Sophie Templer Kuh

November 9, 2008

Sophie Templer Kuh wurde am 23.11.1916 als uneheliches Kind von Marianne Kuh und Otto Gross in Wien geboren, ihr Vater war der Anarchist und Psychoanalytiker Otto Gross.

Kurz vor oder nach dem Tod ihres Vaters im Februar 1920 wird sie nach Dänemark zu Pflegeeltern gegeben. Mit acht Jahren nimmt sie die Mutter nach Berlin, wo diese den Schriftsteller Alexander Solomonica geheiratet hat. Ihren Stiefvater nannte Sophie Vater.  Das Verhältnis zum Stiefvater war sehr angespannt, sie leidet immer mehr unter den Attacken des Stiefvatersbis sie sich schließlich versucht sich umzubringen. Die Mutter findet sie noch rechtzeitig und schickt sie als Au pair nach London. Sie kommt noch einmal nach Österreich zurück, arbeitet bei einer Innsbrucker Familie und erlebt dort 1938 die Reichskristallnacht, und die Morde und Misshandlungen der Nazis an der jüdischen Bevölkerung. Sie begreift, dass es Zeit ist zu gehen. Über Wien emigrierte sie, die junge jüdische Frau, in den 30er Jahren nach England, Sophie schafft es, ihre Mutter und ihre beiden Halbgeschwister Eva und Michael nach England nachzuholen, aber für den Stiefvater ist es zu spät. Er wird von den Nationalsozialisten verhaftet und kommt im Konzentrationslager um. 1946 heiratet sie in England Simon Templer und bekommt mit ihm zwei Kinder. 1960 findet ihr Mann eine Stelle in Hannover, sie ziehen nach Deutschland um. Doch dann verliebt sich ihr Mann in eine andere Frau und lässt sie mit den Kindern sitzen. Sie hat kein Geld und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Sie schafft es als allein stehende Frau ihre Kinder groß zu ziehen. Als ihre Tochter im Alter von 18 Jahren die Möglichkeit hat, in den USA zu arbeiten, folgen Bruder und Mutter nach. 1982 kehrt sie nach Europa zurück, sie liest viel über ihren Vater Otto Gross, den sie nie kennen gelernt hat. Sie widmet sich dem Thema ihres Tochter seins sehr intensiv und lernt Otto Gross durch gründliche Recherchen kennen.

Sophie Templer Kuh wird in diesen Tagen 91 Jahre alt.

http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2003/09/12/a0182

http://steiermark.orf.at/magazin/immergutdrauf/kultur/stories/181573/

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