Ivana Brlić-Mažuranić

Dezember 27, 2008


Ivana Brlić-Mažuranić wurde am 18.4.1874 in Ogulin geboren und verstarb am 21.9.1938 in Zagreb. Sie war eine kroatische Kinderbuchautorin. Sie ist eine der berühmtesten und bedeutendsten kroatischen Schriftstellerinnen. Als wohl bekannteste kroatische Schriftstellerin von Märchen wird sie auch „kroatischer Andersen“ oder „Königin von kroatischen Geschichten“ genannt.
Sie ist die einzige kroatische Autorin, die sogar zweimal für den Nobelpreis für Literatur vorgeschlagen wurde.

Sie stammt aus der bekannten kroatischen Familie Mažuranić (ihr Großvater Ivan war Schriftsteller und Politiker sowie kroatischer Banus, ihr Vater Vladimir Jurist und Schriftsteller). Mit der Heirat im Jahre 1892 mit Vatroslav Brlić, Politiker und Rechtsanwalt in Slavonski Brod, kam sie in eine weitere allgemeinbekannte Familie, die ebenfalls, wie die Familie Mažuranić, von großer Bedeutung für die kroatische Gesellschaft im öffentlichen und kulturellen Leben war. Die sehr gebildete und belesene Ivana Brlić-Mažuranić sprach mehrere Sprachen. Ihre Werke wurden in hoher Auflage herausgegeben und in fünfzehn Sprachen übersetzt. 1878 übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Karlovac und 1882 schließlich nach Zagreb. 1883 war das Jahr ihrer ersten dichterischen Versuche. Sie schrieb die Gedichte „Ma Croatie“ und „Le bonheur“ und zwar beide auf französisch. Ihr dichterischer Versuch in der Muttersprache erfolgte 1886 mit dem Gedicht „Zvijezdi moje domovine“. Schon ein Jahr nach der Hochzeit, kam ihre Tochter Nada zur Welt. Daraufhin folgten fünf weitere Kinder: Sohn Ivo (1894), Sohn Vladimir (1895), Tochter Zdenka (1899), Sohn Nikola (1902) und Tochter Nedjeljka (1917). Als Mutter von sechs Kindern hatte sie die Möglichkeit sich mit der Kinderpsyche vertraut zu machen und so die Reinheit und Naivität ihrer Welt zu verstehen. Die nächsten Jahre standen im Zeichen der Veröffentlichung ihrer Werke. Im Jahre 1937 wurde sie Berichterstatterin der Akademie JAZU (heute HAZU) und auf diese Weise wurde sie erstes weibliches Mitglied dieser hohen wissenschaftlichen kroatischen Institution. Von dieser Akademie wurde sie zweimal für den Nobelpreis für Literatur vorgeschlagen (1931 und 1938).

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Ilse Bing, Queen of the Leica

Dezember 21, 2008

lse Bing wurde am 23.3.1899 in Frankfurt am Main geboren und verstarb am 10.3.1998 in New York. Sie war eine deutsch-amerikanische Fotografin.

