„Ich ziehe die Gesellschaft der Tiere der menschlichen vor.
Gewiss, ein wildes Tier ist grausam.
Aber die Gemeinheit ist das Vorrecht des zivilisierten Menschen.“

                                                                             Sigmund Freud

http://hermes.zeit.de/pdf/archiv/2006/09/F-Hund.pdf

http://www.werkblatt.at/archiv/33_molnar.pdf

Minna Bernays

Oktober 12, 2008

Minna, Martha Bernays und Sigmund Freud, 1929 

Minna Bernays wird am 18.6.1865 in Hamburg geboren und verstirbt am 13.2.1941 in London. Sie ist die jüngere Schwester von Sigmund Freuds Frau Martha Bernays. Sie ist die jüngste von den sieben Kindern von Berman Bernays und Emmeline Philip. Der Vater ist eine jüdischer Geschäftsmann und der dritte Sohn des Rabbi Isaak Bernays. Die Mutter stammt aus einer wohlhabenden Familie, teils schwedischer, teils deutscher Abstammung. Drei ihrer Geschwister sterben sehr jung, ein älterer Bruder mit 17 Jahren. Als Minna vier Jahre alt ist zieht die Familie von Hamburg nach Wien, sie macht dort ihre Ausbildung und arbeitet für Lorenz von Stein und schreibt für das Zentralblatt für Eisenbahnen und Dampfschiffart. Ihr Vater stirbt 1869, ab diesem Zeitpunkt kümmert sich Sigmund Pappenheim um die Familie, er ist der Vater von Bertha Pappenheim, die später als Anna O., dem berühmten Fall von Breuer und dann auch Freud in die Geschichte eingehen sollte.

Von 1882 bis 1883 verbringt Minna Bernays einige Wochen wegen einer Lungenerkrankung in Sizilien. Am 18.2.1882 verlobt sie sich mit Ignaz Schönberg, einem Philosophiestudenten, der allerdings an Tuberkulose erkrankte und seine Verlobung 1885 auslöst und ein Jahr darauf stirbt.

1986 zieht sie zur Familie Freud, in der Abwesenheit ihrer Schwester führt sie den Haushalt, erledigt Freuds Korrespondenz, spielt mit ihm Mahjong und Tarot und korrigiert seine Manuskripte. Sie begleitet die Familie in ihren Sommerferien nach Berchtesarden, Reichenhall und Bad Aussee. Ab 1887 unternimmt sie mit Freud einige Reisen nach Osttirol, den Engadin und Bayern, wärend Martha mit den Kindern an den verschieden Urlaubsorten zurückbleibt. Sigmund Freud und Martha Bernays hatten ein innige Beziehung. Sandor Ferenczi und Gustav Jung wissen davon sehr früh zu berichten, doch wird ihren Berichten keine Glaube geschenkt. Erst mit den Recherchen von Franz Maciejewski ab 2004 und seinem Fund des Eintrags in ein Gästebuch in Maloja bringt Gewissheit in die Angelegenheit.   

Im Mai 1938, einige Wochen bevor die Familie Freud nach England emigriert erhält sie die deutsche Staatsbürgerschaft und verstirbt 1938 an einer Herzerkrankung.

http://www.ulb.tu-darmstadt.de/tocs/133416186.pdf

http://osburgverlag.com/img/waschzettel/titelinfo_maciejewski.pdf