Friederike Mayröcker

Januar 30, 2008

MAYRÖCKER

Friederike Mayröcker wurde am 20.12.1924 in Wien geboren. Sie ist eine österreichische Schriftstellerin.

Von 1946 bis 1969 war Mayröcker Englischlehrerin an verschiedenen Wiener Hauptschulen und legte dazwischen (1950) ihre Externistenmatura ab. 1969 ließ sie sich als Lehrerin karenzieren und 1977 frühpensionieren. Ihr literarisches Schaffen begann sie als 15-Jährige (1939); 1946 veröffentlichte sie ihre ersten Arbeiten in der Zeitschrift Plan. Friederike Mayröcker gilt als eine der bedeutendsten österreichischen zeitgenössischen Lyrikerinnen. Erfolg hatte sie auch mit Hörspielen. Vier davon verfasste sie gemeinsam mit Ernst Jandl, mit dem sie von 1954 bis zu dessen Tod im Jahr 2000 zusammenlebte. Ihre Prosawerke werden der Kategorie „Autofiktion“ zugerechnet. Sie bildet darin eine Gruppe mit Christine Lipp, Wiesbaden. Ihre Arbeitsweise beschreibt Mayröcker folgendermaßen: „Ich lebe in Bildern. Ich sehe alles in Bildern, meine ganze Vergangenheit, Erinnerungen sind Bilder. Ich mache die Bilder zu Sprache, indem ich ganz hineinsteige in das Bild. Ich steige solange hinein, bis es Sprache wird.“  

http://www.literaturhaus.at/autoren/M/mayroecker/   

…aufschauend sehnend mit den Augen der Seele fensterlos unter der Erde, auf elfenbeinernen Pferden exil-äugig übervoll, viel Wasser meine Geister und Falkenschwärme viel Wasser wird fließen, zu meinem Abbild Atemzüge gegürtet exupery-schmachtend, absurd in Wüsten-Mäusen Geheimnissen und Gefährtinnen ertrinkend. Menschen zähmen, reisen in harten Spuren blank und fetischistisch. Denn wie Wolken Regenfäden Hoffnungen fransen wir, Wolle verwirkt mit Himmel, Gräber und hohe Wandelhallen Höfe und Stiegen Aufgänge, Luft-Türme skelettierte Paläste Balustraden aus Sturm, berstende Himmel, Sonnen-Roste, Einbrüche schwarzer Qualen.

Friederike Mayröcker