Paul Strand

Dezember 28, 2008

Paul Strand wurde am 16.10.1890 in New York geboren und verstarb am  31.3. 1976. Er war einer der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts.

Paul Strand kam als Sohn böhmischer Einwanderer in New York zur Welt. Mit zwölf Jahren bekam er eine Kamera geschenkt, mit 14 Jahren wurde er u. a. von Lewis Hine unterrichtet. Er besuchte die Ethical Culture School in New York (1904-1909) und eröffnete als 22-jähriger bereits ein eigenes Fotostudio.  1916 widmete Alfred Stieglitz ihm die beiden letzten Ausgaben der Zeitschrift Camera Work. Nach dem Ersten Weltkrieg verdiente er den Lebensunterhalt mit Filmen, um seine Fotografie nicht zu kompromittieren. Auch später pendelte er immer wieder zwischen Fotografie und Dokumentarfilm. 1936 gründete Strand gemeinsam mit Berenice Abbott die Photo League in New York. 1946 widmete ihm das Museum of Modern Art eineRetrospektive. Paul Strand, der seit 1948 in Frankreich lebte, starb am 31. März 1976 in Oregeval bei Paris. Seine Arbeiten sind nicht nur dokumentarisch, sondern kompromisslos in ihrer Wahrheitssuche. Stieglitz schrieb 1916: „Strand hat etwas Neues dem Alten hinzugefügt. Seine Aufnahmen sind brutal, direkt, frei von jeglichem Humbug, frei von Kunstgriffen und unbeeinflusst von jeglichem Ismus.“

Ilse Bing, Queen of the Leica

Dezember 21, 2008

lse Bing wurde am 23.3.1899 in Frankfurt am Main geboren und verstarb am 10.3.1998 in New York. Sie war eine deutsch-amerikanische Fotografin.

Ilse Bing wurde in eine wohlhabende jüdische Frankfurter Kaufmannsfamilie als Tochter des Kaufmanns Louis Bing und seiner Frau Johanna Elli Bing, geb. Katz, geboren. Sie nahm 1920 das Studium der Mathematik und der Physik an der Frankfurter Universität auf, wandte sich dann der Kunstgeschichte zu und verbrachte das Wintersemester 1923/1924 an demKunsthistorischen Institut Wien. Ihre fotografische Praxis entstand mit der 1924/1925 aufgenommenen Arbeit an einer Dissertation über den Architekten Friedrich Gilly. Zu Dokumentationszwecken erwarb sie eineVoigtländer 9×12 cm. Als sie 1929 ihr Studium beendete und die Dissertation aufgab, wandte sie sich gänzlich der Fotografie zu, erwarb eine Leica und arbeitete fotojournalistisch. Erste Reportagen publizierte z. B. „Das Illustrierte Blatt“, Frankfurt. 1930 konnte sie im „Neuen Frankfurt“ eine Dokumentation über das von dem Architekten Mart Stam entworfene Altersheim in Frankfurt veröffentlichen. Im selben Jahr siedelte Bing nach Paris um und setzte hier ihre fotografische Arbeit fort. Sie erhielt unter anderem durch die Vermittlung des ungarischenJournalisten Heinrich Guttmann Reportageaufträge. 1931 stellte sie ihre Arbeiten in Frankreich und Deutschland aus. Neben ihren Arbeiten an Fotoreportagen experimentierte Ilse Bing während des Jahres 1934 im Fotolabor mit der Technik der Solarisation; unabhängig von den parallel entstehenden Werken von Man Ray. Nach ihrer Teilnahme an einer Gruppenausstellung in der Julien Levy Galerie im New York des Jahres 1932 wurden 1936 in der „Internationalen Ausstellung zeitgenössischer Fotografie“ im Pariser „Musée des Arts décoratifs“ Werke von ihr gezeigt. 1937 war sie Teilnehmerin in der von Beaumont Newhall organisierten Ausstellung „Photographie 1839–1937“ im Museum of Modern Art, New York. Nach dem Einfall deutscher Truppen in Frankreich wurde Bing 1940 gemeinsam mit ihrem Mann, dem deutschen Pianisten und Musikwissenschaftler Konrad Wolff, den sie 1937 geheiratet hatte, in einem Lager in Gurs/Frankreich interniert. Über Marseille gelang beiden die Emigration in die Vereinigten Staaten. Sie ließen sich in New York nieder. Bis 1957 fertigte Ilse Bing hauptsächlich Kinderporträts an. 1947 unternahm sie eine Reise nach Deutschland und Frankreich, 1951 und 1952 besuchte sie Paris. Sie fotografierte zu dieser Zeit mit einer Mittelformatkamera (Rolleiflex). 1957 wandte sie sich von der Schwarz-Weiß-Fotografie ab und konzentrierte sich auf die Arbeit mit Farbnegativen. 1959 gab sie die Fotografie auf. In der Folge entstanden Texte, Collagen und Zeichnungen. Ilse Bings Werk wurde in den 1970ern neu entdeckt. 1976 fand eine erste Einzelausstellung in der „The Witkin Gallery“ statt, das Museum of Modern Art initiierte die Veröffentlichung ihrer Fotografien bei Ikon Press, New York, „Numbers in Images“, 1982 folgte „Women from the Cradle to Old Age“. Ilse Bing trat ab 1984 in den USA und Deutschland vielfach als Referentin zur Entwicklung der modernen Kunst, insbesondere der Fotografie, hervor. 1990 erhielt sie den Woman’s Caucus for Art Award, New York. 1993 wurde ihr eine weitere Auszeichnung verliehen, der “First Gold Medal Award for Photography“ vom National Arts Club, New York.