Ilse Bing wurde in eine wohlhabende jüdische Frankfurter Kaufmannsfamilie als Tochter des Kaufmanns Louis Bing und seiner Frau Johanna Elli Bing, geb. Katz, geboren. Sie nahm 1920 das Studium der Mathematik und der Physik an der Frankfurter Universität auf, wandte sich dann der Kunstgeschichte zu und verbrachte das Wintersemester 1923/1924 an demKunsthistorischen Institut Wien. Ihre fotografische Praxis entstand mit der 1924/1925 aufgenommenen Arbeit an einer Dissertation über den Architekten Friedrich Gilly. Zu Dokumentationszwecken erwarb sie eineVoigtländer 9×12 cm. Als sie 1929 ihr Studium beendete und die Dissertation aufgab, wandte sie sich gänzlich der Fotografie zu, erwarb eine Leica und arbeitete fotojournalistisch. Erste Reportagen publizierte z. B. „Das Illustrierte Blatt“, Frankfurt. 1930 konnte sie im „Neuen Frankfurt“ eine Dokumentation über das von dem Architekten Mart Stam entworfene Altersheim in Frankfurt veröffentlichen. Im selben Jahr siedelte Bing nach Paris um und setzte hier ihre fotografische Arbeit fort. Sie erhielt unter anderem durch die Vermittlung des ungarischenJournalisten Heinrich Guttmann Reportageaufträge. 1931 stellte sie ihre Arbeiten in Frankreich und Deutschland aus. Neben ihren Arbeiten an Fotoreportagen experimentierte Ilse Bing während des Jahres 1934 im Fotolabor mit der Technik der Solarisation; unabhängig von den parallel entstehenden Werken von Man Ray. Nach ihrer Teilnahme an einer Gruppenausstellung in der Julien Levy Galerie im New York des Jahres 1932 wurden 1936 in der „Internationalen Ausstellung zeitgenössischer Fotografie“ im Pariser „Musée des Arts décoratifs“ Werke von ihr gezeigt. 1937 war sie Teilnehmerin in der von Beaumont Newhall organisierten Ausstellung „Photographie 1839–1937“ im Museum of Modern Art, New York. Nach dem Einfall deutscher Truppen in Frankreich wurde Bing 1940 gemeinsam mit ihrem Mann, dem deutschen Pianisten und Musikwissenschaftler Konrad Wolff, den sie 1937 geheiratet hatte, in einem Lager in Gurs/Frankreich interniert. Über Marseille gelang beiden die Emigration in die Vereinigten Staaten. Sie ließen sich in New York nieder. Bis 1957 fertigte Ilse Bing hauptsächlich Kinderporträts an. 1947 unternahm sie eine Reise nach Deutschland und Frankreich, 1951 und 1952 besuchte sie Paris. Sie fotografierte zu dieser Zeit mit einer Mittelformatkamera (Rolleiflex). 1957 wandte sie sich von der Schwarz-Weiß-Fotografie ab und konzentrierte sich auf die Arbeit mit Farbnegativen. 1959 gab sie die Fotografie auf. In der Folge entstanden Texte, Collagen und Zeichnungen. Ilse Bings Werk wurde in den 1970ern neu entdeckt. 1976 fand eine erste Einzelausstellung in der „The Witkin Gallery“ statt, das Museum of Modern Art initiierte die Veröffentlichung ihrer Fotografien bei Ikon Press, New York, „Numbers in Images“, 1982 folgte „Women from the Cradle to Old Age“. Ilse Bing trat ab 1984 in den USA und Deutschland vielfach als Referentin zur Entwicklung der modernen Kunst, insbesondere der Fotografie, hervor. 1990 erhielt sie den Woman’s Caucus for Art Award, New York. 1993 wurde ihr eine weitere Auszeichnung verliehen, der “First Gold Medal Award for Photography“ vom National Arts Club, New York.

http://www.leegallery.com/bing.html

Liv Johanne Ullmann

Dezember 18, 2008

Liv Johanne Ullmann wird am 16.12.1938 in Tokio geboren. Sie ist eine norwegische Schauspielerin und Regisseurin.

Liv Ullmann wird in Tokio geboren, wo ihr Vater Viggo Ullmann, ein norwegischer Ingenieur, zu dieser Zeit arbeitet. Während des 2. Weltkriegs lebt die Familie in Kanada, nach dessen Ende kehrt sie nach Norwegen zurück. Hier beginnt Liv Ullmann eine Schauspielausbildung, zunächst in Trondheim, später in London. Sie ist bereits eine bekannte Theaterschauspielerin am Osloer Nationaltheater als sie Mitte der 1960er-Jahre den schwedischen Regisseur Ingmar Bergman kennenlernt. Unter seiner Regie und an der Seite von Bibi Andersson spielt sie in „Persona“1966 eine stumme Bühnenschauspielerin. Es wird ihr Durchbruch zur internationalen Bekanntheit. Weitere Filme mit Bergman folgen, einige zusammen mit dem Schauspieler Max von Sydow. Die Arbeiten mit Bergman machen sie international bekannt. Auch privat werden die beiden ein Paar und haben 1966 eine Tochter, die Schriftstellerin Linn Ullmann. Nach fünf Jahren trennen sie sich in privater Hinsicht, arbeiten aber dennoch zusammen weiter. 1992 übernimmt sie erstmals die Regie. Ihr Debüt-Film, das Drama „Sophie“, wird von Kritikern gelobt und erhält mehrere Auszeichnungen. Mit „Die Treulosen“ kann sie im Jahr 2000 an diesen Erfolg anknüpfen. Der Film, nach einem Drehbuch von Ingmar Bergman, wird für die Goldene Palme beim Filmfestival Cannes nominiert. Im Dezember 2004 erhielt sie den Europäischen Filmpreis für ihren herausragenden Beitrag zum Weltkino. Verheiratet war Liv Ullmann mit dem Psychiater Dr. Hans Jacob Stang, später mit dem Makler Donald Richard Saunders. Im Jahr 2002 diagnostizierten die Ärzte bei ihr einen Hirnschlag und ein lebensbedrohliches Loch in einer Herzkammer. Nach einer Operation ist sie vollständig genesen. Im November 2005 stellte Liv Ullmann in Oslo ihre Autobiographie „Livslinjer“ – „Lebenslinien“ vor.

