Sheep in Fog

März 6, 2011

The hills step off into whiteness.
People or stars
Regard me sadly, I disappoint them.

The train leaves a line of breath.
O slow
Horse the colour of rust,

Hooves, dolorous bells –
All morning the
Morning has been blackening,

A flower left out.
My bones hold a stillness, the far
Fields melt my heart.

They threaten
To let me through to a heaven
Starless and fatherless, a dark water.

Sylvia Plath, 1963

Dort draußen…

Januar 15, 2011

Ich möchte sterben
wenn der Tag sich neigt
auf hoher See
das Gesicht dem Himmel zugewandt
dort draußen
wird der Todeskampf zu einem Traum
und die Seele ein Vogel
der sich zum Firmament
aufschwingt

Manuel Gutiérrez Nájera

Vieltausendmal derselbe Blick
Durchs Fenster in mein Weltenstück
Ein Apfelbaum im blassen Grün
Und drüber tausendfaches Blühn,
So an den Himmel angelehnt,
Ein Wolkenband, weit ausgedehnt …
Der Kinder Nachmittagsgeschrei,
Als ob die Welt nur Kindheit sei;
Ein Wagen fährt, ein Alter steht
Und wartet bis sein Tag vergeht,
Leicht aus dem Schornstein auf dem Dach
Schwebt unser Rauch den Wolken nach …
Ein Vogel singt, und zwei und drei,
Der Schmetterling fliegt rasch vorbei,
Die Hühner fressen, Hähne krähn,
Ja lauter fremde Menschen gehn
Im Sonnenschein, jahrein, jahraus
Vorbei an unserem alten Haus.
Die Wäsche flattert auf dem Strick
Und drüber träumt ein Mensch vom Glück,
Im Keller weint ein armer Mann,
Weil er kein Lied mehr singen kann …
So ist es ungefähr bei Tag,
Und jeder neue Glockenschlag
Bringt tausendmal denselben Blick,
Durchs Fenster in mein Weltenstück …

Thomas Bernhards erste literarische Veröffentlichung 1952

Vom Fliegen

September 26, 2010

Ziehende Landschaft

Mai 10, 2009

Man muß weggehen können
und doch sein wie ein Baum:
als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft und wir ständen fest.
Man muß den Atem anhalten,
bis der Wind nachläßt
und die fremde Luft um uns zu kreisen beginnt,
bis das Spiel von Licht und Schatten,
von Grün und Blau,
die alten Muster zeigt
und wir zuhause sind,
wo es auch sei,
und niedersitzen können und uns anlehnen,
als sei es an das Grab
unserer Mutter. 

                                                           Hilde Domin

noch ana sindflud san olawäu de fenztabreln fafäud – ka fogl singd mea en de bam
und de kefa schwiman en d lokn med n bauch in da hee..

waun s d an bam beilsd foen da dropfm aum huad und en de kino drin
riacht s noch hei- und woefisch de wos en ole rein xessn san..

noch ana sindflud san olawäu de fenztabreln fafäud – owa mia san ole dasoffm
und kenan s goa nima seng wia de gaunzn kefa so fakead daheaschwiman
mia kenan s a nima gschbian wia r uns de owebeildn dropfm fon de bam
aum huad drepfön uns ged a des gschraa fon de fegl nima r oo
und unsa nosn riacht nedamoe an schbenala mea geschweige den an hei- oda woefisch..

noch ana sindflud sama r ole medaranaund saumt de hextn beag dasoffn

                                                                                                                 H.C. Artmann