Robert Indermaur

September 26, 2010

Der Himmel über dem Park (Blau), 2005

Ein oft beleuchtetes Thema in den Werken von Robert Indermaur ist das Fliegen: „Ich bin immer gerne geflogen, schon als kleines Kind. Ohne Maschine und onhe Luftpolster, ohne Fallschirm und ohne Schwimmweste.“

Anleitung zum Fliegen:

Das geht so: Ich beuge mich also ganz leicht nach vorne in den Wind, bis ich den Widerstand spüre und der Wind mir sanft gegen Brust und Beine drückt und mir unter die Arme greift. Diese breite ich dann aus und mit einem leichten, nur aus dem Gelenk kommenden Wippen auf Füßen und Zehen, mit einem gleichzeitig, weichen Schwimmstoß der Arme nach hinten hebe ich vom Boden ab. Nun dienen die Beine und Füße eigentlich nur noch als Ruder, mit denen ich den Kurs halte, während ich mich mit kräftigen aber immer weichen Bewegungen der Arme höher und höher schwinge. Dann liege ich in der Luft, in der Weite der Winde und das Gefühl, daß ich dabei habe ist fast unbeschreiblich. Was unter mir liegt ist ohne Belang. Ich fliege nicht um irgendwohin zu gelangen sondern um des Fliegens willen. Da, zwischen den Wolken, in der Leere des Raums, fühle ich mich sicher und geborgen und sehr leicht und unendlich frei.

http://www.indermaur.net/

Giovanni Segantini

November 1, 2008

Giovanni Segantini wurde am 15.1.1858 in Arco geboren und verstarb am 28.9.1899 auf dem Schafberg bei Pontresina. Er war ein italienischer Maler des realistischen Symbolismus und ein Meister der Hochgebirgslandschaft, der schon früh mit der Pleinairmalerei begann. Er entwickelte eine eigene Version der pointillistischen Maltechnik, mit der er das ungebrochene Licht der Hochgebirgswelt wiedergeben und die naturalistische Wirkung seiner Bilder steigern konnte.

Giovanni Battista Emanuele Maria Segatini, so sein eigentlicher Name, den er später in Segantini änderte, wurde 1858 im damaligen österreichischen Arco am Gardasee als Kind des Schreiners Agostino Segatini und seiner dritten Frau, Margherita de Girardi geboren. Ein um sechs Jahre älterer Bruder kam am 20. Juli 1858 bei einem Brand ums Leben.

Nach dem frühen Tod der Mutter (sie starb mit 37 Jahren) brachte ihn der Vater zu einer Tochter aus erster Ehe, Irene. Diese empfand den Kleinen als Belastung und Giovanni riss deshalb aus, wann immer es ging. Im Juli 1865 trieb der Hass die Halbschwester soweit, dass sie in einem Schreiben an dieInnsbrucker Behörde dazu aufforderte, Giovanni die österreichische Staatsangehörigkeit zu entziehen. Dies geschah: Nach den repressiven Gesetzen, die im damaligen Kaiserreich Österreich für die italienischen Herrschaftsgebiete galten, konnte einem Siebenjährigen die Staatsangehörigkeit entzogen werden.

Segantini blieb sein ganzes Leben staatenlos. 1870 wurde er ohne Papiere aufgegriffen und da sein Vater gestorben war, landete er in der Erziehungsanstalt Riformatorio Marchiondi. Dort erlernte er den Beruf des Schusters. Ein alter Anstaltsgeistlicher nahm sich seiner an. Er erkannte seine zeichnerische Begabung, erzählte ihm vom Malermönch Fra Angelico und erlaubte ihm, zu zeichnen und zu modellieren. 1873 kam er nach Mailand und arbeitete beim ehemaligen Garibaldi-Anhänger Luigi Tettamanzi, einem Maler von Heiligenfahnen, Transparenten und Wirtshausschildern, Komödiant und Verfasser historischer Dramen. Tettamanzi stellte ihn als Gehilfen an und erteilte ihm Zeichenunterricht. Durch Interventionen seines Halbbruders Napoleone konnte er die Besserungsanstalt verlassen.