http://film-dienst.kim-info.de/artikel.php?nr=154062

http://www.aschehougagency.no/layout/set/print/books/non_fiction/biographies/bjoernstad_ketil_liv_ullmann_lifelines

Anca Parghel

Dezember 12, 2008

Anca Parghel wurde am 16.9. 1957 in Câmpulung Moldovenesc in Rumänien geboren und verstarb am 5. 12.2008 in Temeswar. Sie war eine  Sängerin des Modern Jazz.

Parghel studierte an der Musikhochschule der nordostrumänischen Stadt Iaşi und graduierte mit einer Arbeit über Charlie Parker. Sie unterrichtete  in Suceava und Bukarest Gesang, Piano und Improvisation. Unterstützt von Klaus Ignatzek und Jean-Louis Rassinfosse (CD Indian Princess) wurde sie auch in Mitteleuropa bekannt. Sie zog nach Brüssel, wo sie lehrte, sie unterrichtete aber auch an Musikhochschulen in Deutschland und Großbritannien. Sie trat mit Musikern wie Peter Herbolzheimer, Larry Coryell, Norma Winstone, Billy Hart,Archie Shepp, Claudio Roditi, Philip Catherine, Mark Levine, Tomasz Stańko oder Riccardo Del Fra auf, tourte in Deutschland auch mit dem Trio von Stephan König. In ihrer eigenen Band spielten ihre beiden Söhne. 2008 war sie an dem rumänischen Hit Brasil von Tom Boxer beteiligt. Parghel, die insgesamt 15 Alben veröffentlichte, starb an einem Krebsleiden. Die Sängerin wurde immer wieder mit der Peruanerin Yma Sumac und Ella Fitzgerald verglichen.

http://www.ancaparghel.ro/

Pata Pata

November 14, 2008

Miriam Makeba

November 14, 2008

Miriam Makeba wurde am 4.3.1932 in Prospect Township, nahe Johannesburg, Südafrika geboren und verstarb am 10.11.2008 in Castel Volturno in Italien. Sie war eine südafrikanische Sängerin und eine Vertreterin der Weltmusik. Sie setzte sich vehement gegen die frühere Apartheid-Politik Südafrikas zur Wehr und engagierte sich bis zu ihrem Tode politisch und humanitär.

