Ein Dokumentarfilm über Häftlinge in Rom, die im Gefängnis Rebibbia Shakespeares „Julius Cäsar“ einstudieren und aufführen. Shakespeares Erzählung vom siegreichen Feldherren, dessen Methoden und Ideen für Politik der römischen Republik zu extrem sind und die dem Tyrannen letztlich den Kopf kosten, kann heute vor dem Hintergrund brutaler Machtpolitik gesehen werden. Die Regisseure haben im Rebibbia Gefängnis, der am strengsten bewachten Institution Italiens, mit den Insassen, viele davon verbüßen lebenslange Haftstrafen, gedreht. Das Theater gehört zum Fixpunkt des Gefängnisalltags. „Durch die Entscheidung in schwarz und weiß zu drehen, bekommt der Film eine Dimension, die nicht der Wirklichkeit entspricht.“ (Vittorio Taviani) Oder doch – sowohl in Shakespeares  Theaterstück als auch in Rebibbia gilt das Recht des Stärkeren und Gewalttätigeren.

http://www.zeit.de/kultur/film/2012-02/gewinner-berlinale-2012

http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Cäsar_(Drama)

 

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„Barbara“ ist Christian Petzolds Beitrag bei der 62. Berlinale. Der Inhalt des Films zeigt einen Ausschnitt des Lebens einer Ärztin in der DDR,  die  in die Provinz versetzt wird, weil sie einen Ausreiseantrag gestellt hat…

 

 

„Wem nie durch Liebe Leid geschah, dem ward auch Lieb durch Lieb nie nah!“

„Im Allgemeinen ist das, was sich uns als Zufall darstellt eine Verknüpfung von uns unbekannten oder ungenügend bekannten Ursachen und ebensolchen Wirkungen.“

„Gescheit gedacht und dumm gehandelt, so bin ich mit meinen Tagen durch das Leben gewandelt.“

In diesem Film wird großartig die Loslösung einer Tochter von ihrer sadistischen, perfiden Mutter beschrieben. Die Entwicklung weg von einer Rigidität ohne Leidenschaft, einem die Struktur leitenden Perfektionswahn hin zu der eigenen Weiblichkeit und den eigenen Trieben. Nina soll in „Schwanensee“ sowohl den unschuldigen weißen als auch den dämonischen schwarzen Schwan verkörpern. Während sie die perfekte Besetzung für den weißen Schwan ist, muss sie für den Gegenpart der Figur lernen loszulassen und die triebhaften Seiten in sich entdecken. Die Tänzerin tritt in einen ebenso befreienden wie selbstzerstörerischen Prozess ein, bei dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen. Letztlich stirbt in ihr der weiße Schwan und es bleibt die Hoffnung der Entwicklung der Protagonistin hin zur eigenen unterdrückten Lust und Loslösung von der Allmacht der besitzergreifenden Mutter.

http://www.zeit.de/kultur/film/2011-01/black-swan-film

Jafar Panahi, geboren am 11.7.1960 in Mianeh ist einer der wichtigsten unabhängigen Filmregisseure im Iran.
Er erhält mit seinen Filmen zahlreiche Preise bei ausländischen Filmfestivals, die Filme wurden zumeist im Iran verboten.
Panahi unterstützt bei den umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 die Oppositionsbewegung „Grüne Bewegung“ von Mir Hossein Mussawi gegen den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Daraufhin wird er ohne Anklage inhaftiert. Zahlreiche internationale Intellektuelle wie Michael Moore, Steven Spielberg, Robert Redford, Abbas Kiarostami setzen sich für seine Freilassung ein. In Folge kommt der Filmemacher am 25.5.2010 gegen Zahlung einer Kaution von 200.000 US-Dollar bis zu Beginn seines Prozesses, der am 20.12.2010 stattfindet, frei. Er wird zu einer 6-jährigen Gefängnisstrafe und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt.

http://www.arte.tv/de/3606798.html