Die Osterpauke

Weltlich-lebensbejahend ist man in der südaragonesischen Provinz Teruel. Im Allgemeinen den fleischlichen Wonnen wie dem Serrano-Schinken aus Teruel zugetan, hält man auch zu Ostern nichts von individuell-introvertiertem Leiden. In Calanda und acht weiteren Ortschaften lässt man mit Pauken und Trommeln der Passion freien Lauf. Mit Inbrunst wird von Karfreitag bis Ostersonntag auf der Ruta del Tambor y Bombo getrommelt. Bis Arme erlahmen, Hände bluten und Nerven versagen. Der Sage nach geht der Brauch auf das Jahr 1127 zurück. Ein Hirte soll die zur Ostermesse versammelten Christen mit einer Trommel vor einem Überfall der Araber gewarnt haben. Mitte des 17. Jahrhunderts geschah das „Wunder von Calanda“, als einem Beinamputierten das Gliedmaß wieder nachwuchs. Der Trommelei bescherte diese Begebenheit eine Art Renaissance. Das österlichen Lärmen wiederholte sich von da an Jahr für Jahr. Wohl auch, weil Glockenläuten – eine große Leidenschaften der Spanier – von Karfreitag bis zur Auferstehung des Herrn verboten ist.

ST. PETERSBURG

Sankt Petersburg (russisch Санкт-Петербург – Sankt-Peterburg, oft auch kurz Питер – Piter genannt), gegründet 1703 als Sankt-Pieterburch, kurz darauf in Sankt Petersburg umbenannt, von 1914 bis 1924 als Petrograd (Петроград), und von 1924 bis 1991 als Leningrad (Ленинград) bezeichnet, ist mit über vier Mio. Einwohnern nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands und eine der größten Städte Europas. Die Stadt liegt im Nordwesten des Landes, an der Mündung derNewa am Ostende des Finnischen Meerbusens. St. Petersburg ist die nördlichste Millionenstadt der Welt. Die Stadt war vom 18. bis ins 20. Jahrhundert die Hauptstadt des russischen Reiches, ist ein europaweit wichtiges Kulturzentrum und beherbergt den wichtigsten russischen Ostsee-Hafen. Die Innenstadt ist Weltkulturerbe der UNESCO.