rundfunk vorgelegten Manuskript abweicht. Am 12.1.1968 wird aus verschiedenen Gründen die letzte Sendung ausgestrahlt.

Er arbeitet ab 1976 in Folge in Berlin. Er bezieht in seinen Liedern immer deutlicher und kritischer Stellung. In „Wo der Pfeffer wächst“ kritisiert er radikal die deutschen gesellschaftlichen Umstände. In seiner dritten Frau Barbara Peters findet er auch eine Schauspielpartnerin. Allerdings fasst er letztlich auch in der Berliner Kabarettszene aufgrund seiner Bissigkeit nicht wirklich Fuss. 1988 verlasst er Berlin und kehrt nach Österreich zurück, in Folge führen seine Stationen über Basel letztlich ab 2007 wiederum nach Salzburg. Er schreibt dieses Nomadentum seiner Entwurzelung durch den Antisemitismus in seiner Jugendzeit zu. Er nimmt immer wieder Abstand von Orten, wenn er meint es stagniere etwas in seinem Leben. Die österreichische Staatsbürgerschaft erhält er bis zuletzt nicht zurück. Kreisler selbst sieht sich selbst nicht mehr als Österreicher und wirft dem Staat vor, die Staatsbürgerschaft nur jenen wieder verliehen zu haben, die sich nach dem Anschluss arangiert hätten: „Aber auf keinen Fall bin ich Österreicher, denn im Jahre 1945, nach Kriegsende, wurden die Österreicher, die 1938 Deutsche geworden waren, automatisch wieder Österreicher, aber diesmal nur diejenigen, die die Nazizeit mitgemacht hatten. Wer unter Lebensgefahr ins Ausland geflüchtet wurde, also auch ich, bekam seine österreichische Staatsbürgerschaft nicht zurück!“

Georg Kreisler heiratet in seinem Leben drei Mal, die zweite Frau ist Topsy Küppers, die dritte Frau ist Barbara Peters, er hat zwei Söhne und eine Tochter, Sandra Kreisler, die als Chansonnière in Berlin auftritt und lebt.

Die ersten Aufnahmen von 1947 in Amerika geschrieben, bleiben als in Amerika abgelehnt unangetastet bis sie 2005 im Rahmen seiner Biographie „Georg Kreisler gibt es gar nicht“ aufgelegt werden. Aus dieser Zeit stammt das Lied „Please shoot your Husband“. Nach 2001 tritt er nicht mehr mit seinen Liedern auf, sondern schreibt Texte und komponiert. Er hätte sich in seinem Leben sehr gerne an einem Theater als Dramaturg oder Stückeschreiber verwirklicht, was ihm verwehrt bleibt. Im Jahr 2000 wird seine Oper „Der Aufstand der Schmetterlinge“ in den Wiener Sofiensälen uraufgeführt, worin er wiederum satirisch den gängigen Kunstbetrieb aufs Korn nimmt, in dem Künstler nur dann Erfolg haben, wenn sie tot sind. 2002 wurde Kreislers Stück „Adam Schaf hat Angst“ uraufgeführt. Er nutzt seine Zeit zum Schreiben eines Romans und seiner zweiten Oper. Er erhält in den letzten Jahren vor seinem Tod im Ausland und letztlich auch im Inland zahlreiche Auszeichnungen, denen er bis zuletzt zwiespältig gegenüber steht. Zuletzt ehrt ihn die Stadt Bad Homburg 2010 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis für sein Lebenswerk.In der bissigen Symbiose zwischen Ton und Wort bleibt er genial.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/ein_tieftrauriger_anarchist_1.13394255.html 

