Künstler aus Gugging

Januar 31, 2008

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Heinrich Reisenbauer

Januar 31, 2008

Heinrich Reisenbauer wurde 1938 in Kirchau. Heinrich Reisenbauer wurde wegen einer aufgetretenen Psychose nach dem Besuch des Gymnasiums in die Nervenklinik Gugging eingewiesen, wo er 30 Jahre lang in einer Abteilung für chronisch Kranke lebte. 1986 wurde Reisenbauer eingeladen, ins Haus der Künstler zu ziehen. Dort konnte sich sein künstlerisches Talent entfalten, und schon bald hatte er mit seinen Zeichnungen Erfolg. Seine Bilder gestaltet er in seriegraphischen Wiederholungen, wobei sich die dargestellten Objekte immer in feinen Nuancen voneinander unterscheiden. Die meist kleinformatigen Arbeiten sind mit Bleistift und Farbstiften oder Kohle gezeichnet. Reisenbauer wurde zu einem wichtigen Mitglied  der Künstler aus Gugging.

REISENBAUER

Sonne, 1996

 

Johann Garber

Januar 31, 2008

Johann Garber wurde 1947 in Wiener Neustadt geboren. Mit 19 Jahren kam er erstmals in psychiatrische Behandlung, und seit 1981 lebt er im Haus der Künstler. Er verwendet hauptsächlich Feder und Tusche auf Papier und hat als Künstler bereits international Anerkennung gefunden. Seine Zeichnungen stellen meist ein Hauptthema dar, welches bis ins kleinste Detail ausgestaltet wird. Mit ornamentalen Figuren, Tierdarstellungen und Symbolen füllt er die restliche Bildfläche. Garber stellt aber auch sehr farbige, flächig gemalte Bilder von Gegenständen, Figuren oder Tieren her. Auch Fundgegenstände wie Holzstücke, Baumschwämme und ähnliches werden von ihm bunt bemalt, ebenso wie der riesige Ofen im Haus der Künstler, der dadurch zu einem klassischen Art Brut Objekt wurde.

 

 

 
 

Johann Korec

Januar 31, 2008

Johann Korec wurde 1937 in Wien geboren. Johann Korec wuchs in Jugendheimen auf und arbeitete nach dem Besuch der Sonderschule als Knecht auf einem Bauernhof. Er wurde 1958 in die Nervenklinik Gugging eingewiesen und lebt und arbeitet dort seit 1981 im Haus der Künstler. Bereits in den 60er Jahren begann Johann Korec künstlerisch zu arbeiten. Aus dem Kopieren von Zeitungsvorlagen entwickelte er nach mehreren Jahren eine freie Maltechnik. Er stellt in seinen  Tusch- und Aquarellbildern vorwiegend Liebespaare und erotische Szenen dar, die als illustriertes Tagebuch gesehen werden können. Im unteren Teil der Bilder beschreibt er die darüber dargestellte Szene.

 

Paar, 1985 

Franz Kernbeis

Januar 31, 2008

Franz Kernbeis wurde 1935 in Priglitz in Niederösterreich geboren. Mit 17 Jahren traten bei ihm psychische Störungen auf, und er wurde in die Nervenklinik Gugging eingewiesen. Seit 1981 lebt und arbeitet er dort im Haus der Künstler. Seine Arbeiten zeigen eine archaische Formensprache. Er zeichnet meist einzelne Gegenstände und Figuren, welche sich durch ihre Dichte auszeichnen. Die Besonderheit seiner Werke machen die wie aus Stein gemeisselten, entweder mit dem Grau des  Bleistifts oder in vielen Farbschichten übereinander gestalteten Farbflächen aus. Arbeitete er in den ersten Jahren hauptsächlich mit Bleistift auf kleinen Papieren, so begann er in den 80er Jahren auch farbige größere Zeichnungen zu fertigen. 

KERNBEIS 

Flugzeug, 2003 

 

Oswald Tschirtner

Januar 31, 2008

Oswald Tschirtner wurde 1920 in Perchtoldsdorf geboren und verstarb 2008. Tschirtner studierte 2,5 Semester Chemie, bis er zum Millitär mußte. 1946 kam er aus der französischen Kriegsgefangenschaft zurück, da er wegen psychischen Problemen auffällig wurde. Nach verschiedenen Klinikaufenthalten kam er 1954 in die Nervenklinik Gugging, wo er seit 1981 im Haus der Künstler lebt. Oswald Tschirtner begann in den 60er Jahren zu zeichnen und entwickelte dabei einen Stil, der von der Darstellung von Kopffüßlern ausging. Im Laufe der Zeit schuf er völlig eigenständige Varianten und Kombinationen dieses Themas. Er zeichnet sowohl mit Feder und Tusche auf meist kleinen Papieren, als auch mit Edding auf Leinwand. Ebenso fertigt er auch minimalistisch anmutende Arbeiten an. So stellen oft nur einzelne Striche den an den oberen Blattrand geschriebenen Titel dar. Er verstarb im Alter von 86 Jahren am 30.1.2008.

TCHIRTNER

Schneefall, 1972 

August Walla

Januar 31, 2008

August Wala wurde 1936 in Klosterneuburg geboren, er verstarb 2001. Walla begann schon in seiner Jugend künstlerisch zu arbeiten. Er stellte Zeichnungen her, malte, photographierte, war Kalligraph und Lettrist und legte Zeichen und Symbole in die Landschaft. Er gestaltete seine Umgebung, indem er auch Häuser, Straßen und Bäume beschriftete, und schuf sich seine eigene Mythologie mit bekannten und selbsterfundenen  Göttern und Wesen. Die Figuren seiner polytheistischen Philosophie finden sich in allen seinen Werken. August Walla lebte seit 1983 im Haus der Künstler in Gugging. Er war einer der vielseitigsten Art Brut Künstler der Gegenwart. Er starb 65-jährig im Juli 2001.

 GOTT TEUFEL

Gott Teufel