http://www.leegallery.com/bing.html

Gegë Marubi

September 15, 2008

Gegë Marubi (Marubbi) war der letzte Fotograph aus der Marubi-Familie, die ursprünglich aus Italien stammte, sein Onkel Pietro Marubi kam um 1850 von Piacenza in Norditalien nach Shkodra und gründete dort mit mitgebrachten Fotoapparaten das erste Fotogeschäft Albaniens.  Gegë Marubi wurde 1907 geboren und verstarb 1984. Er war ein bedeutender albanischer Fotograph.

Er studierte von 1923 bis 1927 in Lyon, an der ersten Schule für Fotographie, die von den Gebrüdern Lumière gegründet wurde. Er arbeitet in Shkodra als Fotograph und war der erste der Marubis, der vorwiegend mit Zelluloid statt mit Glasplatten arbeitete. Er hatte keine Angehörigen, denen er sein fotographisches Erbe übergeben konnte. 1970 vermachte Gegë Marubi dem Staat Albanien 150000 Fotonegative. Diese Sammlung wird von Frau Semilha Osmani, der letzten Angestellten Gegë Marubis verwaltet, sie sind fixer Bestandteil der Fototeka von Shkodra. Die meisten der Fotos haben eine große historische und kulturelle Bedeutung. Sie dokumentieren die nordalbanische Geschichte und Kultur von der Zeit der Liga von Prizren bis in die 1930er Jahre und stellen teilweise einmalige Porträts von Stammesführern und Aufnahmen von Aufständen im Hochland dar, sie zeigen das Stadtleben und die historischen Ereignissen in und um Shkodra. Wenige Bilder dieser großen Sammlung wurden bisher veröffentlicht. Seit dem Jahr 1994 gibt es Bemühungen mit Unterstützung der UNESCO, die Sammlung zu retten und sie der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Der Familie Marubi – früher auch Marubbi – entstammten mehrere bedeutende albanische Fotografen. Die Marubis unterhielten im 19. und 20. jahrhundert über drei Generationen ein Fotostudio in dernordalbanischen Stadt Shkodra, welches überhaupt das erste in Albanien gewesen ist. Mit ihrem Werk leisteten die Marubis einen wesentlichen Beitrag zur Dokumentation der albanischen Lebenswelt ihrer Zeit und des kulturellen Erbes in dem Balkanland.