Im Jahr 1875 schrieb er sich an der Kunstakademie Brera in Mailand ein, belegte Tageskurse in Malerei und Abendkurse in Ornamentik. Bei einer nationalen Ausstellung der Brera erregte er bereits 1879 mit seinem ersten größeren Bild, dem Chorgestühl von Sant’Antonio, bei Lehrern und Schülern Aufsehen durch die neuartige Behandlung des Lichts. Wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Professoren an der Brera verließ er diese nach zwei Jahren. Im Jahr 1880 eröffnete Segantini sein erstes Atelier in der Via San Marco am Naviglio in Mailand. 1880 zog er mit Bice, sein erstes Modell, nach Pusiano in der Brianza, einer ländlichen, hügeligen Seenlandschaft zwischen Lecco und Mailand. Das Paar bekam zwei Söhne: Gottardo Guido (1882–1974), später selbst Maler und Biograf seines Vaters, und Alberto (1885–1904). Sein dritter Sohn Mario (März 1885–1916) und die Tochter Bianca (Mai 1886–1980) wurden später in Mailand geboren. Mario wurde ebenfalls Maler und Bianca brachte 1909 in Leipzig die Schriften und Briefe ihres Vaters in deutscher Sprache heraus. Der Landschaft überdrüssig verließ Segantini 1886 die Brianza, er ließ sich in Savognin im Oberhalbstein im Haus „Peterelli“ nieder, wo er bis 1894 mit seiner Familie lebte. In vielen von Segantinis Werken ist Barbara Uffer dargestellt, Segantinis bevorzugtes Modell. Als die Segantinis 1894 nach Maloja zogen, kam Baba mit ihnen. 1899 begleitete sie Segantini auf den Schafberg, wo er am Mittelteil des Triptychons arbeitete. Nach Segantinis Tod blieb sie noch fünf Jahre bei Bice und den Kindern, bis sie nach insgesamt 19 Jahren die Familie verließ. Die Familie Segantini Savognin bezog in Maloja im Engadin  das „Chalet Kuoni“, das von einem Ingenieur der Gotthardbahn erbaut worden war. Mitte September 1899 stieg Segantini mit Barbara Uffer und seinem Sohn Mario auf den Schafberg, um an dem schon fast fertiggestellten Sein zu arbeiten. Während des Sommers hatte er an Werden und Vergehen gearbeitet. Das große Triptychon der Natur sollte für die Weltausstellung in Paris fertig sein. Schon bald nach seiner Ankunft erkrankte er an einer Bauchfellentzündung, arbeitete jedoch unermüdlich weiter. Baba eilte hinab nach St. Moritz zu Dr. Oskar Bernhard, einem Arzt und Freund des Malers. Zusammen mit Segantinis Lebensgefährtin Bice, die aus Mailand herbeigeeilt war, stieg er auf den Berg, konnte jedoch nichts mehr für den Kranken tun. Giovanni Segantini starb am 28. September im Alter von 41 Jahren auf dem Schafberg. Am 1. Oktober 1899 wurde Segantini auf dem kleinen Friedhof von Maloja begraben, den er von 1895 bis 1896 im Glaubenstrost gemalt hatte. Bice starb am 13. September 1938 in St. Moritz, 39 Jahre später.

http://www.segantini.com/

http://www.segantini-museum.ch/htmls/deutsch/index2.htm

Josef Beuys

Oktober 26, 2008

jb

Joseph Heinrich Beuys wurde am 12.5.1921 in Krefeld geboren und verstarb am 23.1.1986 in Düsseldorf. Er war ein deutscher Aktionskünstler, Bildhauer,Zeichner, Kunsttheoretiker und Pädagoge.