http://www.georgkreisler.info/

Columbo and the Dog

Juni 26, 2011

http://www.youtube.com/watch?v=P5HRVz_bSqg&playnext=1&list=PL092CDA7BAB09FC8E


Peter Falk wird am 16.9.1927 in New York geboren und verstirbt am 23.6.2011 in Beverly Hills. Er war ein amerikanischer Schauspieler und Filmproduzent, der durch die Rolle des Inspektor Columbo berühmt wird.
Seine Mutter stammt aus Russland und sein Vater aus Polen. Peter Falks Urgroßvater Miksa Falk ist Chefredakteur des Pester Lloyd. Seine Eltern sind jüdischer Abstammung und betreiben ein Bekleidungsgeschäft. Nach eigener Aussage beschäftigt sich Peter Falk nach seiner Bar Mizwa im Alter von 13 Jahren nicht mehr mit Religion. Im Alter von drei Jahren muss er sich einer Augenoperation unterziehen, nachdem man einen Tumor entdeckt. Seine Auge wird durch ein Glasauge ersetzt. Erste Bühnenerfahrung sammelt er im Alter von zwölf Jahren, als er bei dem Stück The Pirates of Penzance mitspielt. Nach seiner Schulzeit ist er zunächst orientierungslos. Er bewirb sich bei der Marine, wo man ihn wegen seiner „Behinderung“ ablehnt, er begibt sich 18 Monate als Koch bei der Handelsmarine auf See. Wieder zurück, entscheidet er sich für eine solide Ausbildung. Er schließt seine Ausbildung mit dem Bachelor of Arts in Literatur- und Politikwissenschaften sowie dem Master of Public Administration ab. In Folge bewirbt er sich beim US-Geheimdienst CIA und wird 1953 mit der Begründung abgelehnt, dass er sich mehrere Monate lang in einem „kommunistischen Land“ – Jugoslawien aufgehalten habe. Diese Entscheidung des CIA ist typisch für die damalige politische Stimmung der „McCarthy-Ära“ in den Amerika. Schließlich nimmt er eine Anstellung bei einer Finanzbehörde an. Nach der Arbeit spielt er in einer Laienspielgruppe und sammelt weitere Bühnenerfahrung.
Nachdem sein für die Schauspielerei entdeckt wird kehrt er nach New York zurück und spielt in Off-Broadway-Stücken sowie kleinen Fernsehproduktionen mit. Ein erstes Engagement fürs Kino bei Columbia Pictures scheitert wiederum an seiner Behinderung am Auge. 1958 erhält Peter Falk dann doch seine erste kleine Kinorolle in einem Film der Produktionsfirma Warner Brothers.
1960 heiratet er seine langjährige Freundin, die Pianistin Alyce Mayo. Im selben Jahr spielt er in dem Kriminalfilm Unterwelt seine erste größere Rolle – einen brutalen Auftragskiller („Abe Reles“). 1961 spielt er „Joy Boy“ in Frank Capras letztem Kinofilm „Die unteren Zehntausend“. Für beide Rollen wird er als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert. Er erhält immer öfter Aufträge sowohl für den Film als auch am Theater. Seine erste Rolle in einer Fernsehserie bekommt er 1965 in „The Trials of O’Brien“, die er selbst mit produziert. Die Geschichte des Rechtsanwalts O’Brien kommt aber trotz guter Kritiken beim Publikum nicht an und läuft nur 22 Folgen lang. 1968 spielt Peter Falk zum ersten Mal die Rolle mit der er künftig identifiziert werden wird – den Inspektor Columbo in „Mord nach Rezept“. 1971 startete „Columbo“ aufgrund des großen Erfolgs als Serie. Er schneidert die Rolle auf sich zu – mit seiner kleinen Körperstatur, dem Trenchcoat, dem alten Peugeo, dem Basset-Hund, der nur „Dog“ heißt, dem leichten Sprachfehler und der stets schrägen Körperhaltung, die der Inspektor annimmt, wenn er dem Täter die allerletzte, die überführende Kernfrage stellt, die er stets mit „Just one more thing“ (…eine Frage hätte ich da noch…) beginnt. Insgesamt löst er als „Inspektor Columbo“ im Laufe von 35 Jahren 69 Fälle.
1977 trennt sich der Peter Falk von seiner Ehefrau Alyce, mit der er zwei Töchter, Jackie und die adoptierte Catherine hat und heiratet die um 23 Jahre jüngere Schauspielerin Shera Danese, die er beim Dreh der Columbo-Folge „Mord im Bistro“ kennenlernt und mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebt. 1987 holt Wim Wenders Peter Falk für seinen Film „Der Himmel über Berlin“ nach Deutschland. Er spielt sich darin selbst. 2007 wird seine Alzheimer Erkrankung publik, er entwickelt zunehmend eine Demenz, so dass 2009 seine Frau zum Vormund bestimmt wird. Am 23.6.2011 verstirbt er in seinem Haus in Beverly Hills.

http://www.icolumbo.de/

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/6920

Annie Suzanne Girardot wird am 25.10.1931 in Paris geboren und verstirbt am  28.2.2011 in Paris. Sie ist eine französische Schauspielerin, die in mehr als 150 Film- und Fernsehproduktionen mitwirkt.

Sie wächst in der Normandie auf und erlernt vorerst wie ihre Mutter den Beruf der Krankenschwester. Anschließend geht sie nach Paris und nimmt Schauspielunterricht. 1950 beginnt sie ihr Schauspielstudium am Pariser Conservatoire national supérieur d’art dramatique, das sie 1954 mit Auszeichnung abschließt. 1962 heiratet Annie Girardot den italienischen Schauspieler Renato Salvatori, der 1988 verstirbt. Mit ihm hat sie eine gemeinsame Tochter, Guilia Salvatori, die 1962 auf die Welt kommt und ebenfalls Schauspielerin wird. Zum Frühwerk Annie Girardots gehört unter anderem Luchino Viscontis „Rocco und seine Brüder“ (1960) an der Seite von Alain Delon. Die französische Schauspielerin wird jedoch mehr mit jenen gesellschaftspolitischen Thrillern, die in den 1970ern unter anderem in der Regie von André Cayatte entstehen, in Verbindung gebracht – „Aus Liebe sterben“, 1970; „Kein Rauch ohne Feuer“, 1973; „Jedem seine Hölle“, 1977. Ab 2000 dreht Annie Girardot mit  Michael Haneke in seiner Adaption von Elfriede Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“, Annie Girardot spielt in dem Film an der Seite von Isabelle Huppert die despotische, sadistische Mutter. Für Caché holt Haneke sie noch ein zweites Mal vor die Kamera. Ab 2003 erkrankt sie an Alzheimer und sie stirbt am 28.2.2011 im Kreis ihrer Familie im Pariser Hôpital Lariboisière.

http://www.zeit.de/kultur/film/2011-02/film-kino-annie-girardot-tot