Miriam Makeba kam als Kind einer Haushaltshilfe und eines Lehrers auf die Welt. Sie heiratete im Jahr 1949 und brachte 1950 ihre einzige Tochter Bongi Makeba zur Welt. Ihre musikalische Laufbahn begann Miriam Makeba als Sängerin der Gruppen Cuban Brothers und Manhattan Brothers. Später gründete sie das Frauentrio The Skylarks. Nachdem sie 1959 durch ihren Auftritt in dem Anti-Apartheid-Film Come Back Africa Aufsehen erregt hatte, kehrte sie nicht sofort in ihre Heimat zurück, woraufhin ihr die Rückreise verweigert wurde. Daraufhin half ihr Harry Belafonte bei der Einreise in die USA und bei ersten Auftritten in Los Angeles und New York. Damit begann ihre Weltkarriere. 1963 sprach sie erstmals vor der UNO und verlangte den Boykott des südafrikanischen Apartheid-Regimes. Von 1964 bis 1966 war sie mit dem südafrikanischen Musiker Hugh Masekela verheiratet. 1968 heiratete sie den Bürgerrechtler Stokely Carmichael, von dem sie sich 1973 wieder trennte. Ihr größter internationaler musikalischer Erfolg war Pata Pata (1967). Dieses Lied schaffte es in die US-amerikanischen Charts und bis auf Platz 14 in der bundesdeutschen Hitparade. Zu ihren weiteren bekannten Liedern zählen The Click SongSoweto Blues sowie eine Version von Mbube (The Lion Sleeps Tonight), die sie unter anderem auf der Feier zum 45. Geburtstag John F. Kennedys im Madison Square Garden am 19. Mai 1962 sang. Im Herbst 1974 trat sie mit James Brown, B. B. King, The Spinners und The Crusaders auf einem Großkonzert in Afrika auf. Es war Teil des Rahmenprogramms für den von Don King veranstalteten historischen Boxkampf Rumble in the Jungle (dt.: „Der Kampf im Dschungel“) zwischen dem damaligen Schwergewichtsweltmeister George Foreman und dem Ex-Weltmeister Muhammad Ali, der am 30. Oktober 1974 in Kinshasa stattfand. Ihre in erster Ehe 1950 geborene, einzige Tochter Bongi Makeba starb 1985. 1986 sang sie ein Duett mit Paul Simon auf dessen Konzert. 1987 begleitete sie ihn auf dessen Graceland-Tour. 1988 trat sie zusammen mit Hugh Masekela beim Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert in London auf. Nach drei Jahrzehnten Exil in den USA und Guinea kehrte sie 1990, auf Bitte von Nelson Mandela, nach Südafrika zurück und lebte wieder in Johannesburg. 1992 war sie an der Seite von Whoopi Goldberg in der Verfilmung des Musicals Sarafina! zu sehen. Am 26. September 2005 erklärte Miriam Makeba ihren Abschied von der Bühne. Eine letzte Welttournee führte sie noch durch die USA, Kuba, Brasilien, Venezuela, Skandinavien und Deutschland. Am 25. Mai 2006 gab Miriam Makeba auf dem 18. Africa Festival in Würzburg ihr letztes Konzert in Deutschland. Am 9. November 2008 trat Miriam Makeba auf einem Benefizkonzert für den von der Camorra bedrohten Schriftsteller und Journalisten Roberto Saviano in Castel Volturno in Italien auf. Auf der Bühne erlitt sie während einer Zugabe einen Herzinfarkt und verstarb am frühen Morgen des 10. November im Krankenhaus.

http://www.miriammakeba.co.za/

Helen Caldicott

Oktober 19, 2008

Helen Caldicott wurde am 7.8.1938 in Melbourne als Helen Broïnowski geboren. Sie ist eine australische Ärztin, Buchautorin und bekannte Atomgegnerin und Friedensaktivistin. Durch Ihre Bucherveröffentlichungen, Medienauftritte und die Gründung mehrerer Bündnisse gegen die Herstellung und Verbreitung von Kernwaffen erlangte Caldicott internationale Beachtung.

Caldicott promovierte 1961 an der University of Adelaide Medical School. Nach ihrer Arbeit am Children’s Hospital Medical Center in Boston lehrte sie von 1977 bis 1978 Pädiatrie an der Harvard Medical School. Zur Zeit des Kalten Krieges und des internationalen Wettrüstens beendete Caldicott 1980 ihre Karriere und wandte sich seitdem ihrer Arbeit als Anti-Kernwaffen-Aktivistin zu.

Schon 1971 war Caldicott Mitinitiatorin der australischen Proteste gegen französische Kernwaffentests im Pazifik. Sie war Mitbegründerin von Physicians for Social Responsibility, einer Vereinigung von über 20.000 Ärzten und Lehrstuhlinhabern mit dem Ziel, an ihren Universitäten über die Risiken der Nutzung von Kernenergie und Kernwaffen aufzuklären. Weiterhin war sie an der Gründung vonInternational Physicians for the Prevention of Nuclear War beteiligt. 2001 gründete sie in Washington D.C. das Nuclear Policy Research Institute mit dem Ziel, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Caldicott ist weltweit als Rednerin unterwegs und hat mehrere Bücher veröffentlicht. Besondere Aufmerksamkeit erregte ihr 6. Buch, The New Nuclear Danger: George W. Bush’s Military Industrial Complex, weil sie hier den Präsidenten George W. Bush scharf kritisiert. Großes Medieninteresse hatte auch ihre Briefkampagne 2003. Sie rief dazu auf, an Johannes Paul II. zu schreiben, damit dieser als lebendes Schutzschild nach Bagdad reise. Helen Caldicott war oft Gegenstand von Dokumentationen. Der Dokumentarfilm If You Love This Planet mit und über sie gewann einen Oscar, wurde von der US-Regierung aber als politischer Propagandafilm abgelehnt. Caldicott erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. So erhielt sie 1979 den Thomas Merton Award für Frieden und soziale Gerechtigkeit.

http://www.helencaldicott.com/