Beuys setzte sich in seinem umfangreichen Werk mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander. Dies führte zu seiner spezifischen Definition eines „erweiterten Kunstbegriffs“ und zur Konzeption der „Sozialen Plastik“ als Gesamtkunstwerk, in dem er Ende der 1970er Jahre ein kreatives Mitgestalten an der Gesellschaft und in der Politik forderte. Er gilt bis heute weltweit als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Joseph Beuys wurde als Sohn des Kaufmanns Josef Jakob Beuys (1888–1958) und dessen Frau Johanna Maria Margarete Beuys (geb. Hülsermann, 1889–1974) geboren. Der Vater, der einer Müller- und Mehlhändlerfamilie aus Geldern entstammte, war 1910 von Geldern nach Krefeld gezogen. Im Herbst 1921 siedelte die Familie nach Kleve über und wohnte dort. Von 1927 bis 1932 besuchte Joseph Beuys die Katholische Volksschule, anschließend das „Staatliche Gymnasium Cleve“, heute Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Er lernte Klavier- und Cellospielen; in der Schule zeigte er im Zeichenunterricht Talent. Spätestens 1936 ist die Mitgliedschaft des 15-jährigen Beuys in der Hitler-Jugend belegt, als er im HJ-Bann 238/Altkreis Kleve am reichsweiten großen Sternmarsch zum Reichsparteitag nach Nürnberg teilnahm. Von 1938 bis 1941 spielte er am Gymnasium Cello im so genannten Bannorchester der HJ. Um 1939 schloss Beuys sich einem Zirkus an, um für fast ein Jahr als Plakatausträger und Tierpfleger mitzuwirken. Ostern 1941 verließ er das Gymnasium mit dem Abitur. 

Nach seinem Abschluss am Staatlichen Gymnasium 1941 meldete sich Beuys freiwillig zur Luftwaffe. Nach seinem Ausbildungsabschluss als Bordfunker wurde er auf der Krim stationiert und nahm im Juni 1942 am Luftkampf um die Festungsstadt Sewastopol teil. Ab Mai 1943, Beuys war inzwischen Unteroffizier, wurde er in Königgrätz im damaligen Reichsprotektorat Böhmen und Mähren als Bordschütze in einemSturzkampfflugzeug (Stuka) vom Typ Ju 87 eingesetzt. Nach der Verlegung zum Luftwaffenstab Kroatien im Sommer 1943 war er bis ungefähr 1944 an der östlichen Adria stationiert. Am 4. März 1944 begann die Rote Armee an der Ostfront ihre Frühjahrsoffensive und erzwang den Rückzug der deutschen Verbände aus der Ukraine. Bei einem Schneesturm am 16. März 1944 stürzte Beuys’ Stuka 200 Meter östlich von Freifeld, heute Snamenka, über der Krim ab; der Pilot Hans Laurinck starb. Joseph Beuys wurde bei diesem Unglück schwer verletzt; er erlitt einen Schädelbasisbruch, mehrere Knochenbrüche sowie ein Absturztrauma. Die Granatsplitter in seinem Körper konnten nie vollständig entfernt werden. Krimtataren entdeckten das abgestürzte Flugzeug und benachrichtigten ein deutsches Suchkommando. Im August 1944 wurde er trotz seiner Verletzungen an die Westfront einberufen, wo er als Fallschirmjäger eingesetzt wurde. Er erreichte dabei den Dienstgrad eines Feldwebels. 1944 wurde er mit dem „Abzeichen für Fliegerschützen“, mit dem „Eisernen Kreuz 2. Klasse“ und mit dem „Eisernen Kreuz 1. Klasse“ ausgezeichnet. Aufgrund von fünf Verwundungen erhielt er zudem das goldene Verwundetenabzeichen. Einen Tag nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde Joseph Beuys in Cuxhaven gefangen genommen und in ein britisches Internierungslager überführt, das er am 5. August 1945 verlassen durfte. Körperlich schwer angeschlagen, kehrte er zu seinen Eltern zurück.

Zum Sommersemester 1946 immatrikulierte sich Beuys an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Er begann das Studium der Monumentalbildhauerei am 1. April 1946. Während des ersten Semesters bei Joseph Enseling, bei dem er drei Semester studierte, lernte er Erwin Heerich kennen. Ab dem Wintersemester 1947/1948 wechselte Joseph Beuys, von Heerich veranlasst, in die Klasse von Ewald Mataré.

Ab 1956 arbeitete der Künstler an dem Entwurf für ein „Auschwitz-Denkmal“, um sich im darauf folgenden Jahr an einem internationalen Wettbewerb für ein Denkmal im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zu beteiligen. Der Entwurf wurde abgelehnt. Beuys zog sich zunehmend zurück; er litt unter Depressionen.

Im September 1959 heiratete er Eva-Maria Wurmbach, die er ein Jahr zuvor kennen gelernt hatte. Die Tochter des Zoologen Hermann Wurmbach und dessen Frau Maria Wurmbach (geb. Küchenhoff) studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie Kunsterziehung. Aus der Ehe gingen die beiden Kinder Wenzel, geboren 1961, und Jessyka, geboren 1964, hervor.