Drei Mitglieder der Familie haben gegen das Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Landschafts- und Alltagsaufnahmen gemacht, die ein einzigartiges künstlerisches Zeitzeugnisalbanischer Geschichte darstellen. Ferner finden sich viele Auftragsbilder, auf denen Albaner in landestypischer Tracht zu sehen sind. Auch viele wichtige politische Ereignisse der Epoche haben die drei Fotografen in Aufnahmen festgehalten.

Gesammelt und ausgestellt ist das Werk in der Fototeka Marubi in Shkodra.

http://www.shkoder.net/foto/foto_mf.htm

Pictorialismus

Juni 14, 2008

Der Pictorialismus ist eine Stilrichtung, die beweisen wollte, dass die Fotografie ein vollwertiges künstlerisches Ausdrucksmittel sei. Stilistisch ist der Pictorialismuscharakterisiert durch Verschwommenheit, sorgfältige Wahl des Ausschnitts, fließende Übergänge, Vorliebe für Nacht- und Nebelszenen, ‚künstlerische‘ Sujets(Landschaften, Porträts, Akte), Bearbeitung der Abzüge oder Negative um malerische Effekte zu erreichen. Seine Blütezeit ist Ende des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg, doch findet man Pictorialisten bis in die 1950er Jahre.

Die Diskussion, ob die Fotografie eine Kunst sei oder jemals eine werden könne, beschäftigte die Kunsttheoretiker seit der Erfindung Daguerres. Während sich das neue Medium für Porträts und Reportagen rasch durchsetzte, blieb die künstlerische Anwendung selten. Das Hauptargument dafür, die Fotografie könne keine Kunst sein, war, bei diesem mechanischen Prozess bleibe dem Fotografen nichts weiter zu tun als abzudrücken; die Fotografie sei eine simple Kopie der Natur, während wahre Kunst eine Verarbeitung sein müsse.

Die theoretische Grundlage des Pictorialismus ist Pictorial Effect in Photography von Henry Peach Robinson, erschienen 1869, und das Werk von Peter Henry Emerson, Naturalistic Photography for Students of the Arts (1889). Die Hauptthese des zweiten Buches ist, Kunst sei die Wiedergabe der optischen Eindrücke, die unser Bewusstsein empfängt. Dies kann die Fotografie ebensogut wie die Malerei. Um die Sinneseindrücke nachzuahmen, muss das Bild jedoch ein Element scharf zeigen, Vorder- und Hintergrund jedoch leicht verschwommen. Für diese Theorie stützte sich Emerson auf physiologische Erkenntnisse, vor allem auf die Arbeiten vonHermann von Helmholtz. Kurz nach der Veröffentlichung seines Werkes, das beträchtliches Echo auslöste, widerrief Emerson jedoch seine Thesen und behauptete nun, die Fotografie könne nie Kunst werden. Dieser Widerruf wurde jedoch kaum zur Kenntnis genommen; die meisten Pictorialisten beriefen sich auf Emerson, obwohl sie oft wenig mehr von ihm kannten als den Begriff der ‚künstlerischen Unschärfe‘.

Gruppen von Fotografen schlossen sich zusammen mit dem erklärten Ziel, der künstlerischen Fotografie zum Durchbruch zu verhelfen. (‚pictorialistic‘ wurde im Sinn von ‚künstlerisch‘ verwendet.) Die Hauptzentren befanden sich in London (Linked Ring) und New York (Photo-Secession), doch entstanden Clubs in der ganzen Welt; der Pictorialismus gilt als erste weltumspannende Fotografiebewegung. Die Clubs waren oft Abspaltungen der bestehenden Fotografiegesellschaften, die den Pictorialisten zu sehr mit technischen und kommerziellen Fragen beschäftigt waren. Viele der pictorialistischen Vereinigungen gaben Zeitschriften heraus, die zur weltweiten Vernetzung der Fotografen beitrugen.

