Barbara La Marr

Februar 4, 2008

LAMARR

Barbara La Marr, eigentlich Reatha Dale Watson wurde am 28.7.1896 in North Yakima, Washington geboren und verstarb am 30.1.1926 in Altadena, Kalifornien. Sie war eine US-amerikanische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Journalistin. Bekannt auch unter ihrem Beinamen „The Too Beautiful Girl“.

Barbara La Marr wurde als Kind unbekannter Eltern und Herkunft geboren. Es existiert keine Geburtsurkunde. Als einen Monat altes Baby wurde sie von der Familie Watson adoptiert und auf den Namen Reatha getauft. Ihre Adoptiveltern gaben als ihren Geburtsort North Yakima, Washington State an, obwohl sie selbst stets auf Richmond, Virginia, beharrte und dies auch auf jeder öffentlichen Urkunde, einschließlich Heiratsurkunden, angab. Bereits als Kind und Teenager fiel sie durch ihre atemberaubende Schönheit auf.

Die Familie zog ständig um, da Barbaras Vater, William Watson, als Zeitungsherausgeber arbeitete und unter anderem in Oregon, Portland, Tacoma, Washington D.C. tätig war. In Tacoma war es auch, dass Barbara 1904 ihr Bühnendebüt als Eva in „Onkel Toms Hütte“ gab. Später, als Ihre Eltern nach Palmdale im Imperial Valley, Kalifornien, mit ihr zogen, bot sich ihr die Möglichkeit, das nicht weit entfernte Los Angeles kennen zu lernen.Im Alter von nur 14 Jahren trat sie dort als Burlesque-Tänzerin auf. Dies hatte zur Folge, dass sie verhaftet und vor das Jugendgericht gestellt wurde. Da sie minderjährig war, hatte sie mit ihren Auftritten gegen das Gesetz verstoßen.Im Verlauf des Gerichtsverfahrens bescheinigte der Richter der jungen Reatha : „You are too beautiful for your own good.“ Das Verfahren wurde zufällig von der Reporterin Adela Rogers verfolgt, die eine gute Story witterte und die schöne Barbara zu sich ins Büro kommen ließ. Das Ergebnis war ein zweiseitigen Artikel über sie im L.A. Examiner.Barbara La Marr gilt als eine der ersten Frauen aus Kalifornien, die es in der Filmindustrie zu Reichtum gebracht haben. Allerdings wird oft übersehen, dass sie vor ihrer Karriere als Schauspielerin bereits als erfolgreiche Drehbuchautorin für unterschiedliche Studios Filmskripts verfasste. Zunächst begann sie 1913 als professionelle Tänzerin, wobei sie sich den Stil von Isadora Duncan zum Vorbild nahm. Nebenbei schrieb sie Artikel, die in der Zeitung ihres Vaters veröffentlicht wurden. Barbara trat unter anderem in Chicago, New Orleans und New York auf und tanzte 1915 auf der Weltausstellung in San Francisco. Einer ihrer Tanzpartner war auch Rudolph Valentino, mit dem sie Zeit ihres Lebens befreundet blieb. Um 1918 begann sie, für Hollywood Drehbücher zu schreiben und änderte ihren Namen in Barbara La Marr. Ihre Arbeit wurde mit Begeisterung aufgenommen. Sie schrieb unter anderem die Drehbücher für Filme wie „Rose of Nome“, „The Mother of His Children“, „Little Grey Mouse“, „My Husband’s Wives“, und erhielt Gagen bis $10,000. Aufgrund ihrer Schönheit fiel Barbara La Marr den Produzenten auf und erhielt bald Angebote für kleine Rollen in Filmen, die sie jedoch ablehnte. Mary Pickford, Superstar des Films, gab ihr schließlich den Rat. „My Dear, you are too beautiful to be behind a camera. Your vibrant magnetism should be shared by film audiences.“ Louis B. Mayer, Chef des neu gegründeten Studios MGM, war auf der Suche nach neuen Gesichtern und nahm Barbara sofort unter Vertrag. Ihr erster Film wurde „Harriet and the Piper“, in dem sie zunächst eine Nebennrolle spielte. Aber das Publikum wurde sofort auf sie aufmerksam und war gebannt von der neuen Darstelerin, die nicht nur schön war, sondern darüber hinaus auch noch schauspielern konnte. Ihr endgültiger Durchbruch gelang ihr in der Rolle der Milady de Winter in „The Three Musketeers“ (1921), die ihr Douglas Fairbanks Sr. vermittelte, nachdem er sie bereits in „The Nut“ (1921) als Partnerin gewählt hatte. Barbara La Marr war eine Sensation. Weltweit begeisterte sich das Publikum für sie. Zumeist verkörperte sie den weltgewandten Vamp, die Femme Fatale, aber anders als Pola Negri oder Theda Bara besaß sie eine Verletzlichkeit und Warmherzigkeit, die ihren Charakteren oft ein gutes Ende bescherten. Ihre Aufstieg zum Ruhm war meteorgleich. Und sie drehte in der Folge einen Film nach dem anderen. Unter ihren Bewundereren befanden sich auch Kollegen wie Charlie Chaplin,Gloria Swanson, Wallace Reid und Buster Keaton. Ein weiterer Höhepunkt ihrer Karriere war „The Prisoner of Zenda“ (1922). Für das Meisterwerk „The Eternal City“ (1923) drehte sie an Originalschauplätzen in Rom, zu dieser Zeit etwas völlig Ungewöhnliches. 1924 schloss sie einen neuen Vertrag mit der First National, der ihr mehr Möglichkeiten und mehr Geld einbrachte, das sie dringend benötigte, um ihren extravaganten Lebensstiel und zunehmende Abhängigkeit von Betäubungsmitteln zu finanzieren. Mit „The White Moth“(1924) entstand ein Film, der auf einem von La Marr geschriebenen Gedicht basierte. Sie schrieb außerdem das Drehbuch und spielte die Hauptrolle. Fünf weitere Filme sollten bis 1926 folgen ehe Barbara La Marrs Tod ihre erfolgreiche Karriere für immer beendete.Ihr letzter Film „The Girl from Montmartre“ wurde posthum aufgeführt und begeisterte international das Publikum.Bei den Dreharbeiten zu ihrem dreizehnten Film „Souls for Sale“ (1923) verletzte sich Barbara La Marr unglücklich am Knöchel. Da der Film fertig gestellt werden musste, verordnete ihr der Studioarzt verschiedene Mittel, um die Schmerzen zu betäuben. Morphium und Kokain waren darunter, aber auch Heroin. Der Schauspielerin wurde zunächst nicht mitgeteilt, was sie für „Medizin“ erhielt. Als der Film abgedreht war, war sie abhängig. In Zusammenspiel mit ihrer Vorliebe für stark alkoholischen Cocktails, ergab dies eine äußerst schädliche Mischung. In den folgenden Jahren drehte Barbara La Marr einen Film nach dem anderen und führte ein reges Gesellschaftsleben. La Marr schätzte Parties und gönnte sich keine Erholung. „I never sleep more than two hours a day. I have better things to do.“ behauptete sie selbst. Ein Übermaß an Essen, Alkohol und Drogen führten zu einer Gewichtszunahme, gegen die sie mit extremen Hungerdiäten ankämpfte. Ihre zunehmenden gesundheitlichen Probleme und Drogenabhängigkeit kamen auch ihren Arbeitgebern zu Gehör, aber da La Marr nach wie vor hinreißend aussah, schien es keinen Handlungsbedarf zu geben. 1925 begab sie sich kurzzeitig in ein Sanatorium, aber kaum zurück, begann die Arbeit an ihrem nächsten Film „The Girl from Montmartre“. Während der Dreharbeiten nahm Barbara La Marr weiterhin Alkohol, Heroin und Kokain zu sich, um sich auf den Beinen zu halten. Gegen Ende des Jahres brach sie am Set zusammen und wurde nach Hause gebracht. Sie sank ins Koma. Als sie wieder erwachte, übergab sie ihren Sohn der Obhut von Zasu Pitts. Ihre Gesundheit war zerstört. Sie war aufgrund fehlender Abwehrkräfte an Tuberkulose erkrankt und wartete buchstäblich auf den Tod. Am 30. Januar 1926 verstarb sie in ihrem Haus in Altadena, Kalifornien. 