Im März 1961 zog Joseph Beuys von Kleve nach Düsseldorf-Oberkassel, wo er bis zu seinem Tod lebte und ein ihm von Gotthard Graubner vermitteltes Atelier im Haus von Georg Pehle, Sohn des Bildhauers Albert Pehle und Neffen von Walter Ophey, am Oberkassler Drakeplatz unterhielt.[11] Im selben Jahr wurde er mit einstimmigem Beschluss des Akademiekollegiums als Nachfolger von Sepp Mages auf den „Lehrstuhl für monumentale Bildhauerei der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf“ berufen, den er am 1. November 1961 antrat. Beuys galt als zuverlässiger, eher strenger Lehrer, der bald mit Aufsehen erregenden Aktionen von sich reden machte, die mit der klassischen Bildhauerei nichts mehr zu tun hatten. So inszenierte er im Februar 1963 in der Aula der Akademie das auf zwei Fluxusabende angesetzte „FESTUM FLUXORUM FLUXUS – Musik und Antimusik – Das instrumentale Theater“, an denen er seine ersten Aktionen durchführte.

Ende Januar 1972 fand an der Kunstakademie eine Konferenz über ein neues Zulassungsverfahren statt, an der Beuys selbst teilnahm. Die Größe einer Klasse war begrenzt auf 30 Studenten. Im Sommer wurden 227 Studienbewerber aufgenommen, 125 abgewiesen. 1052 Studenten waren an der Düsseldorfer Kunstakademie immatrikuliert, davon 268 in der Klasse Beuys‘. Als Beuys mit abgewiesenen Studenten 1972 erneut das Sekretariat der Kunstakademie Düsseldorf besetzte, entließ ihn Minister Rau fristlos usw….

KULT DES KÜNSTLERS: BEUYS. DIE REVOLUTION SIND WIR

3. OKTOBER 2008 – 25. JANUAR 2009, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin 

http://www.hamburgerbahnhof.de/exhibition.php?id=12815?=de

Künstler: Ai Wei Wei, Fang Lijun, Xiaogang Zhang, Yin Xiuzhen, Yue Min Jun, Luo Brothers, Chang Xugong, Wang Guangyi, Liu Ye, Xie Nanxing, Wang Keping, Zhang Xiaogang, Qiu Shihua, u.v.a.

Luo Brothers

August 31, 2008

               „Welcome to the World Famous Brand“, Luo Brothers

Thomas Hischhorn

August 31, 2008

Thomas Hirschhorn geboren am 16.5.1957 in Bern. Er ist ein Schweizer Installationskünstler.

Thomas Hirschhorn lebt und arbeitet in Paris, Frankreich. Der in Bern geborene Thomas Hirschhorn wuchs in Davos auf, besuchte die Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich und gewann ab Mitte der 1990er Jahre internationale Anerkennung für seine Installationen. Hirschhorn versteht sich nach eigener Aussage als ein Künstler, der «politische Kunst macht».

Grössere internationale Bekanntheit erlangte Hirschhorn durch die Installation «Swiss-Swiss Democracy» im Schweizer Kulturzentrum Paris, 2004. Diese war Medienberichten zufolge ein Skandal, da sie der Aussendarstellung des Landes schade. Nach einer Welle der Empörung im Nationalrat wurden als Strafaktion der Kulturstiftung Pro Helvetia die Mittel in Höhe des Beitrags der Stiftung an diese Ausstellung gekürzt. Stein des Anstosses war das Kollagieren von Folterbildern aus dem Irak mit Wappen der Schweizer Kantone; ein Detail in der für Hirschhorn typischen, unübersichtlichen Architektur der Installation.

Eine weitere Form der Installation, die Hirschhorn in verschiedenen Städten an öffentlichen Orten aufbaut, ist der Strassenaltar. Bisher widmete er seine Altäre vier Schriftstellern und Künstlern: Piet Mondrian, Otto Freundlich, Raymond Carver und Ingeborg Bachmann. Im Oktober 2006 installierte er für das Ausstellungsprojekt «U2 Alexanderplatz» der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst(NGBK) im U-Bahnhof Berlin Alexanderplatz den «Ingeborg Bachmann Altar».

Thomas Hirschhorn: „Ich will undomtierbar bleiben…!“