Jacob Burckhardt

Januar 29, 2008

BURCKHARDT

Jacob Christoph Burckhardt wurde am 25.5.1818 in Basel geboren und verstarb am 8.8.1897 ebenda. Er war ein bedeutender Schweizer Kulturhistoriker mit Schwerpunkt in Europas Kunstgeschichte. 

Jacob Burckhardt wurde 1818 in Basel als viertes von sieben Kindern geboren. Er stammte aus einer alten und sehr erfolgreichen Basler Familie, siehe Daig. Etliche Vorfahren waren Geistliche, auch sein Vater Jacob Burckhardt war Pfarrer der reformierten Kirche in Basel. Da er der Münstergemeinde vorstand, war er gleichzeitig auch »Antistes«, der Vorsteher der Basler Geistlichkeit. Im Elternhaus und auf dem Gymnasium erhielt Burckhardt eine umfassende humanistische Bildung. Seine Lehrer vermittelten ihm ausgezeichnete Kenntnisse in Französisch, Italienisch sowie in den alten Sprachen und förderten seine historischen und literarischen Neigungen. In seiner Heimatstadt studierte Jacob Burckhardt seit 1837 auf Wunsch des Vaters Evangelische Theologie. Nebenbei befasste er sich schon damals mit Geschichte und Philologie und wechselte nach vier Semestern an die Universität in Berlin, um sich vollends dem Studium derGeschichte, Kunstgeschichte und der Philologie zuzuwenden. In Berlin hörte er von 1839 bis 1843 unter anderem Vorlesungen bei Leopold von Ranke, Johann Gustav Droysen, Philipp August Böckh, Franz Kugler und Jacob Grimm. In Berlin machte Jacob Burckhardt auch die Bekanntschaft mit Bettina von Arnim. Im Sommer 1841 verbrachte er ein Semester in Bonn und schloss sich hier dem Maikäferbund an, einer spätromantischen Dichtervereinigung um Gottfried Kinkel. Auf Grund der beiden von Ranke angeregten gleichnamigen Arbeiten über Karl Martell und Konrad von Hochstaden wurde Jacob Burckhardt 1843 in Basel in Abwesenheit promoviert. Bereits im darauf folgenden Jahr habilitierte er sich dort für Geschichte und wurde 1845 ausserordentlicher Professor. In den Jahren nach 1844 arbeitete Jacob Burckhardt zeitweise als politischer Redakteur bei den konservativen Basler Nachrichten. 1845 unterbrach er diese Tätigkeit erstmals und gab sie später gänzlich auf, da seine Artikel zur angespannten innenpolitischen Lage der Schweiz umstritten waren. Zwischen 1846 und 1848 hielt er sich neben seiner Tätigkeit an der Universität zweimal für ein paar Monate in Italien auf und lebte zwischenzeitlich in Berlin, wo er sich an der Abfassung des Brockhausschen Konversationslexikons beteiligte. Von 1854 bis 1858 war Jacob Burckhardt ordentlicher Professor für Kunstgeschichte an der Eidgenössischen Hochschule in Zürich. 1858 übernahm er an der Universität Basel den Lehrstuhl für Geschichte und Kunstgeschichte, den er bis 1893 innehatte. Fortan konzentrierte er sich auf seine Vorlesungen, die anfangs alle Epochen der europäischen Kulturgeschichte abdeckten, seit 1886 jedoch ausschliesslich die Kunstgeschichte zum Thema hatten. Daneben trat er als gewandter Redner durch öffentliche Vorträge hervor. Selbst Friedrich Nietzsche, der als Deutschlands jüngster Universitätsprofessor von Leipzig nach Basel gekommen war und bereits mit vierundzwanzig Jahren als eine philologische Kapazität galt, würdigte Burckhardt als »unseren großen, größten Lehrer« 1872 lehnte Burckhardt den Ruf ab, Nachfolger Rankes an der Universität in Berlin zu werden. Die letzten 30 Jahre seines Lebens widmete er sich ganz der Lehre in Basel und veröffentlichte in dieser Zeit keine weiteren Werke. Zu seinen Schülern zählte der Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin (1864-1945). 1886 gab Burckhardt seine Professur auf, hielt aber noch sieben Jahre lang die kunstgeschichtlichen Vorlesungen. Am 8. August 1897 starb der kinderlos gebliebene Junggeselle in Basel im Alter von 79 Jahren. Seine Heimatstadt erlebte in dieser Lebensspanne einen beachtlichen Wandel, die Einwohnerzahl wuchs von 16.000 auf über 100.000 an, die Stadtbefestigung wurde geschleift und der Eisenbahnbau erreichte die Stadt. Heutzutage wird Burckhardt nicht nur durch häufiges Zitieren geehrt, der höchste Geldschein der Schweiz, der 1.000-Franken-Schein, trägt seit 1995 das Porträt des Basler Kulturhistorikers.

http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D11647.php  

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