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Hedy Lamarr

Februar 4, 2008

LAMARR

Hedy Lamarr wurde am 9.11.1914 in Wien als Hedwig Eva Maria Kiesler geboren und verstarb am 19.1.2000 in Altamonte Springs, Florida. Sie war eine österreichische Filmschauspielerin. Sie erfand außerdem zusammen mit dem Komponisten George Antheil das Frequenzsprungverfahren, das heute in der Mobilfunktechnik eine wichtige Rolle spielt.

Lamarrs Vater Emil Kiesler war ein jüdischer Bankdirektor, die Mutter Gertrud, geb. Lichtwitz, Konzertpianistin. Schon in ihrem dritten Film Man braucht kein Geld mit Heinz Rühmann und Hans Moser hatte Lamarr eine Hauptrolle. Der tschechoslowakische Film Symphonie der Liebe (besser bekannt unter dem Titel Ekstase) von 1933 war aufgrund seiner Nacktszenen ein Skandal. Aber nicht nur die zehnminütige Nacktszene – ein Bad in einem See und der anschließende Gang nackt durch einen Wald – sorgte für Aufsehen, sondern vor allem eine Liebesszene, in der lediglich ihr sexuell erregtes Gesicht zu sehen war.Sie heiratete am 10. August 1933 den reichen Wiener Industriellen Fritz Mandl, einen herrschsüchtigen und eifersüchtigen Mann, der ihr das Filmen verbot. Er verlangte anlässlich der Hochzeit am 10. August 1933 in der Wiener Karlskirche von ihr, dass sie vom jüdischen zum katholischen Glauben übertrat. Am gemeinsamen Wohnsitz, Schloss Schwarzenau in Niederösterreich, verkehrte Prominenz wie Ödön von Horváth oder das Ehepaar Franz und Alma Werfel. Mandl war Waffenfabrikant, der unter anderem auch mit dem Nationalsozialistischen Deutschland Geschäfte machte. Sie floh vor ihm 1937 nach Paris und von dort nach London.

Der Journalist Karl J. Spurzem beschreibt ihre Flucht aus Österreich so:
Die schönste Frau der Welt hatte einen Plan. Am Abend würde ihr Gatte sie wie jeden Abend aus dem goldenen Käfig holen und sie mit ein, zwei der kostbaren Juwelen aus seinem Tresor behängen. Aber heute würde der österreichische Faschist Fürst Starhemberg zum Dinner kommen, und ihr Mann Fritz Mandl würde ihm nur zu gern möglichst viele Waffen aus seiner Waffenfabrik verkaufen. Also schlug die schönste Frau der Welt dem Gatten vor, dass er sie heute ausnahmsweise mit allen Juwelen behänge, damit der Chef der Heimwehr beeindruckt und zu einem großen Geschäft ermuntert würde. Ihr Auftritt war eine Sensation. Von den Fingern bis ins Haar – nichts als Kristall, weiß, rot, blau, grün, Smaragde, Rubine, Diamanten, sie musste so viel wie ein Maharadscha gewogen haben. Vor dem Dessert entschuldigte sie sich für einen Moment. Kopfweh. Sie kam nicht zurück. Am Morgen war sie auf einem Schiff nach Übersee, samt den Juwelen, ihrer Schönheit, ihrer Klugheit, ihrem Talent.

Lamarr ging in die USA und wurde vom Studio als schönste Frau der Welt und als Nachfolgerin von Marlene Dietrich und Greta Garbo gepriesen. Filmmogul Louis B. Mayerentdeckte die gutaussehende Schauspielerin und nahm sie für MGM unter Vertrag. Gleichzeitig gab er ihr den Künstlernamen Hedy Lamarr, wobei er sich direkt auf den berühmten Stummfilmstar Barbara La Marr bezog, die seinerzeit unter dem Titel The Girl Who Was Too Beautiful bekannt war. Allerdings entsprachen Lamarrs schauspielerische Leistungen nicht ihrem blendenden Aussehen.

Trotzdem schaffte sie durch die Mitwirkung in dem Streifen Algiers im Jahre 1938 an der Seite von Charles Boyer eine Sensation. Praktisch über Nacht kopierte jede Schauspielerin ihre Mittelscheitel-Frisur, und brünett wurde zur Modefarbe der späten Dreißigerjahre. Joan Bennett trieb die Mimikry so weit, dass sie für den Streifen Trade Windsihre bislang blonden Haare à la Lamarr färbte und für den Rest ihrer Karriere so behielt. Gleichzeitig war Lamarr für eine Renaissance des Huts als Accessoire für Schauspielerinnen verantwortlich. Wobei die drei Buchstaben H-U-T kaum beschreiben, was Hedy in ihrer Glanzzeit alles auf dem Kopf trug: Turbane, Schals, Schleier und sogar an Thailandgemahnende mehrstöckige Kreationen.
Louis B. Mayer wollte aus Hedy Lamarr den größten Star des Studios machen und betraute damit zunächst Josef von Sternberg, der bei ihrem MGM-Debüt, dem Streifen I Take This Woman, Regie führen sollte. Pleiten, Pech und Pannen begleiteten von Beginn an diese Produktion, die über 16 Monate dauerte, bei der sich drei Regisseure abwechselten und fast die komplette Besetzung mittendrin ausgewechselt wurde. Am Ende bezeichneten manche den Film als I Retake This Woman und das fertige Ergebnis war ein ausgewachsener Flop. Lamarr selbst wirkte nebenbei noch in Lady Of The Tropics neben Robert Taylor mit, der schließlich sogar noch früher in den Verleih kam.Im Studio galt Lamarr als träge, wenig ambitioniert und relativ schwierig. Sie spielte gelegentlich gute Rollen, doch meistens war sie als dekoratives Beiwerk zu sehen. Dies gilt insbesondere für ihren größten kommerziellen Erfolg, den Film Samson und Delilah, bei dem Cecil B. DeMille Regie führte. Lamarr behauptete in späteren Jahren oft, sie hätte viele gute Rollen abgelehnt, so Casablanca und Gaslight.
Neben manchen Affären fand die Schauspielerin noch Zeit, sechs Mal zu heiraten. Ihre Ehemänner waren neben Fritz Mandl, Gene Markey, Sir John Loder, Teddy Stauffer, W. Howard Lee sowie Lewis J. Boles. Sie hatte drei Kinder.

In den Sechzigerjahren wurde eine Anzeige wegen Ladendiebstahls gegen sie bekannt. Ihre Biographie Exctasy and Me kam Mitte des Jahrzehnts heraus. Kurze Zeit nach dem Erscheinen verklagte Lamarr den Co-Autor auf eine hohe Summe Schadenersatz, da er die Fakten verdreht hätte.Anfang der 1990er Jahre benutzte der Softwarekonzern Corel ein retuschiertes Foto von Hedy Lamarr als Verpackung für die Grafiksoftware Corel Draw 8. Resultat war eine Klage über fünf Millionen US-Dollar mit dem Ziel, Corel die Benutzung des Fotos zu untersagen. Hedy Lamarr lebte zu dieser Zeit sehr zurückgezogen und fürchtete um ihre Privatsphäre. Man einigte sich schließlich außergerichtlich in einem Vergleich, und Corel wurde eine Lizenz zur Nutzung des Fotos zugestanden.

Die letzten Jahrzehnte ihres Lebens verbrachte Lamarr zurückgezogen in Florida. Obwohl sie Österreich und insbesonders Wien immer als „ihre“ Heimat sah, war es ihr vor ihrem Tode nicht mehr vergönnt, noch einmal zurück zu kommen.
Es soll Lamarrs letzter Wille gewesen sein, dass ihre Asche im Wienerwald verstreut wird. Zum Teil entsprachen ihre Kinder Anthony Loder und Deedee Loder diesem Wunsch, indem sie einige Jahre nach Lamarrs Tod die Hälfte der Asche im Grüngebiet „Am Himmel“ verstreuten, das sich am Stadtrand von Wien befindet und zu den Ausläufern des Wienerwaldes zählt. Die Szene wurde Teil des Films „Calling Hedy Lamarr“. Anthony Loders Anliegen, die restliche Asche seiner Mutter möge in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt werden, scheint infolge von Unstimmigkeiten bislang nicht realisiert worden zu sein.