Merkmale der pictorialistischen Fotografien sind die Nachahmung der Malerei (vor allem des Impressionismus). Um dem Vorwurf der simplen Dokumentation zu entgehen, sind die Fotografien verschwommen und stimmungsvoll. Alle Spuren der Industrialisierung werden vermieden, mit Vorliebe zeigen die PictorialistenLandschaften, idyllische Szenen, Porträts und Akte. Es wird oft eine arbeitsaufwändige Technik verwendet, viele Abzüge sind Unikate, um sich von der Massenfotografie abzugrenzen. Der pictorialistische Fotograf, der den ganzen Ablauf der Bildherstellung kontrolliert, greift oft auf Retusche und andere direkte Eingriffe in den Abzug zurück. Für manche ist das Negativ nur die Skizze, die erst im Ablauf von Entwicklung und Abzug zur Kunst wird. Man bedient sich bei der Ausarbeitung zumeist sehr aufwändiger Edeldruckverfahren, was die künstlerische Wirkung zusätzlich untermauert.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Pictorialismus oft hart kritisiert als bloße Imitation der Malerei, der die eigentlichen Eigenschaften der Fotografie verleugnet habe. Es ist jedoch der Pictorialismus, der die Fotografie als Kunst etablierte und diese späteren Kritiken so erst ermöglichte.

Edward Jean Steichen (eigentlich: Edouard Jean Steichen) wurde am 27.3.1879 in Bivange, Großherzogtum Luxemburg geboren und verstarb am 25.3.1973 in West Redding,Connecticut. Er war ein bedeutender Fotograf des 20. Jahrhunderts und wird auch als Patriarch der Fotografie bezeichnet.

Die Familie wanderte 1881 nach Amerika aus, wo Steichens Vater in einer Kupfermine Arbeit fand.

1895 machte Edward Steichen seine ersten Fotoaufnahmen. Der berühmte Fotograf Alfred Stieglitz ermutigte das junge Talent, indem er ihm drei Aufnahmen abkaufte. Steichen wurde Mitglied der Photo-Secession und einer der bedeutendsten Vertreter des Pictorialismus. Mit Stieglitz eröffnete er 1905 in New York eine eigene Kunstgalerie „The Photo-Secession Galleries“ oder auch „291“ (nach ihrer Adresse: 291 Fifth Avenue). Im Ersten Weltkrieg wandte er sich vom Stil des Pictorialismus ab und widmete sich der Kriegsfotografie. Später arbeitete er für die Modezeitschriften Vanity Fair und Vogue, fotografierte Prominente, war imZweiten Weltkrieg Leiter der Fotografieabteilung der US-Marine und war in den Jahren 1947 bis 1962 Direktor der Fotoabteilung des New Yorker Museum of Modern Art (MoMA).

Edward Steichens magnum opus ist die Fotoaustellung The Family of Man, die er für das MoMA anfangs der 1950er Jahren zusammenstellte. Nach den Erfahrung des Krieges sollte sie helfen, eine bessere Welt zu schaffen. Die Kraft der Liebe und Mitmenschlichkeit sollte Hass, Gewalt und Zerstörung überwinden. Die Ausstellung wurde zu einem phänomenalen Publikumserfolg. Mancher Kritiker (u. a. Roland Barthes) rügte Steichens Bemühung allerdings als naiv und verlogen. Seit 1994 ist The Family of man als Dauerausstellung im Schloss von Clervaux (Luxemburg)zu sehen.

«Als ich mich der Fotografie widmete, war es mein Wunsch, sie als Kunst anerkannt zu sehen. Heute würde ich für dieses Ziel keinen Pfifferling geben. Die Aufgabe des Fotografen ist es, den Menschen dem Menschen zu erklären und ihm zur Selbsterkenntnis zu verhelfen.» (Edward Steichen).

Am 14. Februar 2006 ist eine von insgesamt drei existierenden Vergrößerungen von Edward Steichens Foto „The Pond-Moonlight“ (1904) bei Sotheby’s, New York City für 2,928 Millionen Dollar (2,46 Millionen Euro) versteigert worden. Dies ist der bis dahin höchste Auktionspreis für eine Fotografie – abgelöst im März 2007, als jemand 3.3 Millionen Dollar für das Werk „99 cent II, Diptych“ von Andreas Gursky bezahlte.

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Family_of_Man

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http://www.gallery.smsviawap.de/category.php